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"Spielfilm" als Pflichtfach

Medienerziehung übers Internet

Kinder und Jugendliche muss man zum Medienkonsum nicht treiben. Denn mit Handy, Computer, Internet, Kino und Fernsehen beschäftigen sie sich meist freiwillig, ausdauernd und vor allem außerhalb der Schule. Seit unser Alltag von Medien oder computergestützten Anwendungen bestimmt ist, treten Medienwissenschaftler und Medienpädagogen verstärkt auf. Zum „richtigen" Medienkonsum können Kinder und jugendliche erzogen werden, so die Grundthese der Medienpädagogik. Dazu gehört auch die Fähigkeit zur Kommunikation und der vernünftige Umgang mit der Flut von Informationen, die uns auf unterschiedlichsten Wegen erreichen.

 

Einen Beitrag zur Förderung von Medienkompetenz möchte das Landesmedienzentrum Baden-Württemberg nun mit einem neuen Internet-Portal leisten: Die Homepage www.mediaculture-online.de wird am heutigen Freitag offiziell freigeschaltet. Tatsächlich kann man sich auf der Website stundenlang aufhalten und findet immer neue interessante Informationen. In der Rubrik „Knowhow” gibt es Anleitungen für Anfänger, die eine eigene Internetseite erstellen wollen und wissen möchten, wie die Bilder fürs Web am besten bearbeitet werden.

 

Medienkompetenz kann auf der Basis von Filmkompetenz aufgebaut werden - das dachte sich vor einiger Zeit die Bundeszentrale für politische Bildung und erstellte gemeinsam mit einer neunzehnköpfigen Kommission einen Filmkanon für Schüler. Die fünfunddreißig Filme aus den Jahren 1922 bis 1999, die nach Ansicht dieser Experten als unverzichtbar gelten, hat auch Mediaculture online aufgenommen und durch Inhaltsangaben aus Filmlexika ergänzt. Hilfreich für Schüler sind Anleitungen zur Filmanalyse und die Erklärungen der Fachbegriffe für Kameraeinstellungen und -perspektiven.

 

Die Online-Bibliothek auf der Mediaculture-Homepage ist eine wahre Fundgrube: Wer nach einer bestimmten Publikation aus den Themengebieten Medienkultur, Film, Fernsehen, Internet, Hörfunk oder ähnlichem sucht, kann über den alphabetisch geordneten Autorenkatalog fündig werden. Neben einer Zusammenfassung des Inhalts findet der Nutzer hier auch Informationen über den Autor sowie einen Textauszug - manchmal sogar die vollständigen Texte in gängigen Formaten. Ergänzt wird die Internetseite durch aktuelle Nachrichten aus der Medienwelt, wie etwa die Bekanntgabe der Oscar-Gewinner in den USA. Ein Portal, nicht nur für Medienpädagogen, sondern vor allem auch für die Jugendlichen selbst. Wünschenswert wäre nun noch die Einrichtung eines Forums.

 

Autorin: Ricarda Stiller

Quelle: Stuttgarter Zeitung vom 22. März 2004