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Schüler-Medienmentoren-Programm (SMEP)

 

Das Schüler-Medienmentoren-Programm ist ein medienpädagogischer Kurs für Schülerinnen und Schüler im Alter zwischen 13 und 18 Jahren. Ziel der Ausbildung ist, dass Jugendliche lernen, Projekte und Arbeitsgemeinschaften zu selbst gewählten Themen rund um Medien, Medienschutz und Medienanalyse in ihrer Schule anzubieten.

 

Die Ausbildungsstandards werden vom Landesmedienzentrum Baden-Württemberg gewährleistet und die Teilnahme wird durch das Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg zertifiziert.

 

Das Programm ist besonders für Schulen interessant, die ihr Nachmittagsangebot im Medienbereich ergänzen und gleichzeitig den Interessen ihrer Schülerinnen und Schüler Rechnung tragen möchten. Durchführbar ist das Programm in allen Schularten. Entwickelt wurde es innerhalb des Projekts "MeGa" (Multimedia im Rahmen von Ganztagsangeboten an Schulen), einem Teilprojekt der Medienoffensive Schule II.

 

Im Schuljahr 2006/07 durchlief das SMEP-Programm seine Pilotphase. Sowohl bei Schulen als auch bei den Schülerinnen und Schülern findet das Projekt großen Anklang. In drei Schuljahren haben schon 75 Schulen und rund 680 Schülerinnen und Schüler am Programm teilgenommen. 2008/09 sind es insgesamt 23 Kurse mit 27 Schulen und drei Medienzentren.

 

Im Schuljahr 2007/08 wurden erstmals Kurse von und mit Medienzentren angeboten. So können Schülerinnen und Schülern aus verschiedenen Schulen in einem Kurs gemeinsam lernen.

 

SMEP in drei Schlagworten: Medienkompetenz – Verantwortung – Partizipation

Medienkompetenz

Das Mentoren-Programm SMEP legt großen Wert auf die Vermittlung von Medienkompetenz, die sich nicht im Erlernen des technischen Umgangs mit Medien erschöpft, sondern zu gleichen Teilen die Wirkungsweisen der Medienwelt in den Blick nimmt. Bezugspunkt und Grundlage des Medienmentoren-Programms ist die gemeinsam von der KMK und dem KM Baden-Württemberg vereinbarte Definition: "Medienkompetenz heißt sachgerechter, selbstbestimmter, kreativer und sozial verantwortlicher Umgang mit Medien."

 

Verantwortung

Das Programm bietet Jugendlichen die Chance, sich auf einem Fachgebiet zu präsentieren, auf dem sie sich einigermaßen sicher fühlen. Die Jugendlichen können aus der Aufgabe, eine Gruppe zu leiten, Selbstsicherheit und Anerkennung von anderen Schülerinnen und Schülern sowie Lehrkräften gewinnen. Dieses Gefühl von persönlichen Erfolgen beeinflusst ihre Identitätsentwicklung positiv.

 

 

Partizipation

Partizipation bedeutet ganz konkret das Mitgestalten des Schullebens. Häufig gibt es eine Gruppe von Schülerinnen und Schüler, die sich an ihrer Schule vielfältig engagiert z.B. in der SMV oder bei Schulfesten. Andere halten sich eher zurück, weil ihre Fähigkeiten nicht gefragt sind oder weil sie es nicht wagen, sich einzubringen. SMEP mit seiner Auswahl an Medien, Themen und Kooperationen macht es möglich, dass sie diese Hürde überwinden und sich an ihrer Schule einbringen.

 

Die Ausbildung im Überblick

Die Jugendlichen absolvieren das 40stündige Programm in vier Kurseinheiten (Modulen). Schon während der Ausbildung zur Medienmentorin bzw. zum Medienmentor sollen die Jugendlichen übungshalber ein kleines Projekt an der Schule anbieten.

 

Jedes Modul umfasst zwei Wissensbereiche: den Umgang mit ausgewählten Medien und Kenntnisse für das Leiten von Gruppen. Die zukünftigen SMEPPER brauchen beides, damit sie an ihrer Schule unterschiedliche Angebote machen können. Sie unterstützen Lehrerinnen und Lehrer beim alltäglichen Medieneinsatz, dokumentieren Schulereignisse oder organisieren regelmäßige Mittags- oder Nachmittagsveranstaltungen z.B. eine Trickfilm-AG oder einen Powerpoint-Kurs. In allen Fällen übernehmen die Schülerinnen und Schüler Verantwortung für die Geräte, die Organisation und den fachlichen Input.

 

Modul 1 Technik: Print
  Pädagogik: Gruppen leiten
Modul 2 Technik: Audio
  Pädagogik: Projektplanung lernen
Modul 3: Technik: Video
+ eigenes Angebot an der Schule   Pädagogik: Medienkompetenz
Modul 4 Technik: Präsentieren
+ eigenes Angebot an der Schule   Pädagogik: Neues Projekt planen
Projektangebot der ausgebildeten Schüler    
im darauffolgenden Schuljahr    

Die Ausbildungsunterlagen bekommen die Schülerinnen und Schüler als Reader, in dem die einzelnen Module beschrieben werden. Sie enthalten auch weiterführende Informationen, die von Mentorinnen und Mentoren später in eigenen Projektgruppen verwendet werden können.

