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Autorin: Bounin, Ingrid.
Titel: Faszination digitales Radio - Beispiele multimedialer Radioproduktion im Unterricht. Für alle Klassenstufen und Schularten.
Quelle: Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg (Hrsg.): Sammelwerk Medienzeit, Ausgabe Baden-Württemberg. Donauwörth 2000. S. 3-59.
Verlag: Auer Verlag GmbH.
Die Veröffentlichung erfolgt mit freundlicher Genehmigung des Verlags.
Ingrid Bounin
Faszination Digitales Radio
Beispiele multimedialer Radioproduktion im Unterricht
Für alle Klassenstufen und Schularten
Das Sammelwerk MEDIENZEIT, Ausgabe Baden-Württemberg, ist eine Sammlung von Materialien und Handreichungen für die Medienerziehung in der Schule. Schwerpunkt sind praxisorientierte Unterrichtseinheiten, die an den geltenden Bildungsplänen orientiert sind. Die einzelnen Hefte wurden von Lehrerinnen und Lehrern sowie Moderatorinnen und Moderatoren des Projekts „Neue Medien und Medienerziehung“ im Rahmen der Medienoffensive Schule des Kultusministeriums Baden-Württemberg erarbeitet. Dieses Projekt soll dazu beitragen, die Medienerziehung und die Medienbildung an Schulen zu unterstützen und entsprechend den aktuellen Anforderungen, insbesondere angesichts der Bedeutung der neuen digitalen Medien, weiterzuentwickeln. Durchgeführt wird das Projekt im Auftrag des Kultusministeriums von den Landesbildstellen Baden und Württemberg und vom Landesinstitut für Erziehung und Unterricht (Abteilung II „Allgemein bildende Schulen“ und Abteilung III „Berufliche Schulen“).
Die zunehmende Bedeutung der Medien in Schule und Gesellschaft macht Medienkompetenz zu einer Schlüsselqualifikation und erfordert eine grundlegende Medienbildung. Ziel ist die Fähigkeit zu einem sachgerechten, selbstbestimmten, sozial verantwortlichen und kreativen Umgang mit den neuen und alten Medien.
Inhalt
Einleitung: Das Radio im Zeitalter des Internets 5
1 Radioarbeit und Medienkompetenz 7
1.1 Computer und Multimedia 8
1.2 Produkt- und Prozessorientierung – beides ist wichtig 8
1.3 Kompetenzerfahrung und Spaß – oder Lernerfolg fast ohne Stress 9
1.4 Medienkompetenz konkret 10
1.5 Anmerkungen zur Didaktik und zur Unterrichtsorganisation 11
2 Was Sie immer brauchen können 12
Arbeitshilfe 1: Bevor Sie anfangen – Organisatorische Überlegungen 14
Arbeitshilfe 2: Schritt für Schritt zur Produktion 16
Arbeitshilfe 3: Kleine Radiogeschichte 18
Arbeitshilfe 4: Thema Hör-Erziehung 20
Arbeitshilfe 5: Anregungen für Hör„spiele“ 22
Arbeitshilfe 6: Recherche/Informationsbeschaffung 24
Arbeitshilfe 7: Die Nachricht 26
Arbeitshilfe 8: Das Interview 28
Arbeitshilfe 9: Die Umfrage 30
Arbeitshilfe 10: Weitere Sendeformen 31
Arbeitshilfe 11: Musik im Radio 33
Arbeitshilfe 12: Zur Moderation 34
Arbeitshilfe 13: Das Magazin 35
Arbeitshilfe 14: Der Sende-„Kuchen“ 36
Arbeitshilfe 15: Fürs Hören schreiben 37
Arbeitshilfe 16: Hinweise zu Technik und Software 38
Arbeitshilfe 17: Arbeiten mit „Cool Edit Pro“ (Kurzbeschreibung) 42
Arbeitshilfe18:
Arbeiten mit
„CUTmaster“ (Kurzbeschreibung) 45
Arbeitshilfe 19: Wie kommt der Sound ins Internet? 49
Arbeitshilfe 20: Real Audio und MP3 54
Arbeitshilfe 21: Kleine Literaturliste 56
3 Berichte aus der Praxis 59
3.1 Licht und Dunkelheit (verschiedene Klassen, Grund- und Hauptschule) 59
3.2 Erwachsen werden (7. /8. Klasse, Realschule) 64
3.3 Thema Heimat (verschiedene Klassen, Realschule) 77
3.4 Radiojournalismus 87
3.5 „Radio Planet“ – Radio-AG 93
4 Nützliche Adressen 99
5 Bildungsplanbezüge 101
Was macht das Alltagsmedium Radio in Zeiten des Internets? Es entwickelt sich hin zu einem Multimedium, in dem Texte, Töne und Bilder miteinander verknüpft werden. An dem Medium Radio wird exemplarisch die Spanne der Medienentwicklung, der Medieninhalte, der Medienpolitik und der Medienpädagogik deutlich. Konkret gesagt: Diese Spanne liegt zwischen dem Kassettenrekorder, wie wir ihn alle noch kennen, und der Internet-Radiostation, die ihre akustischen Beiträge mit Bildern, Grafiken und Texten versieht.
Die schöne neue digitale Welt stellt zunächst einmal mehr und schneller Informationen aller Art zur Verfügung. In einem Gerät – dem Computer – sind eigentlich viele Geräte enthalten, er macht Bilder, Töne, Texte gleichzeitig verfügbar. Im Internet verschwimmt die Grenze zwischen Sender und Empfänger, zwischen Produzent und Konsument. Auf tausenden von „Kanälen“ bietet sich dem Nutzer ein Ozean von Möglichkeiten.
Das vorliegende Heft versucht nun, in diesem „Ozean“ Lehrerinnen und Lehrern sowie Schülerinnen und Schülern sozusagen den „Freischwimmer“ zu ermöglichen. Es gilt ja inzwischen als Binsenwahrheit, dass für das spätere Berufsleben der Schülerinnen und Schüler Medien- und Kommunikationskompetenz eine Schlüsselqualifikation darstellt.
Die Schule hat die Aufgabe, diese Qualifikation zu entwickeln und zu fördern, z.B. in Bezug auf die Medienerfahrung und Mediennutzung der Kinder und Jugendlichen, in Bezug auf kreative Medienproduktion oder in Bezug auf die neuen Kommunikationswege durch neue Medien.
Vor diesem Hintergrund entstand das Projekt „Computer und Radio in der Schule“ (CUR) bei der Landesbildstelle Württemberg (Stuttgart). Hauptziel des Projekts war es, die beiden Medien Computer und Radio verstärkt im Unterricht zu nutzen und zu behandeln.
Während der zwei Projektjahre wurden bildungsplanbezogene Unterrichtsbausteine für verschiedene Schularten und Fächer sowie für den außerschulischen AG-Bereich entwickelt und erprobt.
Gleichzeitig entstand ein Konzept für die Lehrerfortbildung, das eine Mischung aus zentralen und dezentralen Angeboten enthielt. „CUR“ hat alle Schularten und verschiedene Altersstufen berücksichtigt.
„CUR“ verstand sich darüber hinaus als Plattform für den Austausch der projektbeteiligten Lehrerinnen und Lehrer. Die Gelegenheit mit öffentlich-rechtlichen, privaten und nichtkommerziellen Radiosendern und Einrichtungen der außerschulischen Kinder- und Jugendarbeit in Kontakt zu kommen (Stichwort Vernetzung) rundeten die Projektinhalte ab.
Immer mehr Menschen hören Radio – und das zunehmend länger. Laut Media Analyse (1999)1 hat sich die Hördauer in den vergangenen zehn Jahren im Schnitt um 25 Minuten auf heute 179 Minuten pro Tag gesteigert. Im Schnitt schalten 82,2 Prozent der Menschen in Deutschland täglich das Radio ein. Mittlerweile sind rund 180 private Radiosender in Deutschland im Äther. Hinzu kommen etwa 60 Programme der öffentlich-rechtlichen Anstalten.
Das Radio ist ein Gewohnheitsmedium, das bei jedem von uns täglich nebenbei läuft, mit seinem jeweiligen Musikprogramm unsere Stimmung hebt und uns durch aktuelle Informationen am Geschehen teilnehmen lässt. Obwohl schon 75 Jahre alt, ist das Medium Radio bei Schülerinnen und Schülern „in“, wenn es altersgerecht gemacht ist. Untersuchungen zeigen, dass Jugendliche einen Großteil ihrer allgemeinpolitischen Information aus dem Radio beziehen.2
Nimmt man CD-Player, Walkman, Kassettenrekorder zum Radio hinzu, gehören die Hörmedien insgesamt bei Kindern und Jugendlichen neben dem Fernsehen zu den Leitmedien. Die am häufigsten ausgeübte mediale Freizeittätigkeit ist bei der Gesamtheit der Jugendlichen Fernsehen (95%), dicht gefolgt von CDs oder Musikkassetten (94%) und Radio hören (85%).3
Die leichte Handhabbarkeit der Hörmedien machen sie zu einem idealen Medium für Schule und Unterricht, und zwar in allen Altersstufen. Hip-Hop, Rock und Pop eigenen sich beispielsweise gut zu einer Betrachtung der gängigen Radioprogramme oder des Weges eines Titels zum Erfolg. Mit Mikrofon und Aufnahmegerät erschließen sich die journalistischen Formen im Radio ebenso wie personale Kompetenzen der Interview- und Gesprächsführung.
In allen hier beschriebenen Unterrichtsvorhaben gehörte der Computer, vor allem als Produktionseinheit (Schnitt, Mischen), bereits zur selbstverständlichen Grundausstattung. Am Ende des Schuljahrs kümmerten sich auch mehr und mehr Schulen um die Präsentation der Schülerproduktionen im Internet.
Das Projekt „Computer und Radio in der Schule“ (CUR) hat die Kooperation mit öffentlich-rechtlichen, privaten und freien Radiosendern in die Wege geleitet. Zahlreiche Sender in Baden-Württemberg sind für Schülerproduktionen aufgeschlossen. Durch die Kooperation mit „DASDING“, dem Multimedia-Projekt des SWR, lernten die Schülerinnen und Schüler die modernste Form des Radios – das Internetradio – kennen. Mitarbeiter von „DASDING“ kamen an die Schulen und erarbeiteten gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern Beiträge für das laufende Programm.
Medien aller Art gehören ganz selbstverständlich zum Alltag von Kindern und Jugendlichen, sie machen einen Großteil von Kindheit und Jugend aus, sie bieten Unterhaltung, Lebenshilfe und vielfältige Identifikationsangebote. Viele Medien (v. a. Fernsehen und Radio) werden lediglich konsumiert, ja sie leben gerade davon, dass die Konsumenten das Angebot weitgehend passiv entgegennehmen.
Die Tricks und Geheimnisse der Macher, die Blicke hinter die Kulissen, die Manipulation an Worten, Tönen, Bildern, all dies bleibt Kindern und Jugendlichen verborgen, solange sie die Praxis nicht kennen lernen. „Learning by doing“ mit dazugehörigen Reflexionen heißt das Zauberwort auf dem Weg der Erkenntnis.
Durch eigene Versuche lassen sich Schwierigkeiten, Komplexität sowie technische Möglichkeiten bei der Produktion von z. B. Hörspielen, Comedy-Stücken oder Berichten besser einschätzen und durchschauen. Bei der aktiven Medienarbeit werden Themen und Wirklichkeitsbereiche z. B. aus den Bildungsplänen auf eine andere Weise – und wie ich meine meist intensiver – zugänglich gemacht.
Neu ist daran häufig, dass ein Bereich aus dem Alltags- und Freizeitleben der Kinder und Jugendlichen – die Medien – aktiv einbezogen wird. Dabei fließen authentische Erfahrungen der Kinder und Jugendlichen ein und können – z.B. was die Hör- und Sehgewohnheiten angeht – weiterentwickelt werden.
Computer und multimediale Anwendungen (Internet, CD-ROM) erweitern die Möglichkeiten der aktiven Medienarbeit in der Schule. So kann eine Schülerproduktion nicht nur auf Kassette, sondern via CD-Brenner auf CD gebrannt werden. Die Töne können durch Texte, Grafiken und Bilder in Präsentationen (z.B. PowerPoint) oder im Internet ergänzt und so zur multimedialen Dokumentation werden. Die nötigen Computerprogramme zur Soundbearbeitung und zur Einbindung auf der Homepage sind inzwischen kostenlos im Internet oder doch zu erschwinglichen Preisen zu haben.
Die Computerbegeisterung sollte allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass die sorgfältige Aufnahme, ein schlüssiges Konzept, gelungene Interview-Fragen, stimmige Geräusche und/oder Musik auch durch den leistungsstärksten Computer nicht zu ersetzen sind. Er ist und bleibt ein Werkzeug, das vielfältige neue Möglichkeiten bereithält, aber gerade in dieser Vielgestaltigkeit auch selbst erkundet und beherrscht sein will.
Bei den Projekten der Landesbildstelle Württemberg im Rahmen von CUR ging es meist darum, konkrete Produktionen zu erarbeiten. Das Ziel hieß immer „Sendung“, sei es in der Schule, sei es in einem Radiosender oder als Soundfile auf der Homepage. Unsere Erfahrungen mit diesen Vorgaben sind durchweg positiv. Ja mehr noch, Kinder und Jugendliche schätzen es sehr, wenn ihre Produktionen nicht als „Spielwiese“ belächelt werden, sondern als echte Beiträge in ein Programm einfließen.
Kinder und Jugendliche haben das Bedürfnis nach Rückmeldung (Resonanz und Reaktion) auf ihr Handeln.4 Diese Erkenntnis aus der offenen Jugendarbeit lässt sich im Hinblick auf aktive Medienarbeit auf die Schule übertragen. Die Produktorientierung erhöht während der Arbeit die Motivation und danach den Stolz auf das eigene Durchhaltevermögen, das Organisationstalent, den Sprachwitz, den Mut zum Fragenstellen oder zum Sprechen vor dem Mikrofon – kurz auf das eigene Produkt. Das Lernerlebnis selbst mit all seinen Höhen und Tiefen wird als positiv bewertet.
Akzeptiert wird das Produkt dann am besten, wenn es mit guter Technik gemacht ist und bestimmte Qualitätsanforderungen erfüllt. Kinder und Jugendliche sind eine bestimmte Qualität aus dem Radio gewohnt und wollen ihr möglichst nahe kommen. Deshalb haben wir bei CUR auf gute Technik geachtet. Der schönste und anspruchsvollste Inhalt nutzt nichts, wenn er akustisch nicht verständlich ist.
Bei der aktiven Medienarbeit besteht die Chance, dass Kinder und Jugendliche pädagogisch initiierte Kompetenzerfahrungen auf unterschiedlichsten Feldern sammeln: Gruppenarbeit, Textverständnis (Informationen filtern), Gesprächsführung, Themenfindung, Sprachgewandtheit, persönliches Auftreten, Fantasie (Geschichten erfinden, Beiträge konzipieren), Handhabung der Technik etc. Wichtig erscheint mir in diesem Zusammenhang, dass nicht nur derjenige „gut ist“, der gut vor dem Mikrofon sprechen kann, sondern die Aufgaben bei einer Produktion sind so unterschiedlich und vielfältig, dass jede und jeder etwas zum Gelingen beitragen kann. Während bei einigen Schülerinnen und Schülern bestehende Kenntnisse und Fertigkeiten weiterentwickelt werden, entdeckt ein anderer seine Fähigkeiten erst.
Die Arbeit mit Aufnahmegerät (Kassette oder Minidisc – analog oder digital spielt dabei eine untergeordnete Rolle) und später mit dem Computer macht den Beteiligten in der Regel so viel Spaß, dass sie aus eigenem Antrieb und mit viel Lust bei der Sache sind. Sie scheuen dann auch die Anstrengung nicht, die ein Interview, ein Hörspiel oder der Computerschnitt eben mit sich bringen.
Die aktive Radioarbeit im Unterricht ermöglicht übrigens auch die Überprüfung der Lernerfolge Einzelner am Ende einer Einheit. In verschiedenen Einzelprojekten gab es damit wertvolle Erfahrungen.
Der wichtigste Aspekt bei der aktiven Medienarbeit ist der Rollenwechsel der Schülerinnen und Schüler von reinen Konsumenten zu Produzenten. Die Schülerinnen und Schüler lernen dabei in der Regel genauer hinzusehen und vor allem hinzuhören: Radio, Musik, Hörspielkassette werden schon während der Radioarbeit, aber vor allem auch später kritischer und bewusster gehört als zuvor („das war aber ein schlechter Schnitt“, „der hat ja genuschelt“, „der hatte ja keine Ahnung vom Thema“, „da hätte das und das Geräusch viel besser gepasst“ oder „das klingt ja nicht echt“ sind dafür typische Kommentare).
Nach einem Radioprojekt ist der Wissens- und Erfahrungsschatz aller Beteiligten größer als zuvor. Das betrifft sowohl das Wissen über
das täglich gehörte Medium Radio als auch
das Wissen über journalistische Formen,
über die
Technik, die zur Produktion nötig ist,
sowie über
konkrete Themen, die man miteinander erarbeitet hat.
Schülerinnen und Schüler lernen Aufnahmegeräte und Computerprogramme (Schnitt und Produktion) kennen und handhaben.
Sie erschließen sich das Internet als Recherche-, Kommunikations- und Präsentationsmedium.
Sprache wird als eine frei gestaltbare Ausdrucksform erfahren und der experimentelle Umgang mit Sprache rückt ins Blickfeld.
Geeignete Interview- und Fragetechniken werden erprobt.
Informationsbeschaffung (Bibliothek, Internet etc.), Informationsbewertung und -auswahl werden geübt.
Sie erlernen das Erstellen themengebundener fiktionaler Dialoge (Hörspiel).
Schlüsselqualifikationen wie Teamarbeit, Erkennen fächerübergreifender Zusammenhänge und Transferleistungen werden gefördert.

