Web 2.0 - Alltag der Jugendlichen
SchülerVZ, MySpace, Second Life: Die heutigen Heranwachsenden sind im so genannten Web 2.0 quasi zu Hause. Sie chatten, bloggen, kommunizieren in Communities, leben in virtuellen Welten, laden Podcasts hoch und runter und sind in ständigem Kontakt mit ihren multimediafähigen Handys. Dementsprechend gewandelt haben sich auch ihre Vorlieben und Gewohnheiten, ihr Umgang miteinander sowie ihr Verhalten in Schule, Freizeit und Beruf.
Neue Möglichkeiten für die Medienbildung

- Galerie ZKM
Zum Thema "Web 2.0 - Alltag der Jugendlichen" veranstaltete die Landesanstalt für Kommunikation (LFK) im Rahmen des Projektes soundnezz.de am 15. Oktober 2008 eine Fachtagung im Zentrum für Kunst und Medientechnologie (ZKM) in Karlsruhe. Dabei gingen die ReferentInnen aus der Kunst- und Medienszene dieser veränderten Alltagskultur aus ganz verschiedenen Perspektiven auf den Grund. In ihren Vorträgen berichteten sie, was unter dem Schlagwort "Mitmach-Internet" zu verstehen ist und diskutierten mögliche Gefahrenquellen im Internet und Konsequenzen für die Medienpädagogik. Vor allem aber ging es auch um das kreative Potenzial der neuen Technologien für den schulischen und außerschulischen Kunst- und Bildungsbereich.
Ein reger Diskurs über Identität
Im sogenannten Web 2.0 gibt es viel Trash, aber auch zahlreiche gute Produktionen. In seinem Vortrag zeigt Jürgen Lauffer von der GMK, wie Jugendliche unabhängig von der Qualität der Inhalte Plattformen wie schuelerVZ oder YouTube nutzen, um einen regen Diskurs über ihre Identität zu führen. Als Beispiele führt er u.a. die Clips Everyone knows your name und How to be Emo an. Die aktuelle Aufgabe für Kultur und Medienarbeit sieht Lauffer folglich darin, die Kreativität und Kompetenz von Kindern und Jugendlichen dahingehend zu fördern, dass sie diese Internet-Plattformen sinnvoll nutzen können.
Über die Datenautobahn zur Kommunikationsplattform (mp3, 10 MB)
Jürgen Lauffer ist Geschäftsführer der Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur (GMK).
Die Demokratisierung der Medien
Im Vortrag von Michael Lange steht die aktive Medienarbeit mit Kindern und Jugendlichen im Vordergrund. Anhand von zahlreichen Jugendbildungsprojekten zeigt der Medienpädagoge aus Berlin, was man mit Web 2.0-Anwendungen alles machen kann: Ob Weblogs oder Wikis an Schulen, Plattformen für Fotos oder Videos, Podcasting, Live-Streaming, Communities, virtuelle Welten oder die Arbeit mit Google Maps – die Nutzungsmöglichkeiten sind nahezu unbegrenzt. Für Lange sind derartige Angebote ein Zeichen für die Demokratisierung von Medien. Pädagoginnen und Pädagogen sollten daher Jugendliche dazu ermutigen, diese Möglichkeiten für sich zu nutzen.
Web 2.0 in der Jugendbildungspraxis. Der Pädagoge als Avatar (mp3, 16 MB)
Michael Lange arbeitet als freiberuflicher Medienpädagoge in Berlin für den Verein Metaversa e.V. und für die LAG Medienarbeit Berlin.
Medienkompetenz für Groß und Klein
Janine Burger zeigt am Beispiel des Zentrums für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe (ZKM), wie spannend und spielerisch Medienkompetenz vermittelt werden kann. Mit Workshops zu digitaler Bildbearbeitung, Trickfilmproduktion, Handyfilmen, Lego-Mindstorms oder dem Programmieren von eigenen Computerspielen ist für jede Alters- und Bildungsgruppe etwas dabei. In zahlreichen interaktiven Projekten wie beispielsweise FLICK_KA oder Kabelsalat werden am ZKM wissenschaftliche und künstlerische Arbeitsprozesse transparent gemacht und so das Sehen und die künstlerische Weiterbildung von kleinen und großen BesucherInnen gefördert.
Medienkompetenz durch Museumspädagogik (mp3, 11 MB)
Janine Burger ist Leiterin der Museumskommunikation am ZKM.
Jugendschutz im Internet
Chats und Communities im Web 2.0 bieten zahlreiche Möglichkeiten zur Selbstdarstellung, zur Kommunikation und Vernetzung zwischen den Nutzerinnen und Nutzern. Damit einher gehen allerdings auch Gefahren wie pornografische, rechtsextreme, selbstgefährdende Inhalte oder das so genannte Cyberbullying. Wie man derartigen Risiken im Internet am besten begegnet, darüber spricht Katja Knierim von jugendschutz.net in ihrem Vortrag. Neben technischen Filtern und grundsätzlicher Datensparsamkeit empfiehlt Knierim z.B. ein adäquates Moderationskonzept der Betreiber sowie angemessene Begleitung durch Eltern und PädagogInnen.
Posing, Mobbing, Hakenkreuze - Jugendschutzprobleme in Communities (mp3, 10 MB)
Katja Knierim ist Projektleiterin Chats & Communities bei jugendschutz.net.
Literaturtipps: Web 2.0
Andreas Poller:
Privatsphärenschutz in Soziale-Netzwerke-Plattformen
Christoph Busch:
Rechtsradikale im Web 2.0
Norbert Neuß:
Web 2.0 - Mögliche Gewinner und medienpädagogische Herausforderungen
Elizabeth Anna Prommer/ Arne Brücks/ Julia Mehnert/ Heino Neumann/ Andy Räder/ Franziska Roßland:
Forschungsbericht: "Real life extension" in Web-basierten sozialen Netzwerken
Web 2.0 und Medienbildung
Durch den Umgang mit Web 2.0 eignen sich Kinder und Jugendliche kulturelle Kommunikationsformen an, die ihre Denk- und Lernprozesse verändern. Der Medienpädagoge Franz Josef Röll beschäftigt sich mit den Herausforderungen für die Medienbildung durch die Veränderungen des Internets:
Web 2.0 - eine Herausforderung für die Jugendmedienbildung











