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Autorin: Bürgermeister, Eva.
Titel: Netzwerk Europa. Europäisch orientierte Kinder- und Jugendmedienarbeit.
Quelle: http://www.jfc.info/jfcinfo/pdf/publikation_netzwerkeuropa.pdf [14.01.2004] Köln. S. 1-8.
Die Veröffentlichung erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Autorin.
Eva Bürgermeister
Netzwerk Europa. Europäisch orientierte Kinder- und Jugendmedienarbeit
Die Welt wandelt sich, schnell, tiefgreifend und nachhaltig. Medien haben daran einen entscheidenden Anteil. Stichworte wie “weltweiter interaktiver Austausch” durch “globale Vernetzung” beschreiben eine Welt ohne Grenzen der Kommunikation – mit dem Nachbarort im Sauerland, mit Warschau oder gar Tokio. Mittels Laptop, Steckdose und Telefonanschluss können wir an (fast) allen Plätzen der Welt miteinander Kontakt pflegen; das Handy sorgt dafür, dass wir nicht mehr wissen, wo sich unser Gesprächspartner gerade aufhält. Weltweiter Tourismus, Migrationsbewegungen, grenzübergreifende Kapital- und Arbeitsmärkte, Informations- und Kommunikationsnetze, offene Grenzen innerhalb Europas sowie die mediale Darstellung unterschiedlichster sozialer, ökonomischer und ökologischer Lebensbedingungen tragen dazu bei, dass immer mehr Menschen verschiedener Kulturen miteinander in Berührung kommen.
Dennoch nehmen die Probleme des Zusammenlebens nicht ab.1 Ängste, Unverständnis, Vorurteile, Diskriminierung bis hin zu fremdenfeindlicher Gewalt zeigen, dass das reale dem virtuellen Zusammenrücken “hinterherhinkt”. Trotz neuer Informations- und Kommunikationsmöglichkeiten gibt es zahllose Konflikte innerhalb Deutschlands, in Europa und in der ganzen Welt. Die schwierigen, längst nicht abgeschlossenen Prozesse der deutschen Vereinigung und des Zusammenwachsens Europas unterstreichen dies.
Europa – das sind 43 Staaten mit verschiedenen Sprachen, vielfältigen historischen Wurzeln, politischen Strukturen und kulturellen Denk- und Verhaltensweisen. Jeder Staat gliedert sich in diverse Regionen weiter auf, so dass sich Europa als Mosaik aus einer Vielzahl von Einzelelementen darstellt. Manche Länder sind uns aus Urlaubsreisen, von Schulausflügen oder Studienaufenthalten vertraut. Durch die geplante Erweiterung werden mit den Ländern Osteuropas neue Regionen, Kulturen und Religionen in die europäische Union eingebunden werden, die uns (insbesondere in den alten Bundesländern) heute noch wenig bekannt sind. Ein vereintes Europa im anregenden Dialog miteinander bildet daher eine der spannendsten und wichtigsten Herausforderungen für das neue Jahrtausend.
Europa schafft – wie vergleichsweise im historischen Rückblick das mühsame Ringen um den Nationalstaat Deutschland im 19. Jahrhundert zeigt – eine konkrete Chance für das Näherrücken und Zusammenwachsen unterschiedlicher Teilelemente. “Europa” bietet zugleich ein weites Feld für reale und virtuelle Begegnung. Als Thema und Aktionsort insbesondere in der außerschulischen Jugendarbeit ist es in seinen Möglichkeiten längst nicht ausgeschöpft. Das WorldWideWeb kann hier wertvolle Schützenhilfe leisten, denn die Weltsicht einer europäisch orientierten Kinder- und Jugendmedienarbeit ist natürlich global und fordert in aller Konsequenz interkulturelles Lernen.2
Den Medien – den klassischen Print- und AV-Medien ebenso wie auch den interaktiven Medien und dem Internet – kommt im Prozess des Zusammenwachsens unterschiedlicher Regionen eine häufig unterschätzte Rolle zu. Sie prägen unsere Einstellung zu Menschen und Lebensräumen, und dies um so deutlicher, je weniger persönliche Erfahrung einfließen kann. Medien spielen in der Entwicklung von jungen Menschen schon früh eine bedeutende Rolle: Neben Familie, Schule und Peergroup bilden sie eine biographisch relevante Sozialisationsinstanz. So gibt es erkennbare länderübergreifende Medienvorlieben von jungen Menschen in Europa und der ganzen Welt. Gemeint ist hier nicht nur die weltweite Vorliebe für Jeans, Cola und McDonalds – Ausdruck einer seit Jahrzehnten global agierenden Werbewirtschaft – sondern auch für international erfolgreiche Musikgruppen, Filme, Videospiele und Comicfiguren (bzw. computergenerierte Avatare wie Lara Croft).3 Jugendliches Denken und ein großer Teil ihrer Orienterungsmuster sind heute weitaus internationaler geprägt als in den Anfängen der europäischen Bewegung.