In vielen Fällen haben die an CUR beteiligten Lehrerinnen und Lehrer Unterrichtsformen gewählt, die fächerverbindend, klassen- und zum Teil schulübergreifend angelegt waren. Es erwies sich als sinnvoll, verschiedene Fächer für eine gewisse Zeit zu Zeitblöcken zusammenzufassen. So konnte die aktive Radioarbeit unabhängig vom 45-Minuten-Takt und zusammenhängend konzipiert werden. Die Schülerinnen und Schüler konnten so „dran“ bleiben und Arbeitsschritte und Produktionen abschließen. In allen Fällen erwies sich die Gruppenarbeit als sinnvoll.
Die Projekte verliefen jeweils dort am befriedigendsten für alle Beteiligten, wo sich mehrere Lehrerinnen und Lehrer zu Betreuungsteams zusammenfanden. Je größer die Akzeptanz durch die Schulleitung, umso reibungsloser ließen sich Unterrichtsvorhaben umsetzen.
In einigen Projekten förderten die Lehrerinnen und Lehrer ganz bewusst ein Schüler-Mentoren-System. Schülerinnen und Schüler, die besonders gut mit Computer, Schnittprogramm und Internet umgehen konnten, gaben ihre Kenntnisse und Fertigkeiten an Klassenkameradinnen und Klassenkameraden oder jüngere Schülerinnen und Schüler weiter. Auf diese Weise entstand an einigen Schulen ein Lehr- und Lernprozess, bei dem die Lehrenden weniger als Wissensvermittler, sondern eher als Moderatoren von weiteren Lernprozessen aktiv wurden.
Wir Erwachsenen erlebten häufig zum ersten Mal eine Situation, in der Jugendliche mehr Wissen über eine Sache mitbringen – nämlich Computer und Netze – als wir selbst. Die viele freie Zeit, die manche Schülerinnen und Schüler zu Hause oder bei Freunden klickend vor den vorhandenen Rechnern verbringen, verschafft ihnen mitunter einen großen Wissensvorsprung.
Radioprojekte erfordern keine großartigen technischen Kenntnisse. Fast jede Lehrerin und jeder Lehrer kann sich binnen kurzer Zeit einarbeiten. Der springende Punkt bei der Arbeit mit auditiven Medien ist jedoch, dass man umdenken muss: Wir sind es gewohnt in Bildern zu denken und verlassen uns häufig auf unsere visuelle Wahrnehmung. Unbewusst werden aber ganz viele Informationen über akustische Signale erfasst und in unser Reaktionsverhalten eingebaut. Ungewohnte Lärmquellen signalisieren uns Gefahr, sanfte Hintergrundmusik beruhigt uns. Es gibt viele Möglichkeiten Informationen und auch Gefühle akustisch zu vermitteln. Die „Sprache“ der auditiven Medien ist seit der Erfindung des Radios immer weiter ausgebaut worden, akustische Experimente und Hörspiele zeugen von ihrer Differenziertheit. Hier spielen die Stimmen, die Akustik im Hintergrund und die Geräusche eine große Rolle. Aber auch in journalistischen, sprachlastigen Bereichen gibt es beachtenswerte Grundregeln. In den folgenden Kapiteln werden einige dieser Regeln näher erläutert, damit Lehrerinnen und Lehrer sowie Schülerinnen und Schüler grundlegende radiofone Fertigkeiten erwerben können. Allmählich wird sich dann akustisches Denken bereits im Vorfeld einstellen, was die Planung und Umsetzung von Projekten auf Dauer sehr erleichtert. Am Ende steht dann meist die Erkenntnis, dass es nur wenige Regeln gibt und man sich beim Anhören vor allem auf das Gefühl verlassen sollte.
Konkrete Arbeitshilfen bieten die nun folgenden Erläuterungen an, weil sie für fast jedes Radioprojekt brauchbar sind. Sie umfassen Überlegungen und Informationen zu folgenden Bereichen:
Organisation
Rundfunkgeschichte
Radiofone Formen
Für das Hören schreiben
Technische Ausstattung (Hard- und Software)
Softwareprogrammbeschreibungen
Literatur zum Thema Radio

Alle Projekte an Schulen sind an bestimmte Voraussetzungen gebunden. Folgende Überlegungen können Ihnen dabei helfen das Niveau und den zeitlichen Umfang besser einschätzen zu können.
Gibt es an der Schule eine Arbeitsgruppe „Medienerziehung“, die mich/uns unterstützen könnte?
Gibt es an der Schule konzeptionelle Überlegungen zum fächerverbindenden Unterricht?
Gibt es Kolleginnen und Kollegen, die bei einem Radio/Audio-Projekt mitmachen könnten?
Gibt es einen Bildungsplanbezug zu dem ins Auge gefassten Thema?
Eignung für den Einsatz des Radios und/oder des Computers im Unterricht?
Wie viel Zeit kann ich zur Verfügung stellen?
Für die komplette Produktion eines Radiobeitrags sollten Sie folgende Arbeitsschritte berücksichtigen:
Themenfindung
Kennenlernen oder In-Erinnerung-Rufen der (Aufnahme-)Technik
Recherche
Sprechen vor dem Mikrofon
Interviews, Umfragen, Hörspiel proben und aufnehmen
Bewertung und Auswahl des Materials
Texte schreiben
Schnitt der O-Töne
Moderation
Produktion
Gibt es zusätzliche Räume für mögliche Gruppenarbeit?
Welche technischen Geräte sind benutzbar?
Wann steht wie lange der Computerraum zur Verfügung (für Recherche, Texte schreiben, evtl. e-mailen etc.)?
Wann können wir wo produzieren (Technik)?
Gibt es Beratungs- und Betreuungsmöglichkeiten für Schülerinnen und Schüler auch außerhalb der Unterrichtszeit?
Welche Möglichkeiten zur Herstellung von (Schul-)Öffentlichkeit für Medienprodukte der Schülerinnen und Schüler gibt es? Kontakte zu Zeitungen, Radios etc. sollten gezielt aufgebaut und gepflegt werden.
Einführung: Was ist ein Interview? Was ist eine Umfrage (Fragetechnik – offene und geschlossene Fragen)?
Erklärung der Aufnahmetechnik (alle Funktionen, Batterie-Check, neue Kassetten, gute Aussteuerung ist das Allerwichtigste, misslungene Aufnahmen müssen wiederholt werden)
Kurze gegenseitige Interviews zum Ausprobieren der Technik, des Mikrofonhaltens
Suche nach einem geeigneten Thema und Austausch über radiofone Umsetzungsmöglichkeiten
Gruppen überlegen z. B. Interviewfragen (mindestens fünf Fragen) wie zum Thema Schule (Lehrerinnen und Lehrer stellen sich im Rollenspiel als Interviewpartner zur Verfügung) oder für einzelne Szenen. Gleiches Vorgehen bei der Umfrage: Frage überlegen, innerhalb der Schule zur Übung eine Umfrage machen, Aufgaben während der Aufnahmen aufteilen.
Gruppen sollen intern Aufgaben verteilen: Wer spricht, wer macht die Technik, wer ist für die Geräusche zuständig? Wer stellt z. B. die Fragen, wer achtet auf die Aussteuerung, evtl. während des Interviews Wechsel der Aufgaben.
Aufnahmen machen: z. B. Interviews und Umfrage(n) draußen aufnehmen (evtl. als Hausaufgabe)
Kleingruppen hören ihre Ergebnisse ab und wählen anhand des Zählwerks (aufschreiben!) genau aus, was von dem Material gut ist und verwendet werden soll.
Einleitende Texte (Anmoderationen) in Kleingruppen überlegen. Zum Beispiel: „Wir sind Schülerinnen und Schüler der ... Schule und sitzen auf dem Trockenen, weil es in der Pause bei uns keine Milch zu kaufen gibt. Einige Erwachsene sagen, es gäbe nicht genügend Abnehmer dafür. Wir haben Schülerinnen und Schüler befragt, was sie von Schulmilch halten würden.“ Oder ... „wir haben den Rektor/den Bäcker/eine Ärztin zum Thema interviewt“.
Die folgenden Arbeitsschritte hängen stark davon ab, wie viele Multimediacomputer an der Schule vorhanden sind. In der Regel sind es einige wenige interessierte Schüler, die die Aufgabe übernehmen stundenlang Daten zu überspielen und zu „schneiden“. Diese Arbeit erfordert große Ausdauer und Konzentration. Im normalen Unterricht kann das kaum geleistet werden. Aus diesem Grund hat es sich bewährt einige „Nachmittagsschichten“ einzulegen. Jedoch sollten alle einmal die Möglichkeit haben einen „Schnitt“ auszuprobieren, denn nur so können Manipulationstechniken erfahren werden. Wenn noch Musik und Geräusche dazugespielt werden sollen, muss man weitere drei Unterrichtsstunden dazurechnen.
Ergebnisse anhören und Erfahrungen austauschen
Sendung vorbereiten und senden
Daraus ergibt sich, dass man mindestens mit 10 Unterrichtsstunden rechnen sollte.
Bereits vor dem Ersten Weltkrieg gab es die technischen Voraussetzungen für den Rundfunk, die „drahtlose Telephonie“. 1913 begann die Firma Telefunken in New York mit ersten Versuchssendungen. In Deutschland verbreitete die Hauptfunkstelle Königswusterhausen den täglichen Heeresbericht (Kriegsnachrichtendienst). Bereits zu diesem Zeitpunkt arbeitete als eine Art Nachrichtenagentur das „Wolff’sche Telegrafen-Bureau“ (WTB) Berlin.
Ab 1920 gab es den „Eildienst für amtliche und private Handelsnachrichten“, der die Kurse von den Börsen an die Postämter telegrafierte.1922 beantragten die größten deutschen Firmen der Funkindustrie (Telefunken, Lorenz) eine Konzession für Rundfunksender in mehreren Städten. Sie versprachen sich vor allem ein Geschäft durch den Verkauf von Empfangsgeräten.
Der 29. 10. 1923 gilt allgemein als Geburtsstunde des regelmäßigen Radiobetriebes in Deutschland. Um 20 Uhr begann die Schallplattenfirma Vox in Berlin mit ihrem Unterhaltungsrundfunk. Gesendet wurde vorwiegend klassische Musik, kaum Informationen. Angeboten wurden auch schon früh Kindersendungen mit speziellen Kinderliedern oder sonntägliche religiöse Morgenfeiern. 1924 gab es in Deutschland 10 000 angemeldete Geräte (die Gebühr betrug 2 Mark/Monat), 1928 waren es 2 Mio. und 1932 4 Mio. Empfangsgeräte.
Rundfunk war damals noch ein Medium, zu dem man sich ganz bewusst hinbegeben musste, es war ein Kopfhörer nötig. Auch lange Zeit später versammelten sich die Familien oder kleinere Gruppen um den Apparat, Radio war noch kein „Nebenbei-Medium“. Es richtete sich von Anfang an alle, auch wer nicht lesen konnte, konnte an diesem Medium Anteil haben.
Nach und nach verbesserten sich die technischen Möglichkeiten. So berichtete etwa Alfred Braun (späterer Intendant des SFB) zum Jahreswechsel 1924/25 erstmals live von der Straße. Technische Probleme forderten eine Dezentralisierung der Rundfunklandschaft. Zahlreiche regionale Unternehmen wurden gegründet, etwa die „Süddeutsche Rundfunk AG“ (SÜRAG) in Stuttgart. Das Postministerium behielt aber jeweils 51 Prozent der Anteile und sicherte sich damit den staatlichen Einfluss.
Ende der 20er Jahre wurde das Radio mehr und mehr politisiert. Fast alle großen Schriftsteller (Brecht, Benjamin, Tucholsky etc.) nutzten das neue Medium für aufklärerische Zwecke. Brecht entwickelte eine Radiotheorie, die das Radio bereits als Kommunikationsinstrument zwischen Empfänger und Sender propagierte. Sein Stück zum Lindbergh-Flug über den Ozean (1929 live aus Baden-Baden) hat Radiogeschichte geschrieben. (Ähnlich wie das Hörspiel von Orson Welles in den USA, in dem 1938 von einer angeblichen Invasion vom Mars berichtet wurde und das eine Massenhysterie auslöste.)
Bereits am 20. 10. 1932 wurde Joseph Goebbels zum Vorsitzenden des „Reichsverbandes deutscher Rundfunkteilnehmer“ gewählt. Er schaltete nach dem 30. 1. 1933 sämtliche Sendegesellschaften gleich, was bedeutete, dass politisch Andersdenkende mindestens entlassen, viele auch ins KZ gebracht wurden. Mit niedrigen Preisen für die Empfangsgeräte – der Volksempfänger VE 301 kostete nur 76 RM, der Deutsche Kleinempfänger DKE gar nur 35 RM – sorgten die Nazis für die massenweise Verbreitung des Mediums. Der Rundfunk war bis 1945 ein reines Propagandainstrument, das im Krieg die Aufgabe hatte den Durchhaltewillen der Deutschen zu stärken. „Feindsender“ zu hören war verboten. Die BBC wurde dennoch viel gehört. Sie hatte ein bemerkenswertes Mittel der Hörerbindung: Die Namen von deutschen Soldaten, die unverwundet in die Hände der Alliierten gefallen waren, wurden immer mal wieder, aber nie zur gleichen Zeit, ins Programm gestreut.
Am 4. 5. 1945 meldete sich zum ersten Mal „Radio Hamburg“ als Sender der britischen Militärregierung. Auch in Köln, Bad Nauheim, München, Bremen, Stuttgart, Koblenz und Berlin wurde noch 1945 der Sendebetrieb unter alliierter Führung wieder aufgenommen. In der französischen Zone gab es erst ab 1946 aus Baden-Baden und Saarbrücken wieder Radio.
Die Alliierten sorgten für eine dezentralisierte Rundfunklandschaft in Westdeutschland, die öffentlich kontrolliert war: Bis in die 80er Jahre gab es ausschließlich öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Erst dann wurden auf Länderebene die ersten privatkommerziellen Hörfunk-Anbieter zugelassen. Seit dieser Zeit gibt es in einigen Ländern auch so genannte „Offene Kanäle“, sprich Bürgerfunk. Das sind nichtkommerzielle Sender, die es sich zum Ziel gesetzt haben, auch Laien das Radiomachen zu ermöglichen. In Baden-Württemberg gibt es seit Anfang der 90er Jahre diese nichtkommerziellen Sender.
(Genaueres siehe Literaturliste)
Hörerziehung oder der spielerische Umgang mit dem Hörsinn kann ein wichtiger Bestandteil im Unterricht sein. Dabei sind verschiedene Ziele denkbar:
Das Einüben
einer positiven Gesprächskultur, Stichwort: Zuhören.
Anregungen
geben zum differenzierten Hören.
Umgang mit Hörtexten
einüben.
Das Hören ist für viele Lernbereiche wichtig:
für das Erstlesen
für den mündlichen Sprachgebrauch
für die Informationsaufnahme
für die Rechtschreibung
für die Orientierung im (akustischen) Alltag
für die Musikerziehung
Insbesondere im Fach Deutsch ist Hörerziehung ein ausgewiesenes Lernfeld. Neben Sprechen, Lesen, Schreiben ist Hören (Zuhören) eine der Grundfähigkeiten, die der Deutschunterricht fördern soll.
Folgende allgemeine Fähigkeiten sollen laut Wolfgang Neubauer durch Hörerziehung trainiert werden:
Aufnahmefähigkeit: Schulung der auditiven Wahrnehmung durch Aufgaben, die bewusstes, intensives, konzentriertes Hören fordern
Strukturfähigkeit: Schulung des Differenzierungsvermögens durch auditive Diskrimination (= Unterscheidung)
Interpretationsfähigkeit: Schulung der Sinnentnahme aus akustisch übermittelter verbaler und nonverbaler Information
Handlungsfähigkeit: Individuelles und kooperatives Entdecken der Manipulationsmöglichkeiten von Klangphänomenen durch Experimentieren und Produzieren
(W. Neubauer: Medienerziehung in der Grundschule, Köln 1980, S. 64)

Bilderbuch als Hörspiel vertonen
Eigenes Hörspiel schreiben und produzieren
Geräuschespiele: Memory, Bingo
Physikalische Experimente mit dem Schall
Literarische Vorlage (Drama oder Prosa) als Hörspiel
Klang-Collagen
Im Folgenden wird ein „Hör-Vormittag“ in einer zweiten Grundschulklasse skizziert.
Die Klasse beschäftigt sich an diesem Tag von 8.25 Uhr bis 12.30 Uhr mit dem Thema „Hören“.
Geschichte vorlesen, Sprechen über den Text und darüber, was die Kinder gerne hören
Stille Post – ein Spiel zum genauen Hinhören
Horch-Übung: Alle stehen ganz still vor ihrem Stuhl und horchen, jedes Kind, das drei Geräusche gehört hat, darf sich wieder setzen.
Sprechen über die Geräusche, die uns umgeben
Rätsel: Wann hört man mit Fingern im Ohr besser?
Kind A bekommt eine 1 Meter lange Schnur, in deren Mitte zwei Gegenstände im Abstand von 15 Zentimetern gebunden werden, in die Hand. Kind B schlägt mit einem Klöppel gegen die Gegenstände. Im Unterschied dazu: Kind A wickelt sich die Schnurenden um die Finger, steckt diese in die Ohren und beugt sich vor, damit die Gegenstände nicht aufliegen. Wenn jetzt Kind B daran schlägt, ist der Ton viel lauter für Kind A vernehmbar. Warum? Faden und Finger übertragen die Schallwellen ins Ohr. (vgl.: J. Boberg, Hg.: Schall und Rauch, Berlin 1997, S. 44)
Eine größere Gruppe spielt Geräusche-Bingo: Alle Beteiligten erhalten je ein Bild, wenn ein Kind zu seinem Bild das passende Geräusch hört, ruft es „Bingo“.
Zweimal drei Kinder spielen Geräusche-Memory: Zwei gleiche Geräusche am Ton erkennen (man kann beispielsweise schwarze Filmdosen mit unterschiedlichen Materialien füllen – Reis, Sand, Mehl, Nägel etc. – und die Kinder müssen am Klang die beiden Dosen mit dem gleichen Inhalt herausfinden.
Erklären des Aufnahmegerätes (siehe Hinweise zu Technik und Software)
Aufgaben auf Zettel schreiben (5 bis 10 Geräusche pro Gruppe aufnehmen):
Körpergeräusche
Geräusche im Klassenzimmer/im Sekretariat/im Lehrerzimmer
Geräusche im Hof
Geräusche im Schulgebäude
Stimmen (Tiere, Menschen)
Geräusche anhören und raten lassen.
An Kleingruppen Kassetten mit Geschichtenanfängen verteilen.
Aufgabe: Erzählt die Geschichte zu Ende, z.B. indem ihr immer reihum einen weiteren Satz hinzufügt.
Denkt euch passende Geräusche zu eurer Geschichte aus.
Wenn mehr Zeit zur Verfügung steht, kann man die Geschichten mit den Kindern am Computer produzieren und ihnen dabei das Schnittprogramm erklären.
Es gibt praktisch kein Thema, das nicht in irgendeiner Form schon einmal behandelt worden ist. Man bedient sich zunächst aus dem Informationspool, der schon vorhanden ist. Radiomachen heißt auch: Recherchieren, nachlesen, nachfragen, telefonieren und sammeln. Der Redakteur bzw. die Redakteurin sollte sich eine solide Kenntnis über das Thema verschaffen.
das persönliche Adressverzeichnis, Kollegen, Freunde, Bekannte, Eltern, Lehrerinnen und Lehrer
Experten
die Telefonauskunft
Internet
CD-ROMs
Presse-Taschenbücher
Nachschlagewerke, Lexika, z. B. der Brockhaus
Der OECKL, Festland Verlag Bonn, Adress- und Telefonverzeichnis aller Bundes- und Länderbehörden sowie von vielen Vereinen und Organisationen
Agenturen
Archive
Behörden
Betroffene
Parteien, Initiativen, Organisationen, Vereine
Bibliotheken, Büchereien, Buchhandlungen
Pressestellen öffentlicher Einrichtungen
Zeitungen, Zeitschriften, Magazine
Universitäten, Hochschulen
sog. Informanten (dauert meist lange, bis man sie hat)
und natürlich: Pressekonferenzen
Jede Recherche bringt eine Fülle von Informationen, die nicht alle verwendet werden können. Deshalb muss man auswählen und Schwerpunkte setzen.
aktuell (Nachrichten sind Ware mit Verfallsdatum)
informativ
objektiv
korrekt
leicht verständlich
pünktlich (etwa immer zur vollen Stunde, wer zwei Minuten später einschaltet, hat das Wichtigste verpasst)
Korrespondentinnen und Korrespondenten, die direkt von den Radiosendern geschickt werden
Agenturen, d. h. Büros, die Mitarbeiter auf der ganzen Welt sitzen haben, welche regelmäßig berichten. Diese Berichte werden an Rundfunksender verkauft. Sie sind inzwischen alle auch im Internet zu finden, z. B.
dpa – Deutsche Presseagentur
ap – Associated Press
ddp – Deutscher Depeschendienst
rtr – Reuter
AFP – Agence France Presse
lsw – Landesdienst Südwest (von dpa)
sid – Sport Informationsdienst
epd – Evangelischer Pressedienst
kna – Katholische Nachrichtenagentur
Das Wichtigste zuerst – und das ist immer die Kernaussage. Es folgen weitere Informationen mit abnehmender Bedeutung.
Kurze Sätze (12 bis 15 Wörter)
Die 5 W-Fragen werden beantwortet: was, wer, wann, wo, warum
Als Kriterien dafür, ob etwas eine Nachricht wert ist, können die 3 Ns gelten:
Nähe – Nutzen – Neuigkeit
Nachrichten vermitteln Fakten, keine persönlichen Wertungen des Redakteurs bzw. der Redakteurin.
Das
Sendeinterview als journalistische Gestaltungsform:
hier geht’s
um Erläuterung von komplizierten Sachverhalten
um eine Person
um die Meinung des Interviewten, Wertung
Die wichtigsten Fragen vor dem Interview:
Warum führe ich dieses Interview – was soll der Hörer davon haben? (d. h. das Informationsziel festlegen)
Kann der mögliche Interviewpartner zum Thema wirklich etwas Erhellendes sagen, ist er/sie Experte?
Weiß ich genug über das Thema oder die Person, um gute Fragen stellen zu können, und wo könnte ich die nötige Information herbekommen?
Beim Interview zu beachten:
Stimmt die Gesprächsatmosphäre?
Hauptperson beim Interview ist der/die Befragte. Das Interview dient nicht der Selbstdarstellung des Reporters. Man sollte den Interviewpartner ernst nehmen, d. h. auch zuhören und evtl. bei einem interessanten Punkt nachhaken.
Das Interview besteht aus mindestens drei Fragen, sonst heißt es Monolog.
Immer nur eine Frage stellen, nicht mehrere gleichzeitig.
„Offene“ Fragen (Antwort bezieht sich auf das Wie und Warum) sind besser als „geschlossene“ Fragen (Antwort kann nur Ja oder Nein sein). Beispiel für gute Fragen: Warum sind Sie ...?, Wie kam es zu ...?, Was halten Sie von ...?, Wie sind Ihre nächsten Pläne, Ziele ...? etc.)
Keine Angst vor Pausen, der Interviewpartner sollte auch Zeit zum Nachdenken haben.
Vorname, Name und Funktion oder Beruf des Interviewpartners vorher nachfragen und auch nennen. Namen sind Nachrichten! Der Doktortitel gehört übrigens zum Namen.
Außerdem Technik beachten:
Platzierung der Mikrofone je nach Stimmumfang; hat man nur ein Mikrofon, die eigene Stimme nicht vergessen.
Reporterschlaufe machen: Kabel des Mikrofons in einer Schlinge halten, damit es keine „Wackler“ gibt.
Offene Frage
nötig, d. h. die Interviewten dürfen nicht nur mit „Ja“
oder „Nein“ antworten.
Beispiel: „Was halten
Sie von ...?“
Auf gleichmäßige Hintergrundgeräusche achten (nicht mal an einer belebten Straße, mal im ruhigen Park fragen).
Möglichst nicht nachhaken (siehe Grundprinzip), sonst kommt es zum Gespräch und das ist keine Umfrage mehr.
Den Angesprochenen zum Antworten Zeit lassen, nicht die Frage in eine Sprechpause hinein anders formulieren.
Eigene Kommentare und Geräusche (hm, hm) vermeiden.
Technik beachten: Platzierung der Mikrofone je nach Stimmumfang; hat man nur ein Mikrofon, die eigene Stimme nicht vergessen; Reporterschlaufe machen (Kabel des Mikrofons in einer Schlinge halten, damit es keine „Wackler“ gibt).
Antworten mischen:
Männer/Frauen
Jung/Alt
evtl. auch Pro/Contra
Die Schneidearbeit ist sehr wichtig – da bringt man die „Dramaturgie“ in die O(riginal)-Töne.

