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TongueXchange - Sprachwechselstube

Eine Sammlung von Grußfloskeln in allen Sprachen, die in der Gruppe vorhanden sind, soll entstehen und aufgenommen werden. Allerdings werden die Sprachen bei diesem Spiel ausgetauscht. Die Kinder lernen die Sätze in der fremden Sprache, wobei die anderen Gruppenmitglieder als Sprachlehrerinnen und Trainer fungieren. Besondere Beachtung sollen hier Sprachen finden, die zahlenmäßig in der Minderheit sind.

 

Erfindung des Textes:

Es reichen zunächst 5 Wendungen, auf die sich die gesamte Gruppe einigt. Je nach Arbeitsgeschwindigkeit und inhaltlichen Erwägungen können weitere Sätze hinzugefügt werden. Wichtig ist, dass die Sätze kurz sind und von den Kindern in ihre eigenen Muttersprachen übersetzt werden können.

 

Beispiel:

 

Guten Tag!

 

Gute Nacht!

 

Wie geht es dir?

 

Mir geht es gut!

 

Bitte!

 

Danke!

 

Auf Wiedersehen!

 

Die Kleingruppenarbeit:

Nun bilden sich mehrere Teams, die aus maximal 4 Kindern bestehen. Sie fungieren als autonome Sprachwechselstuben, in denen zwei Sprachen gesprochen werden (z.B.: 2 Kinder sprechen Türkisch, 2 Kinder sprechen Deutsch, zwei Kinder sprechen Chinesisch, zwei Kinder sprechen Kroatisch).

 

Die Übersetzung/Übertragung:

Nun werden die Sätze, auf die sich alle geeinigt haben, innerhalb der Gruppen in die jeweiligen Sprachen übersetzt bzw. übertragen, wenn eine wortwörtliche Übersetzung unmöglich ist.

 

Der Sprachwechsel:

Nächster Schritt ist der Tausch der Sprachen. Die Kinder probieren die Wendungen in der Sprache ihrer Kolleginnen und Kollegen zu sprechen. Diese übernehmen die Rolle der TrainerInnen.

 

Die Aufnahme:

Eine Betreuungsperson bedient das Aufnahmegerät. Die andere Betreuungsperson übernimmt die Betreuung und Unterstützung der Kleingruppen sowie die Abwicklung der Reihenfolge bei den Aufnahmen. Wenn eine Gruppe mit ihren Übersetzungen und Sprechproben fertig ist, kann aufgenommen werden.

 

Das gemeinsame Hören:

Das Ergebnis wird einmal vorgespielt. Wenn die Zeit es erlaubt, kann der Prozess fortgesetzt werden und auf diese Weise ein multilinguales Wörterbuch aufgenommen werden, welches die Besonderheit hat, ausschließlich von nicht-muttersprachlichen Sprecherinnen und Sprechern generiert worden zu sein. Bestimmte Akzente werden so das erste Mal hörbar, etwa wenn ein Kind mit deutscher Muttersprache eine Begrüßung auf Chinesisch spricht. Der Akzent (der chinesische in der deutschen Sprache ist ja hinlänglich bekannt) und die Schwierigkeiten beim Artikulieren werden so auch als ein allgemeines Phänomen erlebt und nicht nur als eigene Unzulänglichkeit.

 

Erweiterungsmöglichkeiten:

Inhaltlich können alle einfachen Sätze einer für Kinder relevanten Basiskommunikation einbezogen werden. Der Begriff "Sprachwechselstube" könnte auch eine gegenständliche Entsprechung erhalten, etwa als spezieller Tisch mit Aufschrift und "Angeboten", welche Wendungen man/frau hier eintauschen könnte. Vielleicht ist hier auch die Doppeldeutigkeit des Wortes "Kurs" anwendbar. Ein Sprachkurs kann auch zum "Wechselkurs" zwischen den einzelnen Sprachen werden. Im Vorfeld des Workshoptags ist auch eine Sammelbox denkbar, in die auf Zettel geschriebene Wendungen eingeworfen werden können und die am Workshoptag dann geleert wird.

 

Rahmenbedingungen für das Projekt "TongueXchange"

Allgemeine Ziele Kennenlernen und Ausprobieren einer fremden Sprache, Kinder fungieren als Sprachlehrer/innen.
Themen Grußwendungen in mehreren Sprachen.
Spielergebnis, Produkt Tonaufnahme.
Präsentationsmöglichkeit Zunächst intern für die Klasse/Gruppe, Präsentationsmöglichkeit zu bestimmten Anlässen, Festen, im Rahmen anderer Audiomedien.
Sprachen Vielsprachig.
Arbeitsweise Kleingruppenarbeit zu maximal 4 Kinder je Kleingruppe.
Teilnehmer 15 bis 30 Kinder.
Alter der TN 6 bis 10 Jahre / 10 bis 13 Jahre.
Dauer 3 (Schul-)Stunden mit Pause.
Betreuungspersonen Zwei Betreuungspersonen.
Geräte Eine Tonaufnahmeeinheit mit Wiedergabemöglichkeit (Mikrofon und Rekorder, Kassettengerät mit eingebautem Mikrofon, Diktiergerät mit Boxen, Minidisc-Rekorder mit Mikrofon und Boxen), Schreibgerät und Notizblock.
Vorbereitungszeit/Vorkenntnisse Handhabung der Geräte (Aufnahme, Wiedergabe), Wörterbücher zu den in der Gruppe vorhandenen Sprachen.
Räumlichkeiten Ein Innenraum mit abgeteiltem Bereich oder zwei Räume

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