Jugend und ihre kulturellen Ausdrucksformen erweisen sich als äußerst dynamisch und spontan in ihren Reaktionen auf soziale, wirtschaftliche und politische Strömungen – im Positiven wie im Negativen. Neben vielfältigen, sozialverträglichen und weltverbindenden, Szenen und Kulturen gibt es unter den Jugendlichen aber auch unbestimmte Ängste vor Menschen anderer Kulturen sowie zielgerichtete Diskriminierung bis hin zu fremdenfeindlicher Gewalt. Über Gegenstrategien und Hilfsmöglichkeiten wird aktuell wieder viel diskutiert. Grundsätzlich gilt: Begegnung und Auseinandersetzung – real und virtuell – fördern die Erweiterung von Perspektiven und die Entwicklung neuer Ansichten. Heranwachsende befinden sich in einem Prozess der Identitätsbildung, die stets im Bezug auf das “Andere” konstruiert wird. In dieser Phase der Schaffung und Einbindung von Lebensstrukturen bietet die Auseinandersetzung mit sich selbst und anderen besondere Chancen für neue Sichtweisen und Annäherungen. Erfahrungen aus der traditionellen Jugendbegegnung zeigen, dass gemeinsam gestaltete und erlebte Aktionen die Kommunikation miteinander fördern und das Interesse aneinander wecken. Nur in der offenen, (selbst-)kritischen Auseinandersetzung mit anderen können Wege für ein Miteinander und Lösungsmöglichkeiten für Konflikte gefunden werden.4 Fremdheit, Unterschiede, latentes Misstrauen, Ängste dürfen – wie im langwierigen und schwierigen Prozess der europäischen Annäherung und Erweiterung – dabei nicht unter den Teppich gekehrt werden.
“Europa” und die damit verbundenen Herausforderungen präsentieren sich uns im eigenen Land, direkt vor der Haustür – in der Nachbarschaft, in der Klasse, Jugendgruppe oder auf der Arbeit. In Nordrhein-Westfalen leben 11,1 Prozent Bürger/innen mit ausländischem Pass.5 Von den 4,13 Millionen Kindern und Jugendlichen im Alter zwischen 6 und 27 Jahren haben rund 17 Prozent keinen deutschen Pass, in den großen Städten nähert sich die Zahl der 30-Prozent-Marke. Nicht alle kommen aus den Ländern der europäischen Union bzw. den Kandidatenstaaten. Aber die Frage der interkulturellen Verständigung – wie immer sie auch im Einzelnen definiert wird – gewinnt angesichts dieser Zahlen an Gewicht.