Er ist der „große Bruder“ der Nachricht.
Er informiert sachlich über alle 5 W-Fragen (inzwischen ist der wertende Bericht aber durchaus an der Tagesordnung).
Er ist aber länger als eine Nachricht (Hintergründe, Vorgeschichte).
Er sollte eigentlich mindestens zwei Seiten zu Wort kommen lassen, inzwischen verzichten viele Sender aber auf diese journalistische Tugend.
Auch hier ist eine klare Gliederung gefragt: das Wichtigste am Anfang, dann Weiteres mit abnehmender Wichtigkeit.
Er kann nur Autorentext, aber auch sog. Originaltöne (O-Töne) enthalten.
Aufbau dann:
Text – O-Ton – Text – O-Ton – Text ...
Die Fakten erzählt der Autor.
Die O-Töne bringen Neuigkeiten, Wertungen, Atmosphärisches (news and views).
berichtet über eine Person.
ist persönlicher, darf auch werten.
besteht zum Teil aus O-Tönen der porträtierten Person (manche öffentlich-rechtlichen Anstalten bestehen aber auch hier auf eine/n zweite/n O-Ton-Geber/in).
ist eigentlich eine längere, Hintergründe und Atmosphärisches verbindende Darstellungsform.
in der Realität inzwischen aber auch eine kurze „Geschichte“, die Journalistisches und Künstlerisches verbindet.
ist eine Sendeform, bei der neben den O-Tönen auch Geräusche und Musikuntermalung ins Spiel kommen.
Hörspiele sind Fantasiegebilde. Sie erzählen Geschichten von Dingen, die nicht unbedingt wahr und nicht unbedingt realistisch sein müssen. Dieses Medium ist besonders geeignet, Figuren auftreten zu lassen, die durch Bücher und Filme schwer dargestellt werden können, ohne sie gleich festzulegen: Hexen, Monster, vermenschlichte Tiere usw. Da die Personen nicht sichtbar sind, kann man sich besonders gut hinter ihnen verstecken. Sie eignen sich besonders gut als Projektionsfläche für den Hörer, aber auch für den Macher. Verdrängte Fantasien können eher gedacht und unaussprechliche Dinge können dadurch eher gesagt werden. Dies gilt vor allem bei selbst erfundenen Geschichten. Hörspielproduktionen verlangen keinen großen technischen Aufwand, aber ein gewisses Know-how, wie Unsichtbares zu einem inneren Bild geformt werden kann. Die Kenntnis von Elementen des Hörspiels, den verschiedenen Möglichkeiten Geräusche und Musik herzustellen und sinnvoll einzusetzen, dem Wissen um Stimme, Sprache und Atmosphäre, das alles verlangt Übung.
Bei Hörspielen kann eine ganze Palette von Realitätsveränderungen geprobt werden. Im Gegensatz zur Analyse von Nachrichten wird hier vorgeführt, dass beim Herstellen von Medien immer suggestiv gearbeitet wird.
Unter den Gründen, warum jemand Radio hört, steht einer ganz oben: die Leute wollen (gute) Musik hören. Die Sender richten ihre Musikauswahl deshalb nach den Vorlieben der Hörerinnen und Hörer, d. h. ihrer Zielgruppen. Als Grundprinzip kann gelten: junge Hörerinnen und Hörer – eher Hip-Hop, Techno, Rock, englisch, schnell; ältere Hörerinnen und Hörer – eher deutsch, Volksmusik, Oldies.
Der „Musikstil“ oder die „Musikrichtung“, die ein Radiosender spielt, ergibt die Musikfarbe. Man unterscheidet so genannte Musikformate. Am häufigsten findet man hierzulande das so genannte AC-Format (adult contemporary – zeitgemäßes Erwachsenenprogramm, was also alles heißen kann). Deswegen gibt es auch das englisch ausgerichtete AC-Format, das deutsche AC-Format usw. Meist werden Pop und Mainstream und viele Chart-Renner gespielt.
Bezeichnet die Anzahl der Titel, die im Programm läuft (manche Sender arbeiten z.B. nur mit 800 Titeln, die in regelmäßigen Abständen immer wiederholt werden). Die Rotation gibt aber auch die Häufigkeit an, mit der einzelne Titel gespielt werden. Bei der so genannten Power-Rotation kommt ein Titel einmal pro Stunde oder pro Sendung (2–3 Stunden). Die Kategorien, nach denen Rotationen angelegt werden, sind unterschiedlich. Möglich ist etwa die Auswahl nach den aktuellen Charts.
Die Sendelisten für die jeweiligen Sendungen werden inzwischen fast überall von Computern gemacht, die bestimmte Auswahlkriterien einprogrammiert haben. Meist kommt ein schneller Einstiegstitel, der Tempo macht und für gutes Feeling sorgen soll. Der nächste kann etwas langsamer sein. Bei zu vielen Balladen schläft die Hörerschaft allerdings ein, wird deshalb nicht gemacht, außer in Spezialsendungen. Geachtet wird außerdem auf Abwechslung bei männlichen und weiblichen Interpreten, Einzelsängern und Bands, englische-deutsche-französische-italienische Titel und anderes mehr.
Die beiden Wörter bezeichnen die Zeitspanne innerhalb eines Titels, bis der Sänger oder die Sängerin mit Singen anfängt. In dieser Zeit sind nur die Instrumente zu hören. Ein Titel mit 15 bis 30 Sekunden Intro eignet sich gut als „Showopener“ (erster Titel einer Sendung), weil man auf das Intro sein „Grüß-Gott-Sprüchlein“ sprechen kann.
Einleitung in eine Diskussionsrunde oder für einen Bericht, ein Interview etc.
Wie ein Programm beim Hörer ankommt, hängt auch sehr von der Moderation ab. Kein Bereich beim Radio ist so profilschaffend wie die Moderation (gilt auch fürs Fernsehen, z.B. bei Talk-Shows mit Arabella Kiesbauer oder Ulrich Wickert bei den Tagesthemen). Viele Sender suchen deshalb nach Identifikationsfiguren, die immer die gleiche Sendung moderieren (sog. „Anchorman/-woman“). Ansonsten gilt:
nur etwas sagen, wenn man etwas zu sagen hat
lieber kurz fassen, als lange reden
klare kurze Sätze
an den Hörer denken: versteht der, was ich sagen will?
Moderationen vorbereiten, Informationen zum Thema besorgen, Texte vorformulieren
Sendelaufpläne durchgehen und alles bereitlegen
in jede CD vorher reinhören, Berichte etc. ebenfalls vorher anhören; der Moderator bzw. die Moderatorin sollte wissen, wie sich das anhört, was als Nächstes kommt
normal bleiben: nicht schneller oder langsamer reden als sonst
möglichst nicht vom Blatt lesen
Im Radio sehr beliebt und oft gemacht: ein Sprachbaustein wird mit Musik unterlegt und mit Geräuschen „aufgepeppt“. Alles läuft auf einem „Musikteppich“, in manchen Sendern werden sogar die Nachrichten musikalisch unterlegt. Dabei gilt die Regel: niemals Titel, in denen gesungen wird, sondern nur Instrumentalstücke. Denn: Wenn jemand singt, stört das die Aufmerksamkeit für den gesprochenen Text. Wie „fett“ der Beat ist, mit dem die Ansage unterlegt wird, hängt vom Geschmack und vor allem vom Musikformat des Senders ab.
Der Begriff „Magazin“ stammt aus dem Arabischen (machazin = Vorratshaus). Im 18. Jahrhundert taucht er in England auf als Titel einer Zeitschrift. Dort wird er für periodische Publikationen gebraucht. In Deutschland wird er nach und nach für eine Vielzahl verschiedener Zeitschriften verwendet. Im späten 19. Jahrhundert verflacht der Inhalt der Magazine, Illustrationen gewinnen an Bedeutung. Schließlich wird der Begriff sogar für Pornografisches übernommen. Eine neue Bedeutung bekommt der Begriff Magazin erst durch die Nachrichtenmagazine im Radio.
1949 fährt Pat Weaver von NBC die erste Radiomagazinsendung „Monitor“. Motto: „Monitor is going places and doing things“. Zwölf Stunden Unterhaltung wurden live ausgestrahlt, durchsetzt mit Nachrichten und Tipps, ein Moderator leitete durch die Sendung.
In den 60er Jahren folgten deutsche Sender, allen voran RIAS mit Magazinsendungen. Mit einer Mischung aus Unterhaltung (Musik) und politischen Informationen schafften sie es, das Schwinden der Hörerzahlen aufzuhalten und dem Radio zu einer Renaissance zu verhelfen. Diese Mischung aus Unterhaltung (Entertainment) und Information heißt heute „Infotainment“.
Anfangs wird Aktuelles live berichtet, vom Ort des Geschehens oder vom Funkhaus aus. Später mischen sich die Elemente, auch „Konserven“ werden eingeflochten.
Im Magazin können alle Elemente enthalten sein, von der Reportage über das Feature bis zur Diskussion, es geht auch durch alle Ressorts. Die Verbindung schafft der Moderator oder die Moderatorin.
Alle Radiosender teilen ihre Sendestunden in Abschnitte ein. Die Moderatoren halten sich bei „ihren“ Sendungen an einen bestimmten Sendeablauf.
In den meisten Fällen kommen um „ganz“ (z.B. 12:00) die Nachrichten mit Wetter und Verkehrsdienst. Dann ein „Jingle“ (Sender- und Sendungskennung) und der erste Musiktitel, auf dessen „Bett“ (siehe Intro/Ramp beim Thema Musik) der/die Moderator/Moderatorin sich vorstellt.
Oft folgt die Einteilung dann einem relativ starren Schema:
Nachrichten etc. – 2 Musiktitel – Moderation und/oder Textbeitrag – 2 Musiktitel – Moderation und/oder Textbeitrag – 2 Musiktitel – Werbung – Verkehrsdienst um halb (evtl. Regionalnachrichten oder Weltnachrichten) – 2 Musiktitel – Moderation und/oder Textbeitrag – 2 Musiktitel – Moderation und/oder Textbeitrag – 2 Musiktitel (beim letzten moderiert sich der/die Moderator/Moderatorin ab) – Werbung – Nachrichten ...