Die Trainerinnen und Trainer

Die Trainerinnen und Trainer, die den Kurs anleiten, sind keine Lehrkräfte der Schule, sondern werden nach ihrem medienpädagogischen Vorwissen und ihren praktischen Erfahrungen ausgewählt. Zusätzlich müssen sie einen vom Landesmedienzentrum Baden-Württemberg durchgeführten mehrtägigen Trainer-Kurs absolvieren, bei dem sie in das SMEP-Programm eingeführt werden.

 

Die Trainerinnen und Trainer richten sich organisatorisch nach den Schulen. Die Kurse sind jedoch autonom und bringen eine neue Atmosphäre des Lernens mit sich. Deswegen finden die vier Termine meist auch an Wochenenden statt. Und die Jugendlichen kommen – freiwillig - in die Schule.

Wie finden es die Schülerinnen und Schüler? Was sagen die Lehrkräfte?

Im ersten Jahr wurden die Jugendlichen befragt, warum sie mitgemacht haben, wie sie das Programm bewerten und was man besser machen könnte.

 

Dabei stellte sich heraus, dass ein Ausbildungsprogramm im Bereich Medien häufig mit Computer- bzw. Technikschulung gleichgesetzt wird und daher eher Jungen anspricht. Dies bildete sich auch in der Geschlechterverteilung ab: In den ersten beiden Jahren waren es etwa zwei Drittel Jungen und ein Drittel Mädchen. Für das Schuljahr 2007/08 fehlen noch die genauen Angaben.

 

Die Altersspanne reichte von 11 bis 17 Jahren. Mehr als die Hälfte der Teilnehmerinnen und Teilnehmer war 14 Jahre alt und besuchte die 8. Klasse. Dies hängt auch mit der sogenannten „Halbwertzeit“ des Programms zusammen: Die Medienmentorinnen und -mentoren sind maximal 2 Jahre an ihrer Schule tätig, bevor sie die Schule verlassen. Die Schulen wählen also bewusst Jugendliche in den unteren Klassenstufen aus, damit diese in der Realschule zwei und in Gymnasien mindestens drei Jahre zur Verfügung stehen.

 

Abbildung: Altersstufen

Das Gesamturteil der Schülerinnen und Schüler über SMEP fiel positiv aus: 38% der Befragten fanden ihren SMEP-Kurs "super" und knapp die Hälfte (49%) konnten als Bewertung zumindest ein "ziemlich gut" abgeben.

 

Auch die Lehrerinnen und Lehrer bewerteten SMEP sehr positiv: Fasst man die Noten 1 und 2 bzw. die beiden besten Bewertungspunkte zusammen, äußerten sich in beiden Fällen mehr als 80% positiv.

 

 

Auf die Frage, warum sich Jugendliche bei SMEP angemeldet hatten, stand nicht allein das Interesse an Technik in Vordergrund; fast zwei Drittel waren überzeugt, dass sie mit SMEP mehr über die Medienwelt lernen könnten. Die Motivation anderen etwas beibringen zu können, haben 24% der Befragten als Grund angegeben.

 

Zudem hat SMEP offensichtlich eine Lücke gefüllt, denn auf die Frage, ob die Jugendlichen sich schon vorher an ihrer Schule engagiert haben, antworteten zwei Drittel mit „nein“. Mit dem SMEP-Programm wurden vor allem diejenigen Schüler/innen erreicht, die in der Schule bisher noch keine Ämter oder Aufgaben wie Klassensprecher, SMV, Schülercafé etc. übernommen hatten.

 

Abbildung: Bisheriges Engagement in der eigenen Schule

Die Lehrkräfte erwarteten von der Medienmentoren-Ausbildung in erster Linie, dass die Jugendlichen den Umgang und den Einsatz mit Geräten und Software lernen. (30% aller Nennungen). Darüber hinaus erhofften sie sich, dass die Jugendlichen nach Abschluss der Ausbildung in der Lage sind, ihr Wissen in Sachen Medien in selbst angeleiteten AGs bzw. Schulprojekten an andere weiterzugeben (20%). Durch SMEP selbstverantwortliches Handeln als Mentor/in zu lernen, folgte als Erwartung auf Platz drei.

 

72% aller befragten Lehrkräfte gaben an, dass Ihre Erwartungen von SMEP erfüllt wurden; nimmt man die Antworten "teilweise" hinzu, sind es sogar 86%. Skeptische Stimmen richteten sich dabei nicht gegen das Programm, sondern äußerten sich im mangelnden Vertrauen in die Fähigkeiten bzw. Selbständigkeit der Schülerinnen und Schüler.

 

Ansprechpartnerin

Landesmedienzentrum Baden-Württemberg Projekt SMEP

Karin Zinkgräf

E-Mail: zinkgraef@lmz-bw.de

Tel: 0711/2850-778