Für die Begriffe, Normen und Zielsetzungen der interkulturellen Pädagogik sind seit ihren Anfängen in den 70er Jahren immer wieder grundlegende Paradigmenwechsel vollzogen worden.6 So wird inzwischen die “multikulturelle Gesellschaft” als “schwärmerisch und nicht realisierbar” kritisiert, die “interkulturelle Pädagogik” als Produzent “kulturalistischer Stereotypen” in Frage gestellt und gelebte Toleranz, als Prinzip versteckter Duldung und Betonung des Konfliktlosen, von Heitmeyer als nicht mehr zeitgemäß und gar als Ausdruck von Abwertung interpretiert.7 Er setzt dagegen den Begriff der “Anerkennung”, “den ich (Heitmeyer, die Verf.) als wechselseitig ansehe und der auf ein konflikthaftes Ringen um gemeinsam geteilte Prinzipien angelegt ist, das wechselseitige Anerkennen von Unversehrtheit und Gleichwertigkeit.”8
Für gegenseitige Anerkennung sind Interesse an anderen, Kenntnis, Orientierung, Konflikt- und Konfliktlösungsbereitschaft, kreativer Austausch sowie gemeinsame Aktionen notwendig. Es gilt, Europa aus dem persönlichen und lokalen Bezug junger Menschen und ihren Interessen heraus zu entdecken und zu leben. Für jugendgerechte Medienangebote und Medienprojekte im europäischen Kontext sind innovative Arbeitsansätze vonnöten, die die kreativen Gestaltungsmöglichkeiten und neuen Telekommunikationsformen mit Blick auf Interessen und Lebenslagen der Beteiligten nutzen, ohne damit die traditionellen, erfolgreichen Begegnungsformen wie Workcamps aus dem Blick zu verlieren. Auch Maßnahmen für Jugendliche vor Ort, die einen konstruktiven Beitrag zu Europa leisten können, haben ihre Bedeutung. Wichtig ist die Berücksichtigung und Einbeziehung spezifischer jugendkultureller Ausdrucksformen, die häufig in enger Verbindung mit ihrem Medienverhalten zu sehen sind: Medienvorlieben, Rezeptionsverhalten, eher assoziative Arbeits- und Denkansätze, Sprache, Symbole. Ziel ist es, Jugendliche zu motivieren und zu unterstützen, ihren persönlichen Beitrag zu einem zusammenwachsenden Europa zu leisten. Angesichts der “Verlockungen” der medialen Möglichkeiten sollten pädagogisch motivierte Aktivitäten wie Austauschmaßnahmen, Camps und Projekttage überschaubare Rahmenbedingungen bieten – technisch, thematisch, zeitlich. Zugleich sollten sie Grundstrukturen der Arbeit und Jugendgruppen vor Ort thematisch und didaktisch berücksichtigen. Eine sorgsame Abwägung von Gruppengröße und -zusammensetzung, Alter, sozialen Bezügen, aber auch die Planung und Durchführung von Aktionen zur Vorbereitung und während des Treffens entscheiden über Erfolg dieser Projekte.
Gerade bei der Projektplanung kann auf die vielfältigen Erfahrungen der Webmobile zurückgegriffen werden. Aus dem vielfältigen denkbaren Arbeitsspektrum europäisch orientierter Medienarbeit seien hier einige geeignete Ansätze genannt:
Für die traditionelle Jugendbegegnung bieten sich neue Perspektiven durch die Einbindung des Internet. Nicht nur die Vorbereitung für die Betreuer/innen wird einfacher, auch erste Kontakte zwischen den Teilnehmer/innen aus verschiedenen Ländern sind denkbar und hilfreich. Während der Begegnung können die Jugendlichen ihre Eindrücke und Erlebnisse via Netz täglich nach Hause transportieren. Neue Erfahrungen werden unmittelbar weitergegeben und somit multipliziert. Wird während der Begegnung gemeinsam kreativ gearbeitet, kann eine Livepräsentation der Ergebnisse im Netz einen abschließenden Höhepunkt der Begegnung bieten. Im Rahmen der Kölner Webmobil-Arbeit konnten z. B. Eltern und Freunde zuhause ein von Jugendlichen aus drei Nationen erarbeitetes Musical live im Internet verfolgen.
Die klassische redaktionelle Form der Aufbereitung von Informationen wird verknüpft mit audiovisuellen Techniken und gewinnt besonderen Reiz durch die aktuelle Publizierung im Netz. Internetzeitungen eignen sich auch zur intensiven Aufarbeitung ausgesuchter Themenfelder vor Ort (HipHop, Ökologie) mit unterschiedlichen Gruppen, aber auch mit europäischer Beteiligung. Zugleich bieten sie internationale Kommunikation zwischen Producern und Usern.
Musik spielt in der Lebenswelt von jungen Menschen – in der ganzen Welt – eine große Rolle. Sie schafft kreative Freiräume für neue Ideen, für Kontakte und Begegnungen unterschiedlicher Kulturen, denn Musikvorlieben und -geschmäcker sind immer auch länder und sprachenübergreifend. Musik als kreatives Ausdrucks- und Kommunikationsmittel ist daher auch ganz besonders im Rahmen europäischer und interkultureller Projekte geeignet; als Beispiele seien genannt:
der Austausch von Samples oder Kompositionen zwischen Jugendlichen aus verschiedenen Ländern,
ein europäischer, virtueller Rap-Contest,
D3-Austausch: Live-Schaltungen via Internet ermöglichen, dass Jugendliche aus Kopenhagen die Musik für die Disko in einem Hagener Jugendzentrum auflegen.