Alle Regeln für den Aufsatz, den Zeitungsartikel, das Referat kann man im Radio vergessen. Was für das Radio geschrieben wird, unterliegt eigenen Regeln.
Im Radio einen Text „rüberbringen“, heißt nur sprechen. Wer hinter dem Mikrofon sitzt, wird nicht gesehen. Es gibt keine optischen Gestaltungsmittel wie im Fernsehen oder in der Zeitung. Das heißt: Die Inhalte müssen über Stimme, Wortwahl und Textgestaltung (Aufbau, Struktur) transportiert werden.
Im Radio sprechen heißt, mit eingeschränkter Aufmerksamkeit rechnen. Nur ein kleiner Teil des Publikums hört wirklich konzentriert zu. Die meisten machen nebenher noch etwas anderes. Nur etwa 18 Prozent der Hörerinnen und Hörer hören intensiv und konzentriert zu, etwa 30 Prozent sind beim Radiohören intensiv mit etwas anderem beschäftigt und über 50 Prozent lassen das Radio sogar nur als „Geräuschtapete“ laufen und hören nur bei bestimmten Reizworten genauer hin.
Informationen
nur in kleinen Portionen. Das heißt kurze Sätze, wenig –
wenn überhaupt – Nebensätze (bei einigen
Privatsendern sind Nebensätze in Nachrichtensendungen
verboten).
Bei öffentlich-rechtlichen und privaten Sendern
gilt meist die Regel, nicht mehr als 12 bis 18 Worte pro Satz.
Informationen eine nach der anderen präsentieren („wie Perlen an der Kette“). Also keine Schachtelsätze, keine Rückbezüge oder Einschübe.
Das Wichtigste/Neueste steht am Anfang.
Der Satzaufbau wird vom Verb gesteuert. Etwa „erbaut wurde sie ...“ anstelle von „Sie wurde ... erbaut“. Haupt- und Hilfsverb bleiben beieinander.
Wichtiges wird wiederholt – die „Redundanz“ ist kein Fehler. Im Schulaufsatz sind Wiederholungen nicht so gerne gesehen, im Radio sind sie notwendig, damit auch jemand, der später einschaltet oder aufmerksam wird noch mitbekommt, worum es geht.
Sparsam mit Synonymen umgehen. Das heißt, lieber nicht für ein und dieselbe Sache andere Begriffe verwenden, zum Beispiel „der Bundesrat“ nicht ersetzen durch „die Länderkammer“. Die Hörerinnen und Hörer müssen sich nämlich jedes Mal erst wieder darüber im Klaren werden, dass wieder der Bundesrat gemeint ist und verpassen währenddessen weitere Informationen.
Sparsam mit Zahlen umgehen. Noch sparsamer mit Prozenten. Wenn es etwa heißt „34,7 Prozent der Arbeiter leiden nach eigenen Angaben unter Lärm am Arbeitsplatz“, lieber formulieren: „Jeder dritte Arbeiter leidet nach eigenen Angaben unter Lärm am Arbeitsplatz“.
Im Projekt „Computer und Radio in der Schule“ wurde semi-professionelle bis professionelle Aufnahme- und Schnitttechnik verwendet, um eine gute Qualität der Tonaufnahmen zu erreichen.
Für Aufnahme und Nachbearbeitung von Sprache, Geräuschen und Musik gibt es zahlreiche Geräte und Software, die sich in ihrer Qualität und Benutzerfreundlichkeit oft kaum unterscheiden. Wer mit einem Gerät oder einer Software vertraut ist und gute Erfahrungen gemacht hat, empfiehlt sie auch weiter. Das gilt auch in unserem Fall und bedeutet nicht, dass andere Soft- und Hardware schlechter sein muss.
Wir haben uns sowohl bei der Technik als auch bei der Software nach folgenden Kriterien bei der Auswahl gerichtet:
Robuste Gehäuse, die auch häufigen und nicht immer behutsamen Gebrauch aushalten.
Benutzerfreundliche Bedienung: übersichtliche Anordnung von Funktionen, gute Erreichbarkeit der Tasten.
Anschlussmöglichkeiten an andere Geräte (Kompatibilität).
Bei der Software: Möglichkeit für verschiedene Audio-Formate, um Sound auch im Internet präsentieren zu können.
Zum Teil wurden günstige Vorerfahrungen (bei Schülerinnen und Schülern) gemacht.
Bei der Schnitt-Software ging es uns vor allem um
einfache Handhabung und leichte Verständlichkeit des Programms,
übersichtliche Bildschirmdarstellung,
(semi-)professionelles Niveau, das heißt, vielfältige Möglichkeiten der Soundbearbeitung und des Mischens verschiedener Sounds.
Wir könnten viele Empfehlungen aussprechen, aber wir mussten uns für eine Ausstattung entscheiden:
so genannte Reportergeräte (z.B. Marantz) als analoges Kassettenaufnahmegerät
dazu dynamische Mikrofone, die keine Batterie brauchen (z.B. Sennheiser)
Minidisc-Rekorder als digitales Aufnahmegerät (z.B. Sony)
Kondensator-Mikrofon (mit Batterie; z.B. Audio-Technica, Sony)
Pentium Rechner mit spezieller Soundkarte und dem „CUTmaster“
Pentium Rechner mit normaler Soundkarte und „Cool Edit Pro“
CD-Brenner in den Rechnern, um die Ergebnisse auf CD brennen zu können
Erfahrungen von Lehrerinnen und Lehrern aus dem Bildungszentrum Niedernhall:
Nach längerem Ausprobieren haben wir uns für den Kauf zweier Minidisc-Geräte entschieden. Dem Nachteil der „fummelig winzigen Tasten“ stehen als Vorteile gegenüber: klein, leicht und handlich; sehr gute Tonqualität (digitale Aufnahme); erheblich preisgünstiger als ein Kassettengerät vergleichbarer Qualität; den meisten Schülerinnen und Schülern vertrauter und angenehmer, als ein Kassettengerät mit Aussteuerung.
Mikrofon der gehobenen Preisklasse mit variablem, einstellbarem Aufnahmewinkel. Sinnvoll ist es, für die Aufnahmegeräte und ihr Zubehör jeweils einen kleinen Alukoffer anzuschaffen. So ist immer alles beieinander und weitestgehend geschützt gegen Staub, Nässe, Stöße und andere schädliche Einflüsse. So können die Geräte auch im Lehrerzimmer aufbewahrt werden und sind bei Bedarf immer komplett und mit einem Griff schnell zur Hand.
Bevor wir die verschiedenen Angebote eingeholt haben, hatten wir die für uns wichtigen Leistungsdaten zusammengetragen und den Anbietern als Anhalt vorgegeben. Allerdings mussten wir die Erfahrung machen, dass einige Anbieter lieber ihre Standardkonfiguration verkaufen wollten, als auf individuelle Kundenwünsche einzugehen. So war es recht mühsam, die verschiedenen Angebote zu vergleichen. Schließlich fanden wir aber doch jemanden, der unseren Wunschcomputer zu einem finanzierbaren Preis zusammenbaute.
Hier nun die wichtigsten Daten:
Hardware:
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Software:
Windows 98
Laplink professional
Music Studio V2000 de Luxe
Cool Edit Pro 1.1
Auf die Konfiguration mit einem Topgerät und einem Einfachstgerät sind wir durch unsere Erfahrungen im ersten Schulhalbjahr gekommen. Pro Computer können höchstens drei bis vier Schülerinnen oder Schüler sinnvoll arbeiten. Durch die Software Laplink und das mitgelieferte Kabel können problemlos einzelne Dateien und Verzeichnisse zwischen den beiden Geräten verschoben werden. So können die Schülerinnen und Schüler gleichzeitig an beiden Geräten arbeiten, was die Kapazität verdoppelt.
Für das Schneiden und Weiterbearbeiten von einem Interview oder einem Musiktitel z. B. kann auch das Einfachstgerät benutzt werden. Eingespielt wird digital über das Topgerät, mit Laplink digital weitergeschoben zum Einfachstgerät; nach der Bearbeitung digital zurückgesendet und dort in das Gesamtprogramm eingebunden, evtl. auf CD gebrannt o. Ä. Auf diese Weise gibt es keinerlei Qualitätsverluste, da keine Umwandlung digital-analog notwendig ist, aber zwei Gruppen können parallel arbeiten. Das spart Zeit und bietet mehr Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit am Computer zu arbeiten. Mit einem bis zu 15 m (Maximallänge ohne Qualitätsverlust) langen Zusatzkabel wird sogar der Betrieb in zwei angrenzenden, aber getrennten Räumen möglich, so dass sich beide Gruppen nicht stören.
Die Geräte stehen vorübergehend in einem Raum, der den betroffenen Lehrkräften mit ihren Schülerinnen und Schülern zugänglich ist. Geplant ist als Standort ein Kursraum mit ISDN-Telefonanschluss und Zugang zum Internet und einer Verbindungstür zum angrenzenden Klassenzimmer. So können die Schülerinnen und Schüler einer ganzen Klasse beaufsichtigt und beschäftigt werden: Während ein Teil an den Computern arbeitet, können die anderen ihre Interviews planen und vorbereiten, Musik und Effekte aussuchen, neue Themen planen und recherchieren oder mit langem Verbindungskabel am anderen Gerät weiterarbeiten (s. o.).
Cool Edit besteht aus zwei Bearbeitungsebenen:
Dem sog. Multitracker (bis zu 64 Spuren = Tracks): hier werden verschiedene Spuren miteinander abgemischt.
Dem Editor: hier werden die einzelnen Aufnahmen aufgenommen, geschnitten und bearbeitet.
Es gibt verschiedene Wege, um zum gleichen Ziel zu kommen, das heißt, man sollte einiges ausprobieren!
die Menüleiste (File, Edit, View, Insert, Transform, Options, Help)
oder Icons (kleine Bildchen direkt unter der Menüleiste)
Passieren kann eigentlich nichts, denn mit Cool Edit kann man viele Befehle, die man hintereinander ausgeführt hat, genauso Schritt für Schritt rückgängig machen = undo!!! (Edit – undo: hier wird auch angezeigt, wenn es mal nicht geht. Deshalb niemals im Editor das Häkchen an „enable undo“ beseitigen.)
Cool Edit hat ein recht ordentliches Hilfeprogramm, allerdings auf Englisch, es empfiehlt sich daher, ein Englisch-Wörterbuch als Standardausrüstung bereitzulegen.
Kabel (kleine Klinke) hinten in Line-in-Eingang – mit Rekorder verbinden (Cinch – rot = rechts, weiß/grau/schwarz = links)
Cool Edit starten (falls noch nicht geschehen)
File „new“ anklicken und 44,1 kHz, 16 Bit, Stereo auswählen und „ok“ klicken
Kassettenrekorder starten
Roten Record-Button (bei Cool Edit) anklicken, damit läuft die Aufnahme
Aufnahme durch anklicken der Stopptaste beenden
Wenn CD-Icon aktiviert ist, dann zeigt Cool Edit sofort den CD-Player am unteren Bildrand an, was sehr komfortabel ist. Wenn er angezeigt wird, das CD-Icon anklicken.
In Editor-Modus „File“ und „New“, 44,1 kHz, 16 Bit, Stereo auswählen und „ok“ klicken.
CD in CD-ROM-Player einlegen.
Aufzunehmenden Titel auswählen (Nummer anklicken) und sofort Play-Taste durch anklicken in Pause-Position. Dann roten Aufnahme-Button anklicken und CD-Play-Taste anklicken.
Die Aufnahme kann man dann verfolgen.
Wenn Sie eine Aufnahme bearbeiten wollen, immer im Editor bleiben.
Schneiden erfolgt durch Markierung des Teils mit der linken Maustaste. Mit der rechten Maustaste können die Ränder des markierten Bereichs verschoben werden. Damit man das gut sehen kann, gibt es mehrere Lupen. Es wird jeweils dort vergrößert, wo der „Ruler“ (Locater) steht. „Entf“drücken oder Icon mit delete-Zeichen, dann wird der markierte Bereich herausgenommen (bleibt auf Festplatte erhalten und kann durch undo wieder geholt werden).
Bei Cool Edit empfiehlt es sich die Bereiche, die man aus einem Interview nehmen will, als Einzelteile extra abzuspeichern (also nicht herauszuschneiden), damit das Original als solches erhalten bleibt. Das geht folgendermaßen: Man markiert (linke Maustaste) den Teil den man haben will, klickt „File“ und „Save selection“ und vergibt für diesen Teil einen Extra-Namen und klickt „speichern“.
Dann wechselt man in den Multitracker, klickt auf „Insert“ und dann auf die Datei, die gerade extra abgespeichert wurde. Dafür muss die Datei geöffnet sein, sonst erscheint sie nicht in der Liste.
So geht es immer weiter, bis alle Teile z. B. eines Interviews, im Multitracker angeordnet sind.
Im Multitracker können die Einzelteile mit der rechten Maustaste beliebig verschoben und so angeordnet werden, wie man sie haben will.
Wenn man sicher ist, dass man alle Teile so belassen will, muss man im Multitracker mit „Strg + a“ alle Teile markieren und als Ganzes noch einmal zusammenmischen lassen (mix down).
Wenn ein Teil noch aufgepeppt werden soll, hat Cool Edit dafür zahlreiche Effekte, Filter etc. Es lohnt sich sie auszuprobieren. Sie sind alle in der Menüleiste unter „Transform“ zu finden (oder wieder unter Icons).
Compressor: gibt mehr Präsenz und volleren Sound auf Stimmen. Zu finden unter Transform – Amplitude – Dynamic Processing. Dann gibt’s ein Auswahlfenster, die einzelnen Effekte lassen sich durch „Preview“ vorhören.
Unter Transform – Amplitude – Envelope verbirgt sich auch die Lautstärke, man muss es allerdings durchrechnen lassen, um die Veränderungen zu sehen. Es lässt sich z.B. ein Zick-Zack-Lautstärke-Verlauf erzeugen.
Unter Transform – Delay Effects verbirgt sich alles was mit Sound-Wirkung zu tun hat (verschiedenste Echos, Sound-Verstärkungen etc.). Mit „Chorus“ kann man einen Menschen z. B. mit mehreren Stimmen erscheinen lassen.
Unter Transform – Filters findet sich z.B. der Equalizer und ein paar andere Filter, der Equalizer nutzt, wenn es im Hintergrund zu sehr rauscht.
Unter Transform – Time/Pitch kann man jemanden oder etwas schneller, langsamer etc. „laufen lassen“.
Sehr schön finden Schülerinnen und Schüler auch das Reverse-Icon, mit dem man ein Stück auch rückwärts ablaufen lassen kann.
Wenn ein Teil im Editor fertig bearbeitet ist, sollte man ihn abspeichern. Er steht dann im Multitracker zur Verfügung (wenn er als File geöffnet ist).
Das digitale (computergestützte) Programm zur Bearbeitung von Audio-Daten CUTmaster erfüllt zahlreiche Funktionen, die bisher getrennte Geräte erledigt haben. Die eigene Soundkarte ist wesentlich besser als die üblichen Soundkarten. Durch eine Kabelpeitsche hat man die Wahl zwischen analoger oder digitaler Zuspielung bzw. Ausgabe der Audio-Dateien.
So kann der CUTmaster:
aufnehmen
Audio-Daten schneiden
qualitativ bearbeiten
mischen
abspielen
Ein Mischpult ist für unseren Zweck nicht mehr nötig.
Der CUTmaster besteht aus zwei großen Bereichen:
dem Arranger
dem Cutter
Die Datenbearbeitung erfolgt im Wesentlichen in drei Schritten:
Aufnahme in den „Arranger“
Bearbeiten im Cutter
Zusammenfügen wieder im „Arranger“
Eine
Besonderheit des Programms ist, dass man vor Start des CUTmasters im
„Arbeitsplatz“ bzw. Dateimanager einen Ordner für
die eigenen künftigen Audio-Dateien anlegen muss. Am besten
erhält jedes Projekt von Anfang an einen eigenen Ordner, in den
die Dateien abgespeichert werden. Nicht mehr benötigte Files
sollten von der Festplatte gelöscht werden, sie „fressen“
nur unnötig Speicherplatz.
Ist der Ordner angelegt, kann der
CUTmaster geöffnet werden.
Leider gibt es auch in diesem Programm keinen Mach-schnell-und-mach-gut-Befehl. Deshalb wird man um Nachlesen im Handbuch, Ausprobieren, andere fragen und um ein englisch/deutsches Wörterbuch nicht herumkommen. (Die vielfach englische Benutzerführung ist das einzig wirkliche Manko des Programms.)
Die meisten Funktionen des Systems kann man auf drei Wegen erreichen (sprich: viele Wege führen zum Ziel).
Meist gibt es dafür
Buttons,
Befehle in der Menüleiste und
ein Pop-up-Menü, das sich über Klicken der rechten Maustaste öffnet.
Tipp: Die rechte Maustaste immer einmal ausprobieren, wenn es anders nicht geht. Viele Funktionen hat CUTmaster hinter ihr versteckt.
Rechner anschalten (Power).
Arbeitsplatz anklicken und einen Ordner für eigene Dateien anlegen. CUTmaster anklicken: es öffnet sich automatisch der „Arrangement-Manager“. In ihm muss man den Pfad angeben, nach dem das neue „Arrangement“ abgelegt werden soll, z.B. D:/renate/göppingen/gymnasium. Für die neue Datei muss man auch einen Namen vergeben, z.B. „Waldspaziergang“.
In diesem Fenster sind auch noch ein paar andere Angaben gefragt beim Punkt „Frequency“: 48 kHz – 44,1 kHz – 32 kHz – all.
Klicken Sie jeweils 44,1 kHz an, die Qualität beim Ausspielen hat dann CD-Format. DAT-Rekorder erfordern mitunter 48 kHz.
|
Open
= |
Cancel
= |
Delete
= |
New
= |
„New“ muss für ein neues Arrangement nach Auswahl der kHz angeklickt werden. Hat man das getan, kann man am Bildschirm verfolgen, wie ein solches Arrangement angelegt wird. Es öffnet sich dann der „Arranger“.
Dann klickt man auf das Menü „Options“ → Audiosettings. Hier gilt es wieder auszuwählen und zwar nur links (rechts ist voreingestellt):
perfect volume
fast volume update
automatic buffersize
smooth cuts
Im Arranger wird zunächst die Aufnahme gemacht. Das heißt Musik, Geräusche, Stimmen werden in den Rechner eingespielt. Man kann jetzt
vom Kassettenrekorder aufnehmen: dazu muss der Rekorder mit einem Cinch-auf-Cinch-Kabel am Rechner angeschlossen werden (beim Rekorder „out“, beim Rechner „in“).
von CD aufnehmen. Das geht direkt indem man eine CD ins obere CD-ROM-Laufwerk einlegt.
Klicken Sie jetzt einmal auf den roten Aufnahmebutton. Es erscheint ein Fenster, in dessen unterem Bereich In/Out Sie einen von drei Punkten anklicken sollten:
Stereo/digital
Stereo/analog
Monitor/analog
Bevor jetzt die Aufnahme gestartet wird, geht man ins Menü „options“ und klickt „easy-record“ an. Klickt man jetzt auf den roten Record-Knopf, erscheint ein Fenster, in dem man rechts oben, je nach Aufnahmequelle analog (= Kassettenrekorder) oder coaxial 1 anklicken muss.
Den Kassettenrekorder kann man direkt zusammen mit der Aufnahme starten.
Die CD-Wiedergabe erreicht man über Start → Programme → Zubehör → Multimedia → CD-Wiedergabe.
Bei der Aufnahme schlagen am oberen Bildschirmrand zwei Pegel aus.
Die Aufnahme wird durch „stop“ und „ok“ (als Bestätigung) beendet. Das Aufnahmefenster schließt sich automatisch und der Mauszeiger verwandelt sich im Arranger in ein Kreuz, das man an beliebiger Stelle ablegen kann. Damit ist die Aufnahme im Arranger. Von dort geht’s weiter in den „Cutter“.h
Durch einen
Doppelklick auf den „Take“, der zuvor im Arranger
abgelegt wurde, öffnet sich das Cutter-Fenster und die
Bearbeitung kann beginnen.
Hier wird die rechte Maustaste
besonders wichtig. Das gilt auch für einige andere
Funktionen innerhalb des Programms.
Mit der rechten Maustaste markiert man beispielsweise einen Bereich, den man „herausschneiden“ („skip“ = überspringen, denn das Material wird nicht wirklich herausgeschnitten, sondern der Rechner überspringt es lediglich) möchte.
Besondere Buttons ermöglichen es, die Lautstärke zu verändern (volume) oder bestimmte Effekte einzubauen (DSP).
Hat man einen Bereich (oder Block) bearbeitet, kann man den Take entweder in dieser neuen Form abspeichern oder (rechte Maustaste) man macht einen neuen, den man über „add region“ wieder im Arranger ablegt. So einen Block kann man auch als WAV-Datei abspeichern, was z. B. die spätere Versendung übers Internet ermöglicht (block descriptor → new sample).
Hat man ein Sample bearbeitet, schließt man den Cutter wieder mit x, sichert dabei alle vorgenommenen Änderungen und landet dann wieder im Arranger. Hier werden alle bearbeiteten Samples schließlich zusammengefügt und mit Blenden etc. versehen, um dann als Ganzes ausgespielt zu werden.

