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Die Geschichte des Internet

WWW - die weltweite Vernetzung

Akustikkoppler

Ein Akustikkoppler aus den Anfangszeiten der Datenübertragung. Im Gegensatz zu einem Modem hatte ein Akustikkoppler keine eigene Verbindung zum Telefonnetz. Stattdessen wurden die Daten als Tonfolgen mittels integriertem Mikrofon und Lautsprecher auf den Telefonhörer übertragen.


1989 Timothy Berners-Lee, Mitarbeiter am Kernforschungszentrum in Genf, steht vor folgendem Problem: 7000 Mitarbeiter des CERN sind nicht unmittelbar auf dem Stand, wer gerade an welchem Projekt arbeitet. Die Informationen darüber lassen sich nur sehr umständlich miteinander austauschen. Ebenso verhält es sich zu dieser Zeit noch im Internet.
Er entwickelt ein Programm, mit dem Daten eindeutig in anderen Rechnern auffindbar und dadurch Verlinkungen zwischen den Dateien möglich sind und nennt das Programm WWW (World Wide Web). Das Prinzip des Hypertexts rückt in erreichbare Nähe.
 
1990 Das ARPAnet wird abgeschaltet.  
1991 Berners-Lee veröffentlicht WWW-Software im Internet. Die "Hypertext Markup Language" (HTML) dient der Programmierung verlinkbarer Internetseiten und wird von der Internet-Gemeinde sofort übernommen Timothy Berners-LeeTimothy Berners-Lee
1992 1 Million Rechner sind im Netz.

Am 23. November wird durch eine Initiative des US-Abgeordneten Rick Boucher das Internet, das bisher aus amerikanischen Steuergeldern finanziert wurde, frei und öffnet sich dem Kommerz.

Die erste Suchmaschine "Veronica" entsteht.

Erste Audio- und Videosendung im Netz.
 
1993 "Hypertext" ist zum Standard der Internet-Kommunikation geworden.

Marc Andreessen erfindet den ersten Internet-Browser "Mosaic" im Genfer Kernforschungszentrum CERN.
(Der "Browser-Emulator" bei www.dejavu.org veranschaulicht, wie die ersten Browser und die Internetseiten damals ausgesehen haben.)

Mehr als 2 Millionen Rechner sind im Netz.
 
1994 Der Browser "Netscape Navigator" wird herausgebracht.  
1995 Soldaten an der Front können Online mit ihren Familien in USA kommunizieren.

Die Firma SUN bringt die Programmiersprache "Java" heraus.

Durch die Real-Audio-Technologie kann nun über das Netz Musik und Video in Echtzeit konsumiert werden.
 
1996 Mehr als 16 Millionen Rechner sind im Netz.

Erlassene Beschränkungen im Internet weltweit:
China: Internetprovider und Internetbenutzer werden polizeilich registriert.
Deutschland: verschiedene Nachrichtengruppen bei Compuserve werden vom Netz genommen.
Saudi Arabien: es werden Internetanschlüsse an Universitäten und in Krankenhäusern beschränkt.
Singapur: politische und religiöse Provider werden staatlich registriert.
Neuseeland: Datenträger werden zu "Veröffentlichungen" deklariert und können somit zensiert werden.
 
1997 71618 Mailinglisten sind bei der Direktion LISZT registriert.  
1998 Mehr als 36 Millionen Rechner sind im Netz.

Die äußerst erfolgreiche Internet-Suchmaschine "Google" wird von Larry Page und Sergey Brin gegründet.
 
1999 Das 'SETI @ Home' - Projekt wird am 17. Mai gestartet. Der erste Versuch auf die Rechenkraft der zahllosen Computer am Netz zuzugreifen. Hierbei sollen alle Daten, die von Radioteleskopen in der ganzen Welt gesammelten Informationen ausgewertet werden, um extraterrestrisches Leben aufzuspüren. Ein einzelner Großrechner würde für die Verarbeitung der Daten Jahrhunderte benötigen.

Der E-Mail-Wurm Melissa infiziert tausende von PCs, die das Mailprogramm Outlook benutzen.
 
2001 Im USENET gibt es weit über 15 000 Newsgroups.

Am 15. Januar geht die "freie Enzyklopädie Wikipedia" online. Ende des Jahres 2001 gibt es die Wikipedia bereits in 18 Sprachen.

Der Terrorexperte des Bundesnachrichtendienstes, Dieter Kaundinya, zeichnete im Zusammenhang mit dem Krieg in Afghanistan das Szenario eines "Cyber-Wars". Die Terroristen könnten mit einem massiven Angriff auf die Datennetze die Infrastruktur in Deutschland lahmlegen. Dies hätte großflächige Stromausfälle und Fehlsteuerungen von Zügen zur Folge. Nach Einschätzung von US-Behörden kommunizieren Terroristen über das WWW, indem sie unter anderem Botschaften in Bildern oder Musiktiteln verstecken. (Steganografie)
 
2003 Über 50% der Bevölkerung in Deutschland hat einen Zugang zum Internet.  
2004 Der Internetwurm Mydoom verbreitet sich im Netz und sorgt für Stunden für eine durchschnittlich 10-prozentige Verlangsamung des Internetverkehrs.

Die Lufthansa bietet die Möglichkeit, via Satellit auch in über 10 000 Metern Höhe ins Internet zu gelangen.

Bei der deutschen Internet-Registrierungsstelle Denic sind acht Millionen Domainnamen mit der Endung .de angemeldet.
 
2005 Mit dem Slogan "Broadcast yourself" geht am 15. Februar die Videoplattform YouTube an den Start.

Am 30. September veröffentlicht der Verleger Tim O'Reilly den Artikel "What ist Web 2.0?" und macht damit den von Dale Dougherty und Craig Cline geprägten Begriff Web 2.0 populär. Der Begriff steht für einen Wandel des Internets, dessen Inhalten zunehmend von den Nutzerinnen und Nutzern selbst produziert werden. Beispiele dafür sind Weblogs, Wikis, Foto- und Videoportale wie FlickR oder YouTube und soziale Netzwerke wie MySpace oder das im Oktober 2005 vom Holtzbrinck-Verlag gegründete studiVZ.
 
2006 Mit "Jaiku" und "Twitter" gehen die ersten Mikroblogging-Dienste online  
2010 Das 2004 zunächst nur für Harvard-StudentInnen eingerichtete Soziale Netzwerk "Facebook" verzeichnet 500 Millionen Mitglieder und ist in 70 verschiedenen Sprachen verfügbar.  

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Autoren: Andreas Konitzer/Henriette Carle, MediaCulture-Online

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Literaturtipps:
Geschichte des Computers und des Internets

Konrad Zuse:
Der Computer: Mein Lebenswerk

Katie Hafner/Matthew Lyon:
E-Mail: Entstehungsgeschichte der elektronischen Post

James Gillies/Robert Cailliau:
Die Geburt des Internets