Räumlichkeit im Hörspiel
Über die technischen Möglichkeiten, einen Raum innerhalb der Aufnahme- und Wiedergabeverfahren und mit Zuhilfenahme von Original-Tönen und Atmo abzubilden, kann der Ort durch die Stimme spezifiziert werden. Er ergibt sich sozusagen aus dem Kontext und der Art und Weise des Sprechens. Die Stimme und auch alle anderen Klänge und Geräusche können technisch verfremdet werden, um so einen Ort zu fokussieren.
Wechsel von Räumlichkeiten, Zeiten und Sinnwelten werden mit folgenden Mitteln durchgeführt:
Mit Hilfe der Schnitt-Technik und der Tonblende können Szenen abrupt wechseln oder ineinander überfließen.
Blenden lassen sich nach ihrer dramaturgischen Funktion unterscheiden:
- Die Raumblende, zum Beispiel vom Hintergrund in den Vordergrund. Oder auch das Wandern von links nach rechts.
- Dimensionsblende, wenn eine Stimme, die mit einer Raumatmo wiedergegeben wird plötzlich ohne Rauminformation hörbar wird, kann ein Wechsel von normal gesprochener Stimme zur gedanklichen inneren Stimme gemeint sein.
- Zeitblende, sie ist eher durch Schnitt-Techniken und aus dem Kontext zu bewerkstelligen. Denkbar wäre, wenn eine schon bekannte Stimme als Kind und später als Erwachsener spricht.
Mit der klanglichen Bearbeitung mit Hall- und Echogeräten können Töne extrem verändert werden, dies kann einen Wechsel anzeigen.
In dem Hörspiel Berlin Alexanderplatz von Alfred Döblin z.B. kündigt eine Ansagestimme mit "Vier Wochen später", ein Zeitwechsel an.
Manche O-Töne vollziehen fast zwingend einen Wechsel, da ihnen deutliche qualitäts- oder produktionsbedingte Unterschiede anzuhören sind. So ist ein Audio-Zitat aus einem Kinofilm fast immer als solches zu erkennen, ohne dass extra darauf hingewiesen sein muss. Damit werden Sprünge über verschiedene Ebenen eines Hörstücks sehr deutlich gemacht.
Siehe auch Effekte.
Hörbeispiele:
Elemente des Hörspiels-Teil 1 von Werner Klippert.
Elemente des Hörspiels-Teil 2 von Werner Klippert.
Mit freundlicher Genehmigung des Autors und des Saarländischen Rundfunks.
Vorwärts immer rückwärts nimmer von Karlheinz Barwasser und Robert Stauffer. Mit freundlicher Genehmigung der Autoren.
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Autor: Christian Hörburger, MediaCulture-Online
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