PC mit Pentium II 350 MHz, 32 MB RAM, 2 GB Festplatte oder besser
Betriebssystem Windows 95, Windows 98, Windows NT 4.0 Workstation
Soundkarte mit 16 Bit oder mehr, zusätzlich Lautsprecher und/oder Kopfhörer
Internet-Zugang über ISDN und Schreibrechte auf dem Web-Server des Providers
Browser z. B. Internet Explorer oder Netscape-Navigator
Software zur Gestaltung von HTML-Seiten z. B. AOL-Press, Netscape Composer, Frontpage 98
Encoder für Real Audio ab Version G2
Player für Real Audio ab Version G2
FTP-Client für Dateitransfer zum Provider z. B. WS_FTP
PC mit Pentium, 16 MB RAM oder besser
Betriebssystem Windows 95, Windows 98, Windows NT 4.0 Workstation
Soundkarte mit 16 Bit oder mehr, zusätzlich Lautsprecher und/oder Kopfhörer
Internet-Zugang über ISDN oder schnelles Modem
Browser z. B. Internet Explorer oder Netscape Navigator
Player für Real Audio ab Version G2
Audio-Dateien sind groß. Wenn man sie über das Internet ausstrahlen will, muss man sie verkleinern, denn eine Minute Ton in Mono-Qualität belegt ca. 5 MB Speicherplatz und in Stereo-Qualität sogar ca. 10 MB. Deshalb ist Komprimierung notwendig.
Das im Internet am weitesten verbreitete Verfahren ist „Real Audio“. Damit kann die Audio-Datei soweit komprimiert werden, dass sogar eine Übertragung in Echtzeit mit einem 14.4er Modem möglich ist. Die Tonqualität ist dann allerdings sehr schlecht. Andere Komprimierungsraten erfordern 28.8er Modems oder ISDN, um eine Echtzeitübertragung zu gewährleisten. Die Tonqualität nimmt dann entsprechend zu und ist bei einer erforderlichen Übertragungsrate von 40 kBit/sec schon als befriedigend zu bezeichnen. Die erforderliche Software, also Encoder und Player sind im Internet frei verfügbar.
Die aktuelle Freeware-Version des Encoders (also des Programms, das die Audio-Kompression vornimmt) für Real Audio findet man unter http://www.real.com/products/tools/index.html. Es müssen lediglich ein paar Fragen beantwortet werden und schon kann der Download beginnen. Ein Doppelklick auf das Icon der geladenen Datei startet die Installation, die selbsterklärend ist. Nun kann die Arbeit beginnen.
Anmerkung: Die Audio-Datei, die komprimiert werden soll, muss als WAV-Datei mit 44,1 kHz Abtastrate bei 16 Bit vorliegen. Nur so ist gewährleistet, dass einerseits eine gute Ausgangsqualität vorliegt und andererseits auf jeder Soundkarte die entstandene Real-Audio-Datei abgespielt werden kann.
In der Regel werden Sie die erste Option, also „Record from File“ auswählen, da die WAV-Datei meistens schon auf dem Rechner gespeichert ist. Mit der zweiten Version könnten Sie aber direkt ein normales Analogsignal über die Soundkarte zuspielen. Dort würde es digitalisiert und von Real Encoder komprimiert. Die dritte Option funktioniert nur, wenn Sie einen Real Server benutzen, was aber nur hausintern oder mit eigenem Web-Server und Standleitung Sinn macht.
Klicken Sie anschließend auf OK um zum nächsten Fenster, dem sog. „Recording Wizard“, zu gelangen. Dieser informiert Sie über die nötigen Schritte zur Erstellung von Real Audio oder Real Video. Klicken Sie dann einfach auf „Weiter“.
Nun werden Sie nach dem Pfad und dem Namen der Quelldatei gefragt. Wenn Sie ihn nicht wissen, können Sie die Datei mittels Browser suchen. Auch hier wird schließlich „Weiter“ angeklickt.
Im nächsten Fenster können Sie dann Informationen, also z.B. Titel und Autor angeben, die dann später beim Benutzer angezeigt werden. Da die Seite von einem normalen Web-Server aus abgerufen werden soll, wählen wir im folgenden Fenster die Option Single Rate. Damit wird eine Real Media-Datei mit fester Bitrate erzeugt.
Die jetzt geforderte Auswahl beeinflusst ganz wesentlich den Kompressionsfaktor und damit die Dateigröße, die benötigte Übertragungsgeschwindigkeit und die Tonqualität. Für den Einsatz an Schulen kommen nur die ersten drei Optionen in Frage. Die letzten beiden sind aber für hausinterne Netzwerke denkbar. Auch dieses Fenster wird mit „Weiter“ verlassen.
Dann werden Sie um Angaben über den Typ des Audio-Materials gebeten. Im Beispiel haben wir Wort mit Hintergrundmusik, also „Voice with Background Music“, gewählt. Im nächsten Fenster müssen Sie schließlich den Pfad und den Namen der erzeugten Datei angeben. Die Datei trägt voreingestellt die Endung *.rm , was Sie auch so belassen sollten, da diese Endung z.B. von Browsern als Real Audio-Datei erkannt wird, und der entsprechende Player gestartet wird.
Die gemachten Einstellungen werden nochmals angezeigt und können über die Schaltfläche Zurück nochmals korrigiert werden. Wenn aber alles OK ist, dann klicken Sie auf „Fertigstellen“.
Hier drücken Sie nun auf den Start-Knopf. Der Komprimierungsvorgang beginnt. Der Fortschritt kann unten rechts beobachtet werden. Schließlich erhalten Sie die Meldung über die erfolgreiche Codierung und den Hinweis, dass Sie mit Play die Real Audio-Datei anhören können. Dazu muss natürlich der Real Player G2 installiert sein, den Sie unter http://www.real.com/products/player/index.html kostenlos herunterladen können.
Die Audio-Dateien werden nun in HTML-Seiten eingebettet, die neben den entsprechenden Links auch zusätzliche Informationen enthalten sollten. Als Programm zum Erstellen von Internet-Seiten können Sie beispielsweise die mitgelieferte Software „Netscape Composer“ (bei Netscape) benutzen.
Auf folgende
Besonderheit zum Abruf von Audio-Dateien muss hier hingewiesen
werden:
Damit die Audio-Dateien direkt angehört werden
können, zeigt der entsprechende Link nicht auf die Audio-Datei
selbst, sondern auf eine so genannte Meta-Datei (bei Real Audio vom
Typ *.ram und bei MPEG vom Typ *.m3u). Diese Meta-Dateien enthalten
dann als reinen ASCII-Text den eigentlichen Link auf die
Audio-Dateien vom Typ *.ra, *.rm. Dadurch ist es möglich, dass
der entsprechende Player direkt startet und dass die Töne nach
einer kurzen Vorlaufzeit angehört werden können. Würde
der Link direkt auf die Audio-Datei verweisen, so müsste erst
abgewartet werden, bis das Sound-Dokument vollständig geladen
ist, was mitunter viele Minuten dauern kann.
Nachdem also nun alle HTML-Dateien, die Audio-Dateien und auch die Meta-Dateien erstellt wurden, müssen sie auf den Web-Server des Providers transferiert werden, damit sie weltweit im Internet abgerufen werden können. Dieser Transfer geschieht mithilfe von FTP (File Transfer Protocol). Für FTP gibt es eine ganze Reihe von Programmen. Das bekannteste ist WS_FTP, das unter http://www.wsftp.com/downloads/ws_ftp_LE.html in einer für Schulen kostenlosen Version zur Verfügung steht. Nach dem Download, der Installation und dem Start muss ein Eintrag für die Verbindung zum Web-Server des Providers angelegt werden.
Dies geschieht im Menüpunkt Connect mit dem Schalter New.
Unter Profile Name wird eingetragen, wie die Verbindung heißen soll. Dieser Eintrag ist zwar erforderlich, inhaltlich aber frei wählbar. Unter Host Name wird die Internetadresse des FTP-Servers angegeben, die Sie von Ihrem Provider erhalten. Diese ist meist nicht identisch mit der Adresse Ihrer Homepage. Den Eintrag für Host Type lassen Sie auf Automatic detected. User ID und Password tragen Sie so ein, wie Sie es von Ihrem Provider genannt bekommen haben. Save Password kreuzen Sie bitte nur an, wenn Sie den PC selbst benutzen.
Die Verzeichnisse auf dem FTP-Server und auf Ihrem PC, mit denen Sie später hauptsächlich arbeiten wollen, können Sie im Register Startup unter Initial Remote Host Directory und Initial Local Directory angeben. Beachten Sie hier aber, dass auf dem Host das „/“-Zeichen und auf dem PC dagegen das „\“-Zeichen verwendet wird. Mit Übernehmen sichern Sie Ihre Einträge. Dann können Sie mit OK die Verbindung aufbauen.
Wenn alles geklappt hat, sehen Sie in der linken Fensterhälfte die Namen der Dateien auf Ihrem PC und in der rechten Hälfte die Namen der Dateien auf dem Web-Server. Nun ist alles ganz einfach: Markieren Sie wie gewohnt die Namen der Dateien, die Sie zum Web-Server überspielen wollen. Dann klicken Sie auf die → Taste und der Upload-Vorgang beginnt. Den Fortschritt können Sie in einem kleinen Zusatzfenster beobachten. Mit der ← Taste sind übrigens Downloads möglich.
Mit „Close“ beenden Sie die Verbindung. Jetzt ist der Sound im Internet!
(Rudolf Arnold, Valckenburg-Schule, Ulm)

Um herkömmliche Sound-Dateien in vertretbarer Zeit mit möglichst geringem Resourcen-Verbrauch (Speicher und/oder Zeit) übers Internet senden zu können, müssen die Wav-Dateien (Standardformat bei Microsoft) „verkleinert“, also komprimiert (Real Encoder) werden. Dafür gibt es inzwischen verschiedene Verfahren, von denen „Real Audio“ (von real.com) das verbreitetste ist.
Der Real Audio Player von Progressive Networks ermöglicht Echtzeit-Sound im Internet. Real-time bedeutet, dass ein Datenstrom vom Audio-Server zum WWW-Browser des Clients erzeugt und dort über eine herkömmliche Soundkarte (Real Player) ausgegeben wird.
Player und Encoder sind frei erhältlich. Nach der Installation startet der Player automatisch, sobald ein Real Audio-Clip einer WWW-Page ausgewählt wird.
In letzter Zeit macht das MP3-Format von sich reden. Mit ihm wird Musik über das Internet verbreitet. Lieder in CD-Qualität sind normalerweise ziemlich groß; eine Sekunde Musik braucht zum Beispiel knapp 200 Kilobyte Platz auf dem Computer. Ein ganzer Musiktitel bringt es leicht auf 30–40 Megabyte. Wenn man so ein Stück als „normale“ Datei über das Internet verschicken wollte, bräuchte das vermutlich Stunden.
Um diese Zeit zu verkürzen, hat die Fraunhofer-Gesellschaft ein Prinzip entwickelt, das die Musikdaten um das 10–12fache reduzieren kann. Mittlerweile wurde ein internationaler Standard daraus, der MPEG Layer 3 Standard oder kurz MP3.
Mit MP3 ist es möglich, auf einer herkömmliche CD bis zu 12 Stunden Musik in sehr guter Qualität unterzubringen. Die ersten CD-Player, die auch MP3-CDs abspielen können, gibt es bereits.
MP3s haben aber auch einen schlechten Ruf. Über das Internet kann man sich fast jedes Musikstück im MP3-Format besorgen. Das ist aber verboten, denn Künstler und Plattenfirmen haben Verwertungsrechte an ihren Liedern und Produkten. Die Plattenfirmen verklagen daher in letzter Zeit die Betreiber von Internetseiten, die lizenzpflichtige MP3 Lieder auf ihren Seiten anbieten. Das Ganze ist noch ein ziemlich „grauer Bereich“. Man darf sich beispielsweise aus seinen eigenen CDs MP3s machen und sich eine eigene MP3-CD daraus brennen. Nur darf man diese CD dann nicht ausleihen oder verschenken.
Arnold, Bernd-Peter/Verres, Hans: Radio, München 1989
Arnold, Bernd-Peter: ABC des Hörfunks, München 1991
Baacke, Dieter: Lebenswelten sind Medienwelten, Opladen 1990 (und viele andere Bücher und Artikel von ihm)
Bausch, Hans (Hrsg.): Rundfunk in Deutschland, München 1980
Bertelsmannstiftung: Medienkompetenz als Herausforderung an Schule und Bildung, Gütersloh 1993
Dahl, Peter: Radio – Sozialgeschichte des Rundfunks, Reinbek 1983
Dringenberg, Brunhilde: Das Hörspiel im Unterricht, in: Lange, Günther (u. a.), Taschenbuch des Deutschunterrichts, Hohengehren 1994
Everling, Esther: Ein Hörspiel produzieren, Frankfurt/M. 1998
Frahm, Eckart: Medienpraktische Projekte Baden-Württemberg, Villingen-Schwenningen 1996
Hansen, Leo u. a.: Hexen und Monster im Kinderzimmer. Spiele zum Hören, Remscheid 1993
Heidtmann, Horst: Kindermedien, Stuttgart 1992
Maier, Rebecca u. a.: Medienerziehung in Kindergarten und Grundschule. 490 Anregungen für die praktische Arbeit, München 1997
Medien praktisch, Zeitschrift für Medienpädagogik: 1/98, Frankfurt/M. Zum Thema: Medienpädagogik des Hörens
Oehrens, Eva-Maria: Hörspiel für den Lokalfunk, Remscheid 1992
Palme, Hans-Jürgen, u. a.: Voll auf die Ohren, Jugendradioarbeit in der Bundesrepublik, München 1992
Pöttinger, Ida: Lernziel Medienkompetenz, Theoretische Grundlagen und praktische Evaluation anhand eines Hörspielprojekts, München 1997
Pöttinger, Ida: Die Hasenschule – Kinder produzieren ein Hörspiel, in: DJI, Handbuch Medienerziehung im Kindergarten (Bd. 2), Opladen 1995, S. 325–329
Praxis Deutsch: Hören und Zuhören, Heft 88, 1988
Praxis Deutsch: Hörspiel Heft 109, 1991
Schill, Wolfgang/Baacke, Dieter: Kinder und Radio, Frankfurt/M. 1996
Schill, Wolfgang: Medienpädagogisches Handeln in der Schule, Opladen 1992
Schöwer, Christine: Kinderalltag – Medienalltag, Berlin 1990
Six, Ulrike u. a.: Hingehört, Gütersloh 1997
Stipp-Hagmann, Karin: Fernseh- und Radiowelt für Kinder und Jugendliche, 2 Bde., Villingen-Schwenningen 1996
Tulodziecki, Gerhard u. a.: Handlungsorientierte Medienpädagogik in Beispielen, Bad Heilbrunn 1995
Vogel, Thomas: Über das Hören, Tübingen 1996
Treumann, Klaus-Peter u. a.: Mit den Ohren sehen. Die Tonkassette – ein verkanntes Medium, Bielefeld 1995
Zindel, Udo/Rein, Wolfgang: Das Radio-Feature – ein Werkstattbuch, Konstanz 1997
www.dasding.de
www.uni-ulm.de/schulen/bs/vbs/radio/
www.iid.de/schule/sonstige/heft44.html
www.erzwiss.uni-hamburg.de/Medien
www.zum.de
www.real.com/products/player/index.html
www.hbz-nrw.de/hbz/sbiblio.html: Bibliotheken-Kataloge online
www.lbw.bwue.de/~schmidt/radio.htm
www.lbw.bwue.de/~peichl/: wissenswertes zu real audio
www.schulweb.de
www.meta.rrzn.uni-hannover.de/
www.swf.de/kik/index.html
www.lbs.bw.schule.de/online-forum
Käfertalschule, Mannheim
Franz Klüber
Hier handelte sich um ein klassenübergreifendes Projekt an der Käfertal-Grund- und Hauptschule Mannheim. Ein Lehrer koordinierte die verschiedenen Unterrichtsvorhaben und stand den Kolleginnen und Kollegen an der Schule bei der Planung und Durchführung sowie bei der technischen Realisierung mit Rat und Tat zur Seite.
Ausschlaggebend für die Wahl des Projektthemas Licht und Dunkelheit war, dass man dazu Beiträge in der Grund- und in der Hauptschule erarbeiten kann, die alle einen Bezug zum Bildungsplan haben. Alle Beiträge werden auf eine CD gebrannt, der Workshop mit „DASDING“ wurde im Internet präsentiert.
Das Thema „Tagesablauf“ in einer zweiten Klasse hat mehrere Bezüge zum Bildungsplan. Indem die Kinder überlegten, welche Geräusche und Gesprächssequenzen für einen Schulalltag typisch sind, gliederten sie diesen systematisch in die verschiedenen Tageszeiten. Gemeinsam mit ihrer Klassenlehrerin dachten die Schülerinnen und Schüler nach, welche Geräusche man aufnehmen könnte: den Wecker bzw. das Gewecktwerden am Morgen, Toilettenspülung, Zähneputzen, Geräusche bei der Essensvorbereitung und beim Essen, Verkehrslärm/Gespräche/Lieder auf dem Schulweg, Fernsehen am Nachmittag/Abend, Gesprächssequenzen in der Schule, beim Essen, bei den Hausaufgaben.
In dieser Unterrichtsphase reflektierten die Kinder ganz bewusst den Ablauf eines Wochentages. In einem nächsten Schritt wurde geplant, wie die Aufnahmen realisiert werden könnten.
Die Kinder brachten ihre Wecker mit in die Schule. Drei Schülerinnen und Schüler einer neunten Klasse, die schon Erfahrung mit den Aufnahmegeräten (Minidisc-Rekorder) hatten, übernahmen das Aufnehmen. Sie begleiteten auch die Kinder auf ihrem Schul- bzw. Heimweg. Eine Familie erklärte sich bereit, typische Geräusche und Gespräche zu Hause aufzunehmen. Sie sammelten Material von etwa 75 Minuten. Bei einem Besuch an der Stadtbildstelle Mannheim erfuhren die Kinder, dass mithilfe eines PC-Programms die gesammelten Originaltöne (so genannte O-Töne) geschnitten und gestaltet werden.
Im Arbeitsbereich 6 im Heimat- und Sachunterricht gibt es zum Thema „Medien und Konsum“ einen direkten Bezug. Die Kinder machten in dieser Unterrichtseinheit die Erfahrung, dass man mit einem Medium (Aufnahmegerät), das die meisten auch zu Hause haben, kreativ umgehen kann. Außerdem ermöglicht dieses Medium in einer zweiten Klasse Abläufe oder auch Geschichten darzustellen, die aufgrund ihres Umfangs schriftlich noch nicht darstellbar wären. Die Kinder waren bei allen Arbeitsschritten sehr motiviert und haben dem Endprodukt äußerst konzentriert zugehört.
Eine andere dritte Klasse ergänzte den Tagesablauf mit einem Lied, das die Ängste in der Nacht thematisierte. Die Schülerinnen und Schüler begleiteten dieses Lied mit Orff’schen Instrumenten. Der Bildungsplanbezug ergibt sich u. a. aus dem Arbeitsbereich 1 für Musik: Lieder zum Tagesablauf und Gestaltung der Melodie mit Stimme und Instrument.
Im Schuljahr 98/99 studierte die Theater-AG der Grundschule ein Stück von Roald Dahl ein: Sofiechen und der Riese. In dieser Geschichte wird Sofiechen in der Nacht von einem guten Riesen vor bösen, Kinder fressenden Riesen gerettet. Thematisch passte dieses Stück in das Gesamtprojekt Licht und Dunkelheit. Es ergab sich so die Idee, eine Szene auf der CD zu dokumentieren.
Im Heimat- und Sachunterricht der vierten Klasse ist Feuer und damit auch die Feuerwehr ein Thema. Die vierte Klasse bearbeitete dieses Thema auf vielfältige Weise. Dazu gehörte auch ein Besuch bei der Feuerwehr. Hierzu bereiteten die Kinder in Gruppenarbeit ein Interview vor. Durch Minidisc-Rekorder und Mikrofon ergab sich für die Kinder eine Aufnahmeatmosphäre, wie sie sie z.B. aus dem Fernsehen kennen. Da die Feuerwehrleute die vorbereiteten Fragen sehr ausführlich beantworteten, hatte das Aufnahmematerial einen Umfang von etwa einer Stunde. Den Kindern war schnell klar, dass diese Fülle für Zuhörer bald langweilig werden würde. Sie waren an den Überlegungen, was man weglassen könnte, aktiv beteiligt. In Gruppen von jeweils fünf Kindern haben sie mithilfe eines Lehrers an der Stadtbildstelle ein Teil des Materials am Computer bearbeitet.
Der Umgang mit der Schneidetechnik am PC bereitete ihnen keine Probleme. Die Materialfülle führte allerdings dazu, dass die Konzentrationsfähigkeit und das Interesse der Schüler und Schülerinnen an der Schneidetätigkeit nach gewisser Zeit abnahm, zumal ja jeweils immer nur eine Person schneiden konnte.
Die 8. Klasse hat im Rahmen von OIB (Orientierung in Berufsfeldern) einen Straßenbahnfahrer und eine Erzieherin im benachbarten Kinderheim zum Thema Schichtarbeit interviewt. Außerdem befragten sie eine Schlafexpertin über die Auswirkungen von Nachtarbeit. Die Interviews erarbeiteten sie in Gruppen. Die Schülerinnen und Schüler erledigten ihre Aufgaben sehr zuverlässig. Es war für sie eine Herausforderung, Termine auszumachen und sich in die Interviewsituation zu begeben. Die gelungene Aufnahme war für sie ein stärkeres Erfolgserlebnis als eine gute Klassenarbeit. Der Umgang mit dem Computer (Schnittprogramm) stellte für die Schülerinnen und Schüler kein Problem dar.
Workshop (Projekt) mit „DASDING“. Zwölf Schüler und Schülerinnen konnten direkt mit den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen des Radioprojekts arbeiten. Das Thema der Rundfunkbeiträge war relativ schnell gefunden: „Abends ausgehen“. In drei Gruppen bereiteten die Schülerinnen und Schüler ihre Beiträge vor. Diese Arbeit umfasste den Entwurf von Interviews, Vereinbarung von Terminen und Aufgabenverteilung innerhalb der Gruppe. Wie stark die Schüler und Schülerinnen motiviert waren, zeigte sich u. a. darin, dass sie ohne weiteres bereit waren von 9 Uhr morgens bis 16 Uhr nachmittags durchzuarbeiten und das immerhin über drei Tage hinweg.
Die restlichen Schüler und Schülerinnen der Klasse erarbeiteten zeitgleich an der Stadtbildstelle mit einer Referentin der Landesbildstelle Württemberg einen Beitrag zum Thema „Straßenkinder“ und eine Umfrage zum Thema „Gutes Leben“.
In Mannheim gibt es eine Anlaufstelle für Kinder, die auf der Straße leben. Die Jugendlichen bereiteten ein Interview mit den Mitarbeitern dieser Anlaufstelle vor. Bei der Vorbereitung entstand die Idee zusätzlich eine Umfrage in der Stadt zu machen, was für die Leute ein wirklich gutes Leben bedeutet. So hatte man wieder beide Aspekte von Licht und Dunkelheit integriert.
Leider konnten nur drei Gruppen (zwölf Schülerinnen und Schüler) direkt an den Radiobeiträgen mitarbeiten. Die Motivationskraft des Radios fehlte hier, trotzdem wurde konzentriert gearbeitet, auch hier wieder in Gruppen. Auffällig war, dass es eine Arbeitsteilung nach Geschlechtern gab. Die Mädchen führten den praktischen Teil durch, Interviews und Umfragen, die Jungen den eher technischen Teil des Schneidens am Computer.
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Einzelprojekte/Unterrichtseinheiten |
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2. Klasse |
Tagesablauf dargestellt in Geräuschen und kurzen Sprechsequenzen |
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3. Klasse |
Lied mit Orff’schen Instrumenten: nachts alleine zu Hause |
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4. Klasse |
Besuch bei
der Feuerwehr – Interview mit Feuerwehrmännern |
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Theater-AG der Grundschule |
Ausschnitt aus einem Stück von Roald Dahl: Sofiechen und der Riese |
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7. Klasse |
Einsamkeit und Liebe – eigene Gedichte mit Musik untermalt |
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8. Klasse |
Interviews mit Schichtarbeitern und einer Schlafexpertin |
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9. Klasse |
Workshop mit „DASDING“ |
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9. Klasse |
Gleichzeitig arbeiteten zwei Gruppen an den Themen „Straßenkinder“ und „Gutes Leben“ |
Das medienpädagogisch Reizvolle am Thema „Licht und Dunkelheit“ war, das scheinbar nur Visuelle akustisch umzusetzen.
Mithilfe des Computers bestand für alle Beteiligten zum ersten Mal die Möglichkeit, mit akustischem Material gestalterisch zu arbeiten. Die Grundschülerinnen und -schüler der vierten Klasse und die Hauptschülerinnen und -schüler machten so erstmals die Erfahrung, dass Interviews, Reportagen, Geschichten, mit doch beträchtlichem Aufwand produziert werden müssen. Das heißt, dass das Ausgangsmaterial geordnet, verändert, gestaltet wird; fehlerhafte, langweilige Passagen können einfach herausgeschnitten werden, ohne dass dies danach zu bemerken wäre. Das führt auch zur Erkenntnis über die Manipulierbarkeit in Medienprodukten.
Diese Projektarbeit hat zur Erweiterung der Medienkompetenz beigetragen:
Die Schülerinnen und Schüler haben erfahren, dass man mit den Medien Aufnahmegerät/PC produktiv umgehen kann.
Die Schülerinnen und Schüler haben im produktiven Umgang mit den genannten Medien Manipulationsmöglichkeiten kennen gelernt und damit auch medienkritische Erfahrungen gemacht.
Das Schwergewicht des Deutschunterrichts liegt in der Ausbildung der Schreib- und Lesefähigkeit.
Hören und Sprechen geraten nur selten zum Hauptgegenstand des Unterrichts. Die Kombination von Aufnahmegerät und Schneideprogramm ermöglichen in idealer Form die beiden zuletzt genannten Aspekte in den Vordergrund zu rücken.
Die Schülerinnen und Schüler haben erste journalistische Grunderfahrungen gesammelt. So haben sie den Unterschied zwischen Interview und Umfrage gelernt. Sie mussten durch kritisches Zuhören beurteilen, was ein Zuhörer an einem Radiobeitrag interessieren und was man wegschneiden könnte, damit der Beitrag „sendefähig“ wird.
Die sich durch die Medien ergebende Gruppenarbeit fördert die soziale Kompetenz.
Die sich manchmal ergebende Arbeitsteilung „technisch /produktiv“ ermöglichte praktisch jedem Schüler und jeder Schülerin Erfolgserlebnisse.
Ein Projekt dieser Art ist in hervorragender Weise geeignet, das Selbstwertgefühl – besonders von Hauptschülerinnen und -schülern – zu steigern. Während der Arbeit erfahren sie, dass sie von erwachsenen Gesprächspartnern ernst genommen werden, dass sie mithilfe der Technik ein Endprodukt abliefern können, das tatsächlich sendefähig ist.