Das Internet wird auch in der täglichen Radioarbeit neue Akzente setzen. Im Zeichen von Europa können regionale Themen mit Sichtweisen europäischer Partner recherchiert und reflektiert werden. So kann das Jugendradio, in NRW dank des Bürgerfunkmodells ohnehin ein bedeutender Faktor in der Medienarbeit, auf neue Füße gestellt werden.
Im Videobereich vollzieht sich gerade eine kleine Revolution. Schon bald kann jede/r – PC, Zugang und Know-how vorausgesetzt – selbstproduzierte Film- und TV-Sendungen ausstrahlen bzw. “streamen”. Eine gemeinsame Produktion von Jugendlichen aus unterschiedlichen Ländern wird Orts- und zeitunabhängig möglich. Die neuen Chancen für gemeinsame Produktion und Präsentation erfordern neue, phantasievolle Arbeitsansätze, die auch auf neue ästhetische (und jugendgemäße) Formen des Videofilms bzw. bewegter Bilder abzielen.9
Die Entdeckung und Nutzung der neuen technischen, kommunikativen und gestalterischen Möglichkeiten stellt für die europäisch orientierte Jugendmedienarbeit eine spannende Herausforderung dar: Neue Ideen und Phantasie sind gefragt bei der Entwicklung pädagogischer Handlungskonzepte und praktikabler Organisationsformen. Entlastung und Anregung durch Erfahrungsaustausch und Kooperation kann hier ein regionales Netzwerk der in diesem Bereich tätigen Pädagog/innen und Träger bieten. Das mit Unterstützung des Jugendministeriums NRW initiierte Netzwerk “CrossCulture” bildet daher – ebenso wie die vielfältigen Webmobil-Aktivitäten – einen wichtigen Schritt für eine gezielte Förderung europäischer Jugendmedienarbeit in NRW.
Einen lebendigen Einblick in das breitgefächerte Spektrum der nordrhein-westfälischen Jugendmedienarbeit bot die Präsentation der Jugendmedienarbeit in NRW auf der Youthmedia 1999 in Düsseldorf. Sie stellte zugleich in dieser Form erstmals die europäische Dimension von Kinder- und Jugendprojekten in den Mittelpunkt und schuf einen anregenden, professionellen Rahmen für intensiven Austausch und zukünftige Planungen. Im Netzwerk “CrossCulture” können die vorhandenen Arbeitsansätze nun weiterentwickelt werden und ein inspirierender, (selbst-)kritischer Austausch von Projektträgern initiiert und begleitet werden. Grenzen und Blockaden zu überwinden erfordert Geduld und die Fähigkeit, die notwendigen Visionen immer wieder an der Realität zu messen. Doch mit Ausdauer, Kreativität und Engagement wird die Kinder- und Jugendmedienarbeit weiterhin wichtige Beiträge zu interkultureller Kommunikation leisten: So lassen sich das Verständnis für kulturelle Unterschiede in Europa erweitern und die Kompetenz im Umgang miteinander stärken.
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1Mit Hinweis auf die Studie über nordrhein-westfälische Städte hält Prof. Wilhelm Heitmeyer fest, dass “jeweils ein Viertel der befragten deutschen und türkischen Bewohnerschaft (übereinstimmend sagt), dass das Zusammenleben in den letzten Jahren im Stadtteil schlechter geworden ist” – aus der Rede von Wilhelm Heitmeyer beim Stadttorgespräch am 16.8.2000, vgl. www.nrw.de/zivilcourage/mskr20000821_1.htm, S. 3; vgl. Heitmeyer, Wilhelm und Raimund Anhut (Hg.): Bedrohte Stadtgesellschaft. Gesellschaftliche Desintegrationsprozesse und ethnischkulturelle Konfliktsituationen, Weinheim 2000.