Realschule Blaufelden
Udo und Michaela Staleker
Ziel war es, mithilfe eines digitalen Computerschneideprogramms und einer Projektwoche eine bzw. zwei CDs zum Thema „Erwachsen werden“ herzustellen. Dabei sollten verschiedene Arbeitsweisen der „Rundfunkmacher“ wie Umfrage, Interview oder Moderation kennen gelernt und eingeübt werden. Wichtig war auch, das Ganze in einen thematischen Gesamtzusammenhang zu stellen, um das Ergebnis später auch im Unterricht (Biologie, Religion oder Deutsch) wieder als Impulse oder Denkanstöße einsetzen zu können.
Im Vordergrund stand die Anwendung von Techniken der „Hörfunkmacher“ wie Umfrage, Interview, Kommentar, Hörspiel, Moderation, Regieplan, Recherche, Informationsbeschaffung und die Abstimmung der Musikbeiträge auf die Inhalte.
Spezielle Erfahrungen und Konzepte im Bereich der aktiven Medienarbeit hatten die beteiligten Klassen vor dem Projekt nicht. An der Haupt- und Realschule Blaufelden existiert seit geraumer Zeit eine Schülergruppe, die Schülerradio macht und deshalb schon Kontakte mit Hörfunk hatte. Die Arbeit mit Aufnahmegerät und digitaler Schneidetechnik war für die Schülerinnen und Schüler eine Herausforderung und zugleich eine Chance neue Arbeitstechniken kennen zu lernen.
Zu verschiedenen Themen aus dem Bereich „Erwachsen werden“ wurden aus 40 Schülerinnen und Schülern unterschiedlich starke Gruppen gebildet, die sich ihrem speziellen Interessengebiet zugeordnet haben. Die Themen wurden von den zwei betreuenden Lehrern vorgeschlagen, die Endauswahl fand zusammen mit den Jugendlichen statt (Anlage: Projektthemenplan). Als die Gruppen eingeteilt und mit Arbeitsaufgaben versorgt waren, konnten sich die Lehrer zunächst zurücknehmen und standen den Schülerinnen und Schülern lediglich als Berater zur Verfügung.
Eine wesentliche Rolle bei dem Projekt nahm die Einarbeitung zusammen mit einer Schülergruppe in das Computerprogramm (in diesem Fall „CUTmaster“) ein. Es erwies sich als sinnvoll, dass die Lehrerinnen und Lehrer für die Gruppen auch die Rolle der Korrekturleser und „ersten Hörer“ übernahmen.
Das Projekt wurde innerhalb einer Schulwoche durchgeführt: Beginn 7.45 Uhr – Ende 17.00 Uhr (abhängig von der Projektgruppe). Die Computergruppe arbeitete am Ende teils noch länger. Eine Binnendifferenzierung ist deshalb unbedingt erforderlich, abgestimmt auf das Arbeitstempo und die inhaltliche Konzeption der Gruppen.
Erwachende Pubertät: Ab wann beginnen die Veränderungen und wie bemerkt man sie?
Geschlechter- und Rollenfindung innerhalb der Familie und der Klasse.
Vorurteile und Urteile über andere: Ich bin ich und du bist du.
Typisch Junge – typisch Mädchen
Verbale Sexualität: Reizwörter/Schmutzwörter
Idole und Vorbilder
Was ist Liebe? Was ist Freundschaft? Wie ist es, wenn man das erste Mal verliebt ist?
Musikbeiträge zum Thema
Diese Themen sollten radiofon umgesetzt werden. Angeboten wurden mehrere Möglichkeiten:
Hörspiel/Rollenspiel zu Streitgesprächen innerhalb der Familie oder im Freundeskreis
Umfrage/Interview in der Schule
Evtl. informative Beiträge zu Musikgruppen, Meinungen in der Klasse oder Schule
Gruppe 1 (2 Personen): Buchempfehlung verfassen und anschließend aufnehmen
Gruppe 2 (2 Personen): Lieblingsessen/ Essgewohnheiten bei Jugendlichen
Umfrage bei den Schülerinnen und der Schule
Statistik entwerfen (Altersgruppen: Klasse 5 + 6, Klasse 7 + 8, Klasse 9 + 10)
Die Umfrage zusammenschneiden
Den Beitrag so zusammenstellen, dass man ihn nach einer Anmoderation direkt auf den Computer spielen kann.
Gruppe 3 (2 Personen): Recherche zu Fresssucht und Magersucht
Infotexte verarbeiten, evtl. einen fiktiven Fall erfinden: „Das ist Manuela, sie ist magersüchtig...“ In dieser Geschichte können dann die Informationen verarbeitet werden.
Weshalb spielt die äußere Gestalt in der Pubertät eine solch wichtige Rolle? Zusammenhang zwischen dieser Tatsache und der Magersucht bzw. Fresssucht herstellen.
Gruppe 4 (2 Personen): Träume und Zukunftsperspektiven von Jugendlichen
Interview mit Schülern aus verschiedenen Klassenstufen
Umfrage
Was sind Träume, eine gute Anmoderation erfinden (evtl. „Dreamer“ von Supertramp dazu übersetzen).
Gruppe 5 (4 Personen): Hörspiel zu Bitterschokolade
Aus einem Kapitel der Bitterschokolade, welches euch besonders gut gefällt, einen Dialog schreiben.
Welche Hintergrundgeräusche, welche Musik ist notwendig?
Gruppe 6 (3–4 Personen):
Songs suchen, die mit Liebe oder Jugendproblemen zu tun haben
Ziel: Zwischenmusik und Verbindung zwischen den Textteilen.
Songs übersetzen, aufspielen und die Übersetzung einblenden. Dazu wird die Musik aufgenommen und die Übersetzung wird anschließend aufgesprochen.
Hitparade der HRS Blaufelden.
Gruppe 7 (4 Personen):
In das Programm einarbeiten, Funktionen kennen lernen.
Hergestelltes Material mit dem CUTmaster verarbeiten.
Gruppe 8 (4–6 Personen):
Diese Gruppe muss den anderen Gruppen helfen, ihre Beiträge so abzumischen und zu schneiden, dass die jeweiligen Gruppen spätestens am Donnerstag auf einer Kassette einen fertigen Beitrag haben.
Gruppe 9 (4 Personen):
Recherche: Kurzinfos zum jeweiligen Mittel schreiben. Zielgruppe bestimmen. Die Informationen werden dann aufgenommen.
Adressen von Pro Familia und Beratungsstellen herausfinden und aufsprechen.
Gruppe 10 (4 Personen):
Die Tochter ist 16 und möchte die Pille nehmen, da sie seit geraumer Zeit einen Freund hat. Entwickelt eine Diskussion, wie sie in einer Familie mit Vater und Mutter stattfinden kann. Entwerft zwei Möglichkeiten: Eine, die im Streit endet und die Tochter heimlich zum Frauenarzt geht. Die andere Diskussion sollte vernünftig enden.
Gruppe 11 (4 Personen):
Umfrage: Was weißt du über AIDS?
Würde es dir etwas ausmachen, wenn in deiner Klasse/Schule jemand wäre, der HIV-infiziert ist?
Angst vor AIDS – Angst vor den Leuten: Ein fiktives Fallbeispiel zu Vorurteilen Homosexuellen gegenüber.
Evtl. eine Buchvorstellung zum Thema
Gruppe 12 (2 Personen):
Umfrage:
Welche Jugendzeitschriften kennst du?
Welche liest du regelmäßig?
Welche Sparten interessieren dich besonders?
Ordne nach Alters- und Klassenstufe
Mache eine Zwischenmoderation
Gruppe 13 (2 Personen):
Umfrage zu Stichworten der Politik und der neuen Bundesregierung
Gruppe 14 (3–4 Personen):
Diese Gruppe muss mit allen anderen Gruppen in Kontakt stehen und mit ihnen besprechen, wie deren Beitrag nachher aussehen soll. Zu den jeweiligen Beiträgen müssen geeignete Texte entworfen werden, die zum Thema hinführen. Es muss überlegt werden, in welcher Reihenfolge man die verschiedenen Beiträge zur Sendung bringt.
Es muss eine durchgehende Moderation, die die Beiträge verknüpft, entworfen werden:
Anmoderation → Überleitungen mit Musikeinblendungen → Abmoderation
Wo bleibt der „rote Faden“?
Zwei Reportergeräte, Kassettenrekorder, Kassetten
Audio-CD-Brenner
Eine reichhaltige Anzahl an Musik-CDs
„Bitterschokolade“ von Mirjam Pressler zum Thema Magersucht
Infomaterial zu Verhütungsmitteln
Besuch beim Gesundheitsamt und bei einem Frauenarzt
Videofilme zum Thema „Erwachsen werden“
Ein Computer mit Schnitt-Software (CUTmaster)
Ein Computer mit Internetzugang zur Beschaffung von weiterem Infomaterial im Computerraum der Schule
Das Schnitt-Programm wurde von den Lehrkräften zusammen mit den Schülerinnen und Schülern erarbeitet.
Für die Einarbeitung in das digitale Computerprogramm sollte genügend Zeit zur Verfügung stehen. Es erwies sich als günstig, als betreuender Lehrer zunächst mit den technischen Gegebenheiten vertraut zu sein, um den einzelnen Gruppen während der Projekttage unterstützend und beratend zur Verfügung stehen zu können.
Wie schon oben erwähnt, sollten bei einem solchen fächerverbindenden Projekt mehrere Kolleginnen und Kollegen beteiligt werden. Darüber hinaus sollten die Schülerinnen und Schüler mit verschiedenen Organisationsformen der Gruppenarbeit schon vertraut sein, damit ein reibungsloser Ablauf garantiert wird.
Die Schülerinnen und Schüler selbst hatten größtenteils viel Spaß bei der Arbeit und waren am Ende mächtig stolz auf das Ergebnis: eine Doppel-CD zum Thema „Erwachsen werden“.


F: Hallo, hier ist das supercoole Moderatorenteam von der Haupt- und Realschule Blaufelden. Über das wichtigste Thema der Welt haben die Lehrer unserer Meinung nach viel zu wenig aufgeklärt. Darum haben wir uns selbstständig gemacht und recherchiert. Freut euch auf ein supercooles, endgeiles, geniales und perfektes Programm, das wir extra für euch zusammengestellt haben.
H: Eine Woche lang haben wir uns voll in das Projekt mit dem Thema „Erwachsen werden – Liebe & Sexualität“ reingehängt.
F: Wir haben Folgen und Hintergründe erörtert, Umfragen gestartet und selbst Reportagen über das Erwachsenwerden geschrieben.
H: Auf dieser CD findet ihr alles, was ihr schon immer wissen wolltet, solltet und euch nur selten zu fragen traut.
F: Sitzen bleiben, jetzt kommt’s gleich!!
Song „The Word“ – Beatles (angespielt)
Anmoderation zu „Typisch Mädchen?“
H: Mädchen sind unmöglich. Die rauben einem den letzten Nerv!
F: Sag mal, spinnst du?
H: Nee, ehrlich, ich kann’s beweisen. Hör’ doch mal zu!
Song „Girl“ – Beatles (angespielt, als Loop)
Beitrag „Typisch Mädchen“
H: Siehst du? So seid ihr Mädchen!
F: Ach Quatsch! Da kann ich auch was bieten!
Song angespielt „Männer sind geil“
Beitrag „Typisch Jungs“
H: Okay, einigen wir uns darauf, dass man am Anfang ziemlich viel Blödsinn redet, oder?
F: Und ob! Und wenn’s dann zur Sache geht zwischen Jungen und Mädchen, dann ungefähr so:
Song „First time“ – Robin Beck (angespielt, dann leiser geblendet, unterlegt)
Beitrag: „Das erste Mal“
Abmoderation:
H: Ganz schön heftig, was?
F: Kann man wohl sagen! Ein paar Jahre später sieht das, Gott sei Dank, anders aus. Aber dann gibt es neue Probleme – sehr viel schwierigere allerdings!
Song „Help“ – Beatles (angespielt)
F: Hilfe benötigen und vor allem auch Hilfe bekommen.
H: Tja, und von wem? Von Eltern oder Freunden?
F: Wenn es schief gegangen ist? Wenn man in der Klemme steckt?
H: Wenn man sich ganz alleine fühlt, wenn alle anderen oh mein Gott sagen
F: Stell dir vor, du kommst nach Hause und hast das gleiche Problem wie die 15-jährige Finja in der nun folgenden Szene:
Dialogszene: Familienstreitigkeiten
Song „Papa don’t preach“ – Madonna (eingeblendet; komplett)
H: „Papa, predige jetzt nicht. Ich stecke tief in Schwierigkeiten. Ich kann kaum noch schlafen.“
Umfrage zu „Frühzeitige Schwangerschaft“
Song „With A Little Help From My friends“ – Beatles (eingeblendet; komplett)
Song „She’s leaving home“ anspielen: Teil 1 – dann leiser blenden
F: Das Lied „She’s leaving home“ von den Beatles erzählt von einem traurigen jungen Mädchen, das sein Elternhaus verlässt. Die Eltern können es nicht fassen und nicht begreifen, was ihre Tochter ihnen da antut. Sie meinen, der Tochter alles gegeben zu haben. Sie arbeiteten hart und gönnten sich selber nie etwas, um ihr alle Wünsche zu erfüllen.
Song „She’s leaving home“ wieder einblenden: Teil 2 – dann erneut leiser blenden
H: Doch das Mädchen im Lied schleicht sich früh am Morgen zur Hintertür hinaus und will fortan sein eigenes Leben führen. Mit all dem Geld und Fleiß der Eltern hat es sich eines nicht kaufen können: Liebe, Geborgenheit, Freunde und Lebensfreude.
Song „She’s leaving home“ wieder einblenden: Teil 3 – bis zu Ende spielen
Story: „Jane haut ab“ (auf Band) – (Song „She’s leaving home“ unterlegt)
Überleitung: Song „I’m a big, big girl“ – Emilia
Werbung (Tote Hosen): „Erotim Super Drei Feucht“
F: Verhüten, was nicht geschehen sollte. Auf der Hut sein, behutsam damit umgehen, es so unter den Hut bringen, dass Eltern und Jugendliche ruhig schlafen können.
H: Die Frage ist nur, wie verhütet Mann oder Frau? Es gibt viele Arten von Verhütungsmitteln, die Frage ist nur, welches ist das sicherste und wie rede ich mit einem Partner darüber?
Song „Dear Prudence“ – Beatles: (eingeblendet; komplett)
Song: Instrumentalversion „I’m a big, big girl“ (Reportage unterlegt)
Song „Philadelphia“ – Bruce Springsteen (unterlegt die Anmoderation und Umfrage)
F: Das hört sich ja ziemlich frustrierend an, was die Toten Hosen da gerade abließen. Ich hoffe, dass nicht alle so denken. Über die Ansichten und Meinungen zu AIDS erfahrt ihr jetzt mehr.
H: Ab geht’s.
Umfrage und geschnittenes Interviewmaterial zu AIDS
Zwischensong „Strong enough“ – Cher (läuft durch)
Zwischenmoderation
F: Wie es einem ergehen kann, wenn man HIV-positiv ist und wie sich auf einmal alle Freunde zurückziehen können, erfahrt ihr in einem nachdenklich stimmenden Buch mit dem Titel „Ich will doch leben“. Fabienne sagt euch, worum es geht.
Buchempfehlung von Fabienne: „Ich will doch leben!“
Song „Paperback Writer“ – Beatles.
Anmoderation zu Jugendzeitschriften
(von Gruppe „Roxana und Silvia“ bereits auf Band)
Umfrage zu Jugendzeitschriften
Song „Se Bastasse una Canzone“ – Eros Ramazzotti (unterlegt; komplett)
Anmoderation zu Essgewohnheiten
F: Also, wenn ich in Jugendzeitschriften blätter, bekomme ich immer fast die Krise: Alle Models sind traumhaft schlank, null Fett, keine Pickel, einfach makellos. Hungern die eigentlich den ganzen Tag lang? Und wie machen das die anderen Jugendlichen? All die „grauen Mäuse“, die nicht auf den Titelbildern von Zeitschriften zu finden sind?
H: Leider kommen Essgewohnheiten in den Jugendzeitschriften viel zu kurz, obwohl es ja eigentlich ein ganz wichtiges Thema ist. Schau dir doch bloß mal die Mädchen an unserer Schule an! Viele hungern sich geradezu die Kilogramme runter, nur um auch so schlank zu sein wie ihre Idole.
F: Klar: ohne Frühstück in die Schule, statt des Pausenbrots ’ne heimliche Zigarette und mittags der Mutter vorgaukeln, dass man heute keinen Hunger habe. Das geht bei einigen fast schon in Magersucht über!
H: Wir haben versucht herauszufinden, was die Jugendlichen an unserer Schule heutzutage essen. Hier sind die „Statements“:
Umfrage zu „Mein Lieblingsessen/-gericht“
Song „Himbeereis zum Frühstück“ – Loop (3-mal wiederholt)
H: Der Boom beim Essen heißt in den 90ern „Fast Food“. Das „schnelle Essen“ ist billig, schmeckt super und ist bei jeder Altersgruppe beliebt. Doch natürlich hat nicht alles Vorteile. Das Fleisch, das verwendet wird ist meist minderwertig, von schlechter Qualität. Wir haben extra für euch eine Umfrage zum Thema „Fast Food“: „Was haltet ihr davon?“ gestartet. Ihr dürft gespannt auf die vielen verschiedenen Meinungen sein, denn Fast Food hat nicht nur Fans.
Umfrage zum Thema „Fast Food – Was haltet ihr davon?“
Song „Se Bastasse una Canzone“ – Eros Ramazzotti (unterlegt Umfrage „Fast Food“)
F: Und was ist mit denen, die sich immer noch zu dick finden oder keine Pizza mögen? ...
Reportage „Magersucht – Fresssucht“
Song „Dicke“ – Marius Müller Westernhagen (angespielt, dann leise blenden)
H: Das war Marius Müller Westernhagen mit seinem Hit „Dicke“.
F: Ganz schön hart, was die Leute so über „Dicke“" erzählen.
H: Und ganz schön unfair.
F: Was haben Dicke für einen Standpunkt in unserer Gesellschaft? Mirjam Pressler hat zu diesem Thema ein Buch geschrieben. Es handelt sich um ein junges Mädchen, das an Fresssucht leidet. Aber mehr möchte ich euch nicht erzählen, denn nun kommt die Buchempfehlung von „Bitterschokolade“. Marion, leg los!
Buchempfehlung : „Bitterschokolade“
H: So wie Eva geht es vielen anderen Jugendlichen auch.
F: Wer weiß, vielleicht ist ja sogar eure beste Freundin dabei.
Song „Dicke“ – Marius Müller Westernhagen (wieder einblenden)
Song „Alles wird sich ändern“ – Echt
Umfrage zu „Jugendträume“
H: So, Leute, das war’s auch schon wieder für euch!! Hoffentlich hat’s euch gefallen.
F: Und eins möchten wir euch noch sagen: Bleibt so cool, wie ihr seid. Behaltet eure schönen Träume. Und natürlich auch die aufregenden.
H: Denn ein Erwachsener ohne Träume verpasst die schönsten Stunden seines Lebens.
F: Es hat echt ’ne Menge Spaß gemacht, für euch zu moderieren.
H: Jetzt heißt’s „Auf Wiederhören“. Oh, nicht weinen, wir haben noch einen Witz für euch.
F: Oh ja, Harry erzähl mal!
H: Warum reitet der „Marlboro-Man“ allein durch die Prärie?
F: Na?
H: Weil Rauchen impotent macht.
Hahahahahahahahahahah!(Gelächter)
Song „This Goodbye is not forever“ – Touché (angespielt, leise blenden + unterlegen)
Aufzählung der Namen mit Hintergrundmusik
Bildungszentrum Niedernhall
Detlef Janotta, Werner Kraft, Alexander Kranich, Gerhard Beck, Dieter Busch
Am Bildungszentrum Niedernhall existiert seit nunmehr vier Jahren ein offener pädagogischer Arbeitskreis, die „Pädagogische Tankstelle“. In diesem Arbeitskreis treffen sich regelmäßig Kolleginnen und Kollegen zum Gespräch.
Der Arbeitskreis hatte das Projekt „Heimat“ entwickelt, bei dem Schüler Gedichte zu diesem Thema verfasst, andere in der AG Fotografie dazu passende Bilder aus dem Kochertal aufgenommen hatten. Die Gedichte und Schwarzweißfotos wurden zu einem Kalender für das Jahr 1999 zusammengestellt. Eine weitere Gruppe hatte ein Hörspiel getextet und aufgenommen. Insgesamt gab es mehr Beiträge als veröffentlicht werden konnten, deshalb suchte der Arbeitskreis nach Möglichkeiten, das Thema weiter im Unterricht zu vertiefen und neue Präsentationsformen zu eröffnen.
Das Projekt „Computer und Radio in der Schule“ (CUR) bot dafür eine gute Plattform.
Verschiedene Kollegen des Arbeitskreises entwickelten kleinere oder umfangreichere Unterrichtseinheiten in Bezug auf „Heimat“ und Audio-Arbeit. Am Ende sollten alle Ergebnisse aus den verschiedenen Klassen auf eine CD gebrannt werden und die Erfahrungen im Arbeitskreis ausgewertet und für Folgeprojekte genutzt werden.
Fächer: Deutsch, Musik
Ziel: Produktion eines Rap-Textes, der hohenlohische Wörter erklärt
Ablauf:
1. Phase:
Sprachgeschichtliche Grundlagen im Deutschunterricht
Einordnen des Hohenloher Dialekts in die deutsche Dialektlandschaft
Übersetzen des Hohenloher Gedichts „Die Dundersmadlich“ ins Hochdeutsche
2. Phase:
Sammeln typisch Hohenloher Wörter und deren hochdeutsche Bedeutung finden
Zweizeiler schreiben, in denen die erste Zeile auf hochdeutsch einen Hohenloher Begriff vorstellt, der dann in der zweiten Zeile auf Hohenlohisch umschrieben wird (siehe Arbeitsblatt „Hohenlohische Zweizeiler“)
Finden eines Refrains, Überarbeitung der Zweizeiler und Festlegung der Reihenfolge im Rap (siehe Arbeitsblatt „Hohenlohe-Rap“)
3. Phase:
Aufnehmen des Refrains mit der ganzen Klasse (Musik vom Lehrer vorproduziert)
Aufnehmen der einzelnen Strophen in Kleingruppen
4. Phase:
Nochmalige Produktion des Raps im Rahmen des Projekts „DASDING“
Das bemerkenswerteste bei diesem Projekt war, dass Schülerinnen und Schüler, die sich sonst kaum am Unterricht beteiligten, förmlich aufblühten. Es waren die sonst eher schüchternen Schülerinnen und Schüler, die wegen ihres starken, hohenlohischen Dialekts öfters gegängelt wurden. Hier konnten sie endlich mit etwas Boden gut machen, was ansonsten als „uncool“ galt. Es kostete einige durchaus Überwindung, aber schließlich nahmen auch diese Schülerinnen und Schüler am aktiven Aufnehmen teil (Phase 3).
Die größten Probleme bereitete diese dritte Phase, in der immer nur eine Kleingruppe aufnehmen konnte. Hier stellt sich dem Lehrer oder der Lehrerin die Notwendigkeit die anderen Schülerinnen und Schüler jeweils sinnvoll zu beschäftigen. Dafür sind mehrere Aufnahmegeräte und PCs zur Weiterverarbeitung des Materials erforderlich.

Um
die Gruppenarbeit befriedigend zu gestalten, können Schülerinnen
und Schüler zu Spezialisten ausgebildet werden, die mit Technik
und Computer sicher umgehen können. Sie können als
Multiplikatoren ihr Wissen an andere Schülerinnen und Schüler
sowie Lehrerinnen und Lehrer weitergeben. Dies setzt allerdings ein
gewisses Vertrauensverhältnis zu den am Computer arbeitenden
Schülerinnen und Schülern voraus.
1. Zeile: Soll bis auf ein Wort auf Hochdeutsch geschrieben sein.
Bsp.: Kinder heißen bei uns „Borscht“,
2. Zeile: Soll ein passender Nachsatz auf Hohenlohisch sein, der sich auf die erste Zeile reimt.
Bsp.: „owets essat se Saidaworscht“ (immer essen sie Saitenwürste)
Achtet auf Folgendes:
Die Sätze sollen alle ungefähr so lang sein wie die Beispiele.
Die Reime sollen Jugendliche ansprechen (witzig), Erwachsene aber nicht abstoßen (nicht versaut, ...!).
Überlegt euch auch einen Refrain, da wir aus euren Zweizeilern einen Rap basteln wollen.
Wörterliste:
|
Borscht |
Kinder |
|
anaweech |
trotzdem |
|
Gsäls |
Marmelade |
|
Gehs |
Ziege |
|
Guge |
Tüte |
|
Boom |
Baum |
|
Ebiern |
Kartoffeln |
|
s’brässiert |
es eilt |
|
Gaggelich |
Eier |
|
noori macha |
sich beeilen |
|
Eimessbrzl |
Ameisenhügel |
|
nouborzln |
hinfallen |
|
Zwetschgablootz |
Zwetschgen-kuchen |
|
nougugga |
hinschauen |
|
Maadlich |
Mädchen |
|
zou |
Zahn |
|
Kerrlich |
Jungs |
|
gehwe |
geben |
|
Ungel |
Onkel |
|
lebbern |
verschütten |
|
Ranzeweh |
Bauchweh |
|
Muggeseggele |
kleine Veränderung |
|
Gelweriebe |
Karotte |
|
Migge |
Bremse |
|
Spatza |
Nudeln |
|
Breschdling |
Erdbeere |
|
Hoor |
Haare |
|
Belzmärk |
Nikolaus |
|
Erwet |
Arbeit, Probleme |
|
Abtritt |
Klo |
|
Malöhr |
Problem |
|
ebber |
jemand |
|
Buggl |
Rücken, Hügel |
|
Aacha |
Augen |
|
bohlern |
Ball spielen |
|
sou |
so |
|
Baggerle |
Kekse |
|
ausdubbt |
auskuriert |
|
Rewa |
Reben |
|
uff dr Danz |
tanzen |
|
Drawa |
Trauben |
|
Huzl |
getrocknete Zwetschge |
Hohenlohe ist da wo
Hose House hase
und Hase Hose hase.
Refrain: Gar ned
schwer isch unser Houhelouhisch,
au ned wenn d’ aus ’m
tiefschde Bayern bisch.
Gar ned schwer isch unser
Houhelouhisch,
au ned wenn d’ aus ’m hoha Norda bisch.
Gar ned schwer isch
unser Houhelouhisch,
au wenn d’ aus ’m tiefschde
Bayern bisch.
Treppe heißt auf hohenlohisch „Steeche“,
die
kou mor hindersche noundrfliacha.
Bei uns heißen Kekse
„Baggerlich“
die sin aus frische Gaggerlich.
Dabbsch
’m Kerl in d’Gaggelich,
werde sei Knie ganz waggelich.
Refrain: Gar ned
schwer isch unser Houhelouhisch,
au ned wenn d’ aus ’m
tiefschde Sachsen bisch.
Gar ned schwer isch unser
Houhelouhisch,
au ned wenn du aus Castrop Rauxel bisch.
Den Vater nennt man bei uns „Babbe“
Beim Fernsäh
drägt er maischdens Schlabbe.
Unsere Kinder heißen
„Borscht“,
owets ässe se Saidaworscht.
Mädchen
sind bei uns die „Madlich“,
die hewwe alle scheene
Gladlich.
Mit unsern Jungs wird alles herrlich,
denn di haase
bei uns Kerrlich.
Refrain: Gar ned
schwer isch unser Houhelouhisch,
au ned wenn d’ aus ’m
tiefschde Öschderreich bisch.
Gar ned schwer isch unser
Houhelouhisch,
au ned wenn du aus Hannover bisch.
Am Samstag da ist bei
uns „Danz“,
da saufa mor uns voll do Ranz.
Am
Samstag essen wir dann „Schbatza“,
sou viel, dass mir
donoch faschd blatza.
Tut uns danach der Bauch so weh,
dann
haast des: „I hau Ranzaweh“.
Schnell zum „Abtritt“,
unser’m Klo,
do brunzt bei uns a jeder no.
(Schneller:) Puppen
haase Dogalich, im Schdall gibt’s glaane Mogalich.
Der Onkel
heißt bei uns „de Ungel“, im Wirtshaus dut der
kräftig schungeln.
Ja d’ Hohaloher ham en guade Wei,
der geht runder wia flüssiger Brei.
Lewwerwurscht un
Ebbirnsubbe, alli in da Hoofa gugge.
Refrain: Gar ned
schwer isch unser Houhelouhisch,
au ned wenn d’ aus ’m
tiefschde Hessa bisch.
Gar ned schwer isch unser Houhelouhisch,
au
ned wenn du Oschdfriese bisch.
Fächer: fächerverbindendes Thema: Deutsch, Geschichte, ITG
Ziel: Herstellung einer Magazinsendung zum Thema „Mittelalter“
Ablauf:
1. Phase (Geschichte/ITG):
Erarbeiten des Stoffes im Fach Geschichte: Schülerinnen und Schüler stellten zu folgenden Themenbereichen „Fragen an die Geschichte“:
Leben der Bauern
Leben im Kloster
Leben in der Stadt
Rittertum
Judenverfolgung
Hexenverbrennung (dazu Lektüre im DU: „Hexenfieber“)
Kreuzzüge
Pest
Investiturstreit
Einzelne Schülergruppen übernahmen die Beantwortung der Fragen anhand des Geschichtsbuches sowie mithilfe weiterer Informationsquellen (z. B. aus dem Internet).
Sie präsentierten die Ergebnisse in Form von Vorträgen und schriftlichen Zusammenfassungen.
2. Phase (Deutsch/ITG)
Aus den o. g. Themenbereichen suchten sich die Schülerinnen und Schüler ein Thema aus und entwarfen einen Radiobeitrag mithilfe eines „Drehplanes“ (Das Prinzip des Drehplanes wurde schon beim Thema „Comic“ zu Beginn der 7. Klasse erarbeitet).
Zuvor wurden verschiedene Formen von Radiobeiträgen erarbeitet: Interview, Feature, Reportage, Hörszene usw.
3. Phase (Deutsch)
Aufnahme der Radiobeiträge. Zuerst wurden die Sprechtexte aufgenommen, dann die Geräusche.
4. Phase (Deutsch)
Danach wurden die Aufnahmen in den Computer eingespielt und mit dem Schnittprogramm bearbeitet.
5. Phase: (Deutsch)
Zuletzt wurden die einzelnen Aufnahmen mit einer Moderation verbunden und mit mittelalterlicher Musik versehen.
(Klasse 10, Realschule)
Vorgeschichte:
Das Bildungszentrum Niedernhall veranstaltete im letzten Schuljahr einen schulinternen Wettbewerb. Die Schüler und Schülerinnen konnten eigene Gedichte zum Thema: „Heimat“ einreichen. Aufgrund der Fülle der abgelieferten Schülergedichte wählte eine Jury aus Fachlehrerinnen und Lehrern sowie SMV-Vertreterinnen und Vertretern 50 Gedichte für eine Ausstellung aus. Zwölf Gedichte wurden zusammen mit Fotos, die in der Arbeitsgemeinschaft Fotografie entstanden, in einem Jahreskalender veröffentlicht.
Ziele:
Nun sollte ein weiteres Medium neben Schrift und Fotografie dazukommen. Die eigene Gedichte sollten von den Autoren selbst vorgetragen und auf einen Tonträger aufgenommen werden.
Ablauf:
1. Phase:
Schüler und Schülerinnen aus den Realschulklassen R 10 a + b übten das betonte Sprechen.
2. Phase:
Aufnahmen: Mehrmals wurden die Tonaufnahmen wiederholt, da sie nicht den Schülervorstellungen entsprachen.
3. Phase:
Das Projekt DASDING von SWR nimmt ein Gedichtthema, die Tänze im Kochertal, auf und gestaltet daraus einen „3-Minuten-Beitrag“.
(Abschlussklassen R 10 a und R 10 b)
Ziele:
Die erworbenen Kenntnisse am PC mit dem Schneideprogramm „Cool Edit“ und bei den Tonaufnahmen mit den Minidisc-Geräten sollten in andere Projekte einfließen und genutzt werden.
Projekt I: Abschlussfeier „BZN GALA 99“
Die Schülerinnen und Schüler aus der Klasse R 10a, die beim Workshop DASDING mitgemacht hatten, übernahmen das Zusammenstellen, Schneiden und Mischen der Musikstücke am Computer. Vor allem die genaue Abstimmung der Musikstücke auf die Tanzchoreografie verlangte von den engagierten Schülerinnen und Schülern viele zusätzliche Stunden, die in ihrer Freizeit geleistet wurden, aber auch Geduld und Ausdauer. Selbstständig arbeiteten und verbesserten die Abschlussschüler die Musikbeiträge, die zum Schluss auf CD gebrannt wurden.
Projekt II: Workshop mit Pops Mohamed und Zena Edwards
Begegnung mit Musik aus der Kalahari (Buschmannvolk im südlichen Afrika)
Der südafrikanische Musiker Pops Mohamed und die Sängerin Zena Edwards gestalteten an der Schule mit den Klassen R 10 a und R 10 b einen zweitägigen Workshop mit anschließender Präsentation.
Ziele:
Kennenlernen einer anderen Kultur durch persönliche Begegnungen
faire Auseinandersetzung mit einer anderen Kultur
alte traditionelle Musikinstrumente des südlichen Afrikas kennen und spielen lernen
Geschichte der noch überlebenden Gruppen des Buschmannvolkes
den Xhoi-San kennen lernen
gemeinsames Musizieren
globales Lernen am Beispiel des Buschmannvolkes
englische Sprache anwenden
die Auswirkungen der Apartheidpolitik erfahren
ein Projekt der kirchlichen Entwicklungshilfe kennen lernen
Ausblick
Die beteiligten Lehrerinnen und Lehrer haben sich vorgenommen, die begonnene aktive Radioarbeit auch in Zukunft fortzusetzen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an FbbS (Förderung besonders befähigter Schülerinnen und Schüler) werden z. B. schwerpunktmäßig mit dem Computer und der Schneidesoftware arbeiten. Dabei werden Kenntnisse in Gebrauch und Anwendung der Software vervollkommnet und an andere Interessierte selbstständig weitergegeben, sodass ein technischer Nachwuchs gefördert wird, der zukünftigeProjekte mitbetreuen und unterstützen kann.
Zukunftsperspektiven für Schülerinnen und Schüler sollen auch durch Exkursionen in die Studios von lokalen Radiosendern (Radio TON, Radio Regenbogen) aufgezeigt werden. So wird klar, dass die bisherigen Unterrichtsprojekte nicht abgekapselt, sondern in die Alltags- und Erlebenswelt der Schülerinnen und Schüler eingebunden sind.
Für die Lehrerinnen und Lehrer wird eine Einbindung der beschriebenen Projekte in neue, offene Unterrichtsformen immer interessanter. Neben dem Erwerb neuer Fähigkeiten fördert die aktive Radioarbeit in hohem Maße die soziale Kompetenz der beteiligten Schülerinnen und Schüler. Dies und das in den Augen der Schülerinnen und Schüler „unschulische“ Arbeiten ist Motivation und Motor. So können die Sound-Projekte als innovatives Element den Unterricht beleben, ergänzen, vorwärts treiben und im Idealfalle teilweise sogar ersetzen.
(10. Klasse, Gymnasium)
Hohenstaufen-Gymnasium, Göppingen
Gerald Schelle
Der folgende Vorschlag basiert auf dem Versuch, ein Computer- und Radioprojekt mit einer ganzen 10. Klasse durchzuführen. Das Projekt war über mehrere Monate verteilt, die Hauptarbeit fand in Gruppen statt, ein Teil aber auch im Klassenplenum. Als Ergebnis entstanden Radiofeatures mit 30–55 Minuten Länge. Im Verlauf der Arbeit konnten wertvolle Erfahrungen gemacht werden, z. B.:
Die Schülerinnen und Schüler mussten Interviewpartner gewinnen und gezielt Fragen entwerfen.
Sie mussten sich bei der Bearbeitung von Interviews und Umfragen mit der Frage auseinandersetzen, ob eine Kürzung zur Verfälschung der Aussage führen würde; ob das Weglassen einer Umfrageäußerung Zensur wäre; ob das Herausschneiden von Denkpausen und Versprechern einen falschen Eindruck vom Gesprächspartner hervorrufen würde; welche Wirkung durch die Montage gegensätzlicher Äußerungen entstehen würde; ob es legitim ist, Äußerungen aus Interviews oder Umfragen nachträglich zu kommentieren.
Sie mussten die Interessen der Hörerinnen und Hörer zu berücksichtigen versuchen.
Der Zusammenhang zwischen den Zielen des Deutschunterrichts und der Radioarbeit ist auf den ersten Blick klar, weil mit dem Radio eines der meistgenutzten Medien im Zentrum der Arbeit steht und im Radio verschiedene Textsorten vorkommen, die für den Deutschunterricht relevant sind.
Phase 1: Voraussetzungen klären
Von wem kann man Unterstützung bekommen?
Wer kann Erfahrungen weitergeben?
Wer kann Kontakte herstellen?
Wer kann Geräte zur Verfügung stellen? Welche Geräte stehen zur Verfügung (gute Aufnahmegeräte; gute Mikros; Rechner)? Müssen Ausleihzeiten mit anderen Gruppen koordiniert werden?
Wie viele Unterrichtsstunden können für die Radioarbeit verwendet werden?
Welcher Radiosender ist bereit, Schülerproduktionen zu senden? Welche Vorgaben macht er?
Ist ein
längeres Schülergespräch mit Mitarbeitern des Senders
möglich
(siehe Phase 2)?