2Die aktuelle Diskussion über Grundlagen und Grenzen eines allgemein gültigen Wertekonsenses für Deutschland und die hier lebenden Menschen unterschiedlichster Nationalitäten, Ethnien und Kulturen ist wichtig, aber problematisch. Neben Positionen, die diese Frage an der Akzeptanz der Verfassung lösen wollen (Grundgesetz, Gesetzesregelungen) und die deutsche Sprache zugrundelegen, gibt es die Diskussion um die multiple Identität der Bürger/innen, die sich an europäischen bzw., westlichen Wertestandards bemisst. Zu den Grundwerten europäischer Identität zählen danach: individuelle Menschenrechte, säkulare Demokratie, Zivilgesellschaft, religiöser und kultureller Pluralismus und zivilgesellschaftliche Toleranz. Im Zusammenhang mit unserem Thema soll hier nur betont werden, dass europäisch orientierte Medienarbeit die Annäherung Europas zum Ziel hat. Es geht nicht darum, eurozentrisches Denken zu fordern.
3Vgl. “Medienarbeit für Europa”, Themenheft 1/98 der MedienConcret – Magazin für die pädagogische Praxis, Hg. JFC Medienzentrum Köln. Neue Studien zur Mediennutzung von jugendlichen Zuwanderern unterstreichen diese Aussage hinsichtlich Mode, Lebensstil und Mediennutzung, wobei Fernsehen und Hörfunk (noch) die zentralen Rollen spielen (vgl. 13. Shell-Studie, Jugend 2000, Opladen 2000, Bd.1, S. 221ff.). Mediengewohnheiten, jugendkulturelle Ausdrucksformen, Identifikationsmuster differieren gleichwohl in erheblichem Maße – Bildungsstand, Geschlecht u.ä. sind entscheidend.
4Dies soll nicht darüber hinwegtäuschen, dass diskriminierende, ausgrenzende und gewalttätige Verhaltensmuster vielfältige, individuelle, soziale und ökonomische Ursachen haben und damit auch vielfältige Gegenstrategien erforderlich machen.
5In den NRW-Großstädten sind es fast 20 Prozent, vgl. 13. Shell-Studie, Jugend 2000, Bd. 1, S. 225, 238.
6Vgl. die vom MFJFG NRW herausgegebene und vom Kinder- und Jugendfilmzentrum der Bundesrepublik Deutschland (KJF) erstellte Expertise “Interkulturelle Jugendmedienarbeit in NRW”, Düsseldorf 2000, S. 20ff.. (www.mfjfg-nrw.de; www.kif.de); vgl. auch die im Auftrag des Jugendministeriums NRW herausgegebene Broschüre “Vielfalt statt Einheit. Antirassistische und interkulturelle Projekte in Schule und Jugendarbeit in Nordrhein-Westfalen, Hg. Informations- und Dokumentationsstelle gegen Gewalt, Rechtsextremismus und Ausländerfeindlichkeit in Nordrhein-Westfalen (IDA), Düsseldorf 2000 (IDA-NRW@t-online.de).
7Vgl. Münchmeier, Richard: “Miteinander – Nebeneinander – Gegeneinander? Zum Verhältnis von deutschen und ausländischen Jugendlichen”, in: 13. Shellstudie, S. 221ff., und die Ausführungen in der o. g. Expertise “Interkulturelle Jugendmedienarbeit in NRW”, S. 20ff. In der interkulturellen Pädagogik gilt die Prämisse der akzeptierenden Kulturdifferenz, die aufgrund von Ethnie, Nationalität und Kultur entsteht. Sie droht – trotz lauterer Motive” auch “kulturalistische und ethnisierende Stereotypen im Zusammenhang mit pädagogischen Problemdeutungen und – lösungsversuchen” zu produzieren; vgl. Diehm, Isabel: Chancen und Grenzen der interkulturellen Erziehung (1997), zitiert in o. g. Expertise S. 22.
8Wilhelm Heitmeyer beim Stadttorgespräch am 16.8.2000, vgl. www.nrw.de/zivilcourage/mskr20000821_1.htm, S.3. Vgl. auch Heitmeyer, Wilhelm und Raimund Anhut (Hg.): Bedrohte Stadtgesellschaft. Gesellschaftliche Desintegrationsprozesse und ethnisch-kulturelle Konfliktsituationen, insbes. das Kapitel “Desintegration, Konflikt und Ethnisierung”, S. 17-78, Weinheim 2000.
9Vgl. auch “VideoVisionen. Praktische Videoarbeit im digitalen Zeitalter”, Themenheft 1/2000 der MedienConcret – Magazin für die pädagogische Praxis, hg. vom JFC Medienzentrum Köln.