Phase 2: Vermittlung grundlegender Fähigkeiten im Deutschunterricht
Journalistische Grundformen im Rundfunk (Überblick); Unterschiedliche Arten von Wortbeiträgen;
Musik; Werbung
Bedingungen der Rundfunkarbeit; Verbreitungsformen, Eigentumsformen/Finanzierung/Machtverhältnisse, Abhängigkeit bzw. Unabhängigkeit von Journalisten
Interviewtechnik
Was gelernt werden sollte:
Zielklärung:
Die Schülerinnen und Schüler sollen sich über unterschiedliche Ziele eines Interviews klar werden und lernen, das Interview entsprechend diesen Zielen zu gestalten. Steht die Sache im Vordergrund oder die interviewte Person? Wird Konsens oder Konfrontation angestrebt?
Fertigkeiten:
Folgende Fertigkeiten müssen eingeübt werden:
Formulieren wirksamer (Eingangs-) Fragen
Lenkung des Interviewpartners, „Nachhaken“
Gestaltung von Anfang und Schluss
Zusammenspiel mehrerer InterviewerInnen
Routine im Umgang mit dem Aufnahmegerät
Welche Methoden sich dafür eignen:
Gegenseitige Interviews von Schülerinnen und Schülern im Klassenzimmer:
Das können Interviews sein, die auf Information zielen (unter Schülerinnen und Schüler gibt es genügend Experten) oder solche, die auf die Darstellung des Interviewten zielen. Wichtig ist, dass das Interview aufgenommen, abgehört und nachbesprochen wird.
Heranziehen von Expertinnen und Experten, z. B. Journalistinnen und Journalisten, die beim Lokalsender in der Nähe arbeiten.
Die Schülerinnen und Schüler können z. B. ein vorbereitetes Interview mit einem Journalisten über dessen Arbeit durchführen. Das Ergebnis wird gleich im Anschluss besprochen, sodass die Schülerinnen und Schüler professionelle Tipps zur Interviewtechnik bekommen.
Phase 3: Betreute Gruppenarbeit
Unterstützung beim Gestalten von Texten: Bei der Gestaltung von Moderationstexten kann der Lehrer/die Lehrerin Formulierungshilfe geben. Sinnvoll sind auch Stimm- und Sprechübungen mit den Schülerinnen und Schülern. Sie tragen zum Abbau von Mikrofonangst bei.
Technische Einführung: Die Arbeit mit dem Computer sollte möglichst mit jeder Gruppe schon vorab eingeübt werden, damit die Schülerinnen und Schüler einschätzen können, welches Tonmaterial beim Bearbeiten Probleme macht, welche Bearbeitungsmöglichkeiten das Programm zulässt, etc.
Organisation/Planung: Die Gruppen brauchen u. U. Unterstützung bei der Strukturierung ihrer Arbeit. Es sollte gesichert sein, dass sie sich weder zu viel noch zu wenig vornehmen. Auch deshalb ist es sinnvoll, die erste Phase der Gruppenarbeit in den Unterricht zu nehmen.
Phase 4: Selbstständige Gruppenarbeit
Die Beschaffung des Materials und die Erstellung eines Konzepts für die Sendung geschieht selbstständig in den einzelnen Schülergruppen. Es empfiehlt sich, einige Male eine kurze Plenumsphase einzuplanen, in der sich die Gruppen austauschen und den Stand ihrer Arbeit darstellen. Damit kann gesichert werden, dass die Aufgabenstellung mehr Verbindlichkeit erhält und dass nicht einzelne Gruppen „versumpfen“.
Die Phase 4 erfordert mehrere Wochen Zeit.
Phase 5: Bearbeitung des Materials
Die Bearbeitung des Materials am Computer setzt voraus, dass die Gruppe ein schlüssiges Konzept hat und dass alle Wort- und Musikbeiträge zur Verfügung stehen. Der Zeitaufwand beträgt mehrere Nachmittage; wenn die Gruppe in das Programm eingearbeitet ist und klare Vorstellungen hat, ist es möglich, sie teilweise ohne Lehrerbetreuung arbeiten zu lassen. In der Anfangsphase ist Lehrerbetreuung aber erforderlich, einmal wegen der eventuell auftretenden technischen Probleme, zum anderen zur Klärung journalistisch-ethischer Maßstäbe (legitime und illegitime Formen der Bearbeitung/Manipulation).
Die Phase 5 erfordert ebenfalls mehrere Wochen Zeit.
Phase 6: Präsentation
als Klassenradio
als Pausenradio für die ganze Schule (auf 15-Minuten-Format achten!)
on air
Wegen des Zeitbedarfs für die Bearbeitung sollte man keine Themen auswählen, die innerhalb weniger Wochen ihre Aktualität verlieren.
Hier ein paar Vorschläge für Themen, die sich bewährt haben:
Unsere Stadt/unser Dorf: tote Hose für Jugendliche? (Vorstellung von Freizeitangeboten für Jugendliche, Darstellung der Meinungen, Wünsche, Ideen Jugendlicher zum Freizeitangebot, Stellungnahme von Gemeinderäten und Stadtverwaltung u. v. m.)
Jugendgemeinderat: bringt das was?
Jungen und Mädchen: typische Verhaltensweisen, typische (Vor-)Urteile.
Computerspiele und Internet: wo liegt der Reiz?
Für die Lehrerinnen und Lehrer ist der Zeitaufwand beim ersten Mal recht hoch. Das liegt an der nötigen Vorbereitung des Projekts, eigener technischer Einarbeitung des Lehrers und an der Betreuung der Gruppen.
Für die Klasse liegt der Zeitaufwand bei 10–15 Stunden im Plenum (Phase 2 und 3, sporadisch auch 4); dazu kommen jeweils etwa zehn Nachmittage für die Gruppenarbeit.
Bei der Kooperation mit Radiosendern sind die Schülerinnen und Schüler meist dazu angehalten, ihre Wortbeiträge kurz zu halten. Der Verzicht auf liebgewordene Interviewpassagen oder eigenen Text fällt Schülern und Lehrerinnen und Lehrern nicht immer ganz leicht. Diese Erfahrung trägt aber zu einem realistischen Bild vom Produktionsalltag in einem Radiosender wesentlich bei.
Es lohnt sich, auf Sendung zu gehen! Denn die Ernstfallsituation motiviert nicht nur, sondern sorgt auch für praktische Erfahrungen, die bei der bloßen „Klassenradio“-Produktion nicht möglich sind. Generell gilt: möglichst früh starten! Im Projekt kann der Ablauf immer wieder verzögert werden durch organisatorische Sackgassen, Rückzieher von Kooperationspartnern, Krisen in Schülerarbeitsgruppen und nicht zuletzt durch Probleme mit der Technik. Aber: Der Zeitaufwand lohnt sich!

Georg-Wagner-Realschule, Hauptschule, Künzelsau
Achim Meindel, Christoph Koch
Die Grundidee war der Aufbau einer Radio-AG mit dem Ziel, Ereignisse des Schullebens und jugendgerechte Themen mithilfe des Radios aufzuarbeiten und in Form einer monatlichen Pausenradio-Sendung mit den Schülerinnen und Schülern der beiden beteiligten Schulen zu präsentieren.
Zu Beginn des Schuljahres wurde eine gemeinsame Radio-AG an den beiden räumlich getrennten Schulen gegründet. Insgesamt 13 Schülerinnen und Schüler nahmen daran teil und beschäftigten sich von Anfang an mit journalistischer Arbeit und der Technik. Am schwierigsten war die praktische Arbeit im journalistischen Bereich, wie z. B. ein Interview führen oder geeignete Themen zu finden.
In dieser Phase wurde ein eintägiger Samstagsworkshop zur Vertiefung der Kenntnisse über verschiedene journalistische Formen durchgeführt, der für zusätzliche Motivation sorgte. Daraus entstand der Name des Radioprojekts und ein Logo.
Die Jugendlichen aus den verschiedenen Schulen arbeiteten immer besser zusammen, die meisten nahmen regelmäßig an den wöchentlichen Redaktionssitzungen teil.
Die erste Sendung führte zu weiterem Wissensdurst vor allem zum Thema Moderation. Im Frühjahr gab es dazu einen weiteren Samstagsworkshop.
Bemerkenswert war, dass vor allem die Schülerinnen und Schüler eine Hemmschwelle im Umgang mit Menschen überwinden mussten, während sie eine traumwandlerische Sicherheit im Umgang mit der Technik an den Tag legten.
Insgesamt wurden vier Sendungen innerhalb des Schuljahres produziert und gesendet, und das waren die Themenschwerpunkte:
Weihnachten
Der Spickzettel
Kosovo-Krieg
Strafmaßnahmen an der Schule
Die Beiträge wurden jeweils in der Haupt- und der Realschule gesendet, sie wurden durch schultypische News ergänzt.
Der Bildungsplan sieht für Klasse 9 als ein fächerverbindendes Thema den „Umgang mit Medien“ (FTh 4) vor. Da dieses Thema im Unterricht kaum Raum findet, wurde die AG als Umsetzungsmöglichkeit gesehen. Motivierte Schülerinnen und Schüler aus den AGs sind für die Mitschüler oft Anlass, sich selbst mit Medien zu beschäftigen. Bei der Aufarbeitung der Betriebserkundung im Rahmen von BORS kamen gerade Jugendliche aus Klassen von AG-Mitgliedern mit dem Wunsch, die Dokumentation mithilfe einer Audiokassette zu bereichern.
Für die sinnvolle Arbeit in der AG wurde die Altersstufe ab Klasse 8 ausgewählt, da in diesem Alter bereits Grundlagen der Arbeit am PC vermittelt worden waren. Das hat die Bearbeitung der Sounddateien und die spätere Präsentation im Internet erleichtert.
Inhalt der AG-Arbeit war:
der intensive Umgang mit Aufnahme- und Schnitttechnik
journalistische Stilformen: Nachrichten, Umfrage, Interview, Reportage, Veranstaltungstipp
Moderation
Gesprächsführung, Höflichkeitsformen
betriebswirtschaftliches Denken bei der Beschaffung von zusätzlicher Technik
Radioarbeit war für alle beteiligten Schülerinnen und Schüler Neuland. Zwar wurden bisher bisweilen Unterrichts-Ergebnisse mithilfe des Kassettenrekorders gesichert oder es wurde einmal ein kurzes Hörspiel eingeübt, aber eine konsequente Arbeit mit dem Medium Radio fand in der Schule nicht statt.
In der Radio-AG wurde der praktische Umgang mit dem Medium eingeübt und erprobt. Die Auswahl von Themen und Musik unterlag einem ständigen Diskussionsprozess. Die eigenen Radiosendungen boten ein Feld für Kreativität und Eigenständigkeit. Das bisherige eigene Konsumverhalten im Radiobereich sowie die Sendungen in öffentlich-rechtlichen und privaten Rundfunksendern wurden kritisch betrachtet.
Der praktische Umgang mit dem Radio zeigte auch Auswirkungen auf den Unterricht, indem die beteiligten Schülerinnen und Schüler für ein Referat im Fach Deutsch oder für eine Umfrage im Fach katholische Religion die Aufnahmegeräte benutzten.

Wie für die Arbeit in einer AG üblich, ließen die beiden beteiligten Lehrerinnen und Lehrer den Jugendlichen einen möglichst großen Freiraum und hielten das Redaktionsteam zu einer eigenständigen Einteilung der Zeit an. Erst wenn Unklarheiten und Probleme auftraten, die von den Jugendlichen nicht alleine zu lösen waren, wurden von den zuständigen Lehrkräften entsprechende Angebote gemacht. Daraus entstand zum Beispiel ein Workshop mit der Theater-AG, bei dem versucht wurde, den Umgang mit Interviewpartnern zu üben.
Meist wurde in Kleingruppen gearbeitet, Lehrervorträge waren die Ausnahme.
Im Umgang mit der Schnittsoftware zeigte sich, dass die Lehrkräfte in die Rolle der Lernenden schlüpften. Vor allem die Schülerinnen und Schüler legten zunehmend Geschick im Umgang mit der Schnitttechnik an den Tag.
Am stärksten gelenkt wurden die AG-Stunden, wenn es um einen konkreten Sendelaufplan ging, der in die Pausenzeit von etwa 15 Minuten eingepasst werden musste und bei der Probe der Sendung am Mikrofon. Die Ausdauer der Schülerinnen und Schüler ließ in diesen Phasen bisweilen nach. Die AG fand jeden Mittwoch von 14 bis 15.30 Uhr statt. Häufig wurde länger gearbeitet, was die angenehme Stimmung in der Gruppe widerspiegelt.
Als technische Ausstattung stand von der Kreisbildstelle (Medienzentrum) ein PC mit besonderer Soundkarte und „CUTmaster“-Software zur Verfügung. Außerdem ein analoges Aufnahmegerät (Marantz) samt Mikrofon. Ein Minidisc-Recorder wurde getestet, erschien aber für die Arbeit mit Jugendlichen nicht so geeignet, weil empfindlicher als das analoge Kassettengerät.
Aus einem besonderen Fördertopf des Kultusministeriums bekam die Realschule zusätzlich zwei Aufnahmegeräte und Mikrofone.
Im Lauf der Zeit gelang es, eine Sendeanlage zusammenzustellen – Stereoanlage, CD-Player, Mikrofon – die es ermöglichte, den Eingangsbereich der Realschule so zu beschallen, dass die Sendungen gut gehört werden konnten.
Die Unterstützung durch die Landesbildstelle half das Projekt erfolgreich durchzuführen, es gab sowohl direkte Hilfe im Einzelfall als auch Fortbildungen, bei denen Fragen thematisiert werden und Erfahrungen mit anderen Schulen ausgetauscht werden konnten.
Die Stimmung in der AG war bis zum Schluss sehr gut, die Jugendlichen investierten auch viel Freizeit in die Radioarbeit. Schülerinnen und Schüler aus anderen Klassen meldeten sich für das kommende Schuljahr zur Mitarbeit an.
Die Sendungen fanden bei den Schülerinnen und Schülern ein positives Echo und auch beim Schulfest spielte die Radio-AG eine wichtige Rolle. Diese Erlebnisse motivierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer immer wieder aufs Neue und führten zu berechtigtem Stolz auf die eigenen Produktionen.
Die Zusammenarbeit zwischen Haupt- und Realschule funktionierte gut, Vorurteile gerade auch gegenüber Spätaussiedlern wurden abgebaut.
Sowohl im Umgang mit der Technik als auch im Umgang mit journalistischen Grundformen wurden die Schülerinnen und Schüler zunehmend sicherer, manche entwickelten sich zu technischen Profis.
Darüber hinaus lernten sie, Interviews und Umfragen so zu führen, dass sinnvolle Ergebnisse erzielt wurden und Moderationen so zu gestalten, dass andere Schülerinnen und Schüler zuhören. Die betreuenden Lehrerinnen und Lehrer stellten einen großen Zuwachs an sozialer Kompetenz fest.
Trotz eines Grundetats für Verbrauchsgüter in Höhe von 200 Mark entstand im Laufe der Zeit immer mehr der Wunsch, auch eigene Sendeanlagen zu besitzen. Klar war, dass dies nicht von der Schule finanziert werden konnte. Um einen CD-Player und ein Mischpult finanzieren zu können, betreuten die Schülerinnen und Schüler bei einem Fest ein Karussell und nahmen damit 550 Mark ein. Die Schülerinnen und Schüler lernten so den Wert der Technik besser einschätzen und gingen sehr sorgsam mit den Geräten um.
Die Schulleitung unterstützte das Projekt in allen Bereichen, was für den organisatorischen Rahmen sehr wichtig war.
„Radio Planet“ wird fortgeführt.

Landesmedienzentrum Baden-Württemberg
Rotenbergstraße
111
70190 Stuttgart
Tel.: 07 11 / 28 50 - 6 (Zentrale)
Fax
Sekretariat: 0711/28 50 - 780
Fax Verleih: 0711/28 50 -
780
Bemerkung: Hier gibt’s Geräte, Fortbildungen,
Kontakte zu Kreisbildstellen
Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg
Rotebühlstraße
121
70178 Stuttgart
Tel.: 07 11 / 6 69 91-0
Fax: 07 11 / 6
69 91-11
E-Mail: info@lfk.de
Bemerkung: Hier gibt’s alle
Adressen von Privat-Sendern und Kontakte zu medienpraktischen
Projekten.
Landesvereinigung Kulturelle Jugendbildung
Ba-Wü e.V.
(LKJ)
Rosenau 1
73730 Esslingen
Fon und Fax: 07 11 / 3 16 71
61
Bemerkung: Hier gibt’s Geräte, Referenten und
Referentinnen, Fortbildung zum Thema Radiomachen mit Kindern und
Jugendlichen.
DASDING
SWR
76522 Baden-Baden
Tel.: 0 72 21 / 9 29 -
0
E-Mail: dasding@dasding.de
Bemerkung: Hier gibt’s
Workshops für Schulklassen, Praktika, evtl. Sendemöglichkeiten.
sunshine live
Scheffelstr. 55
Postfach 1760
68723
Schwetzingen
Tel.: 0 62 02 / 2 82-0
Fax: 0 62 02 / 2
82-100
Bemerkung: Hier gibt’s Praktika, evtl.
Sendemöglichkeiten
Freies Radio für Stuttgart
Falbenhennenstr. 11
70180
Stuttgart
Tel.: 07 11 / 6 40 04 44 (Studio)
07 11 / 6 40 04 42
(Büro)
http://www.uni-stuttgart.de/STUDinfo/stups/frs/
Bemerkung:
Über diese Adresse gibt es auch die anderen Adressen von
nichtkommerziellen Sendern in Baden-Württemberg; Sendezeit.
Ein Überblick für Grundschule, Hauptschule, Realschule, Gymnasium



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1Media Analyse 99, lt. Deutsche Presse Agentur vom 6. August 1999 (Die Media Analyse ist eine von der Arbeitsgemeinschaft Media Analyse e.V. getragene Standarduntersuchung zur Erhebung von Nutzungsdaten für Hörfunk, Fernsehen und die Printmedien.)
2Six, Ulrike u. a.: Hingehört, Gütersloh 1997
3JIM 98, Jugend, Information, (Multi-)Media, Hrsg. Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest, Baden-Baden 1998, S. 7
4vgl. Gertitschke, in: Offene Jugendarbeit 1/97, Stuttgart, S. 35