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Produktion eines Hörspiels

Folgende Schritte sind bei der Planung einer Hörspiel-Produktion zu berücksichtigen:

 

1. Auswahl des Drehbuchs / Manuskripts

Entweder eine Geschichte wird von den Schülern selbst erfunden und in ein Manuskript überführt oder ein bestehendes Manuskript wird verwendet. Die Aufgabe des Hörspielautors ist es, aus einer Romanvorlage ein Manuskript zu entwickeln. Dies ist nicht einfach, daher sollte man sich für die Schulpraxis mit kleinen Geschichten zunächst begnügen. Einfache Handlungsstränge und nicht zu viele Sinnebenen sowie Zeit- und Raumwechsel sind zu bevorzugen.

 

2. Lektorat

Der Lektor prüft die Manuskripte nach ihrer Verwendbarkeit für eine Hörspiel-Produktion. Ist die Story wirklich spannend, lohnt sich also der Aufwand, ist die Geschichte als Hörspiel umsetzbar?

 

3. Dramaturgie

Der Dramaturg feilt gemeinsam mit dem Autor an dem Drehbuch, um so Spannungsbögen evtl. zu intensivieren und das Drehbuch produktionsgerecht zu verändern. Die Dramaturgie trägt zudem die Verantwortung für das Gesamtprogramm der entsprechenden Hörspielabteilung und setzt die Schwerpunkte in der Programmarbeit.

 

 

Regisseur Hartmut Kirste im SWR-Studio. Bild: mco

4. Regiearbeit

Die Regiearbeit besteht darin, das Manuskript zu interpretieren und die Regieanweisungen nach eigenen Vorstellungen umzusetzen, gegebenenfalls in enger Absprache mit dem Autor.

 

Charaktere eines Stücks können unterschiedliche akustische Insignien bekommen. Sie nehmen z.B. immer einen bestimmten akustischen Raum ein, indem sie einem spezifischen Ortungspunkt im Stereobild zugeordnet sind.

 

Oder sie werden verfremdet oder anderweitig klanglich bearbeitet (Equalizer, Kompressor, Hall- oder Echobearbeitung). Figuren und deren Handlungen sind mitunter an bestimmte andere typisierende oder hinweisende Schallereignisse gekoppelt (Geräusche, Musik, Tierstimmen, Klänge). Darüberhinaus entscheidet sich die Regie wie Räumlichkeit im Hörspiel erzeugt werden soll, mit Effektgeräten, oder durch den Kontext.

Dies alles kann der Regisseur in die Planung einbringen.

 

Die verschiedenen Rollen müssen auf die Sprecherinnen und Sprecher verteilt werden. Der Regisseur sollte die Fähigkeiten und Möglichkeiten der Schauspieler gut einschätzen können. Das Manuskript sollte im Detail verstanden sein, so dass Handlungsstränge, Spannungen und Betonungen sinngemäß richtig umgesetzt werden. Welche Technik (Effekte, Mikrofonierung) eingesetzt wird, spricht der Regisseur mit dem Toningenieur ab.

 

Informationen zu Effekten und Equalizer

5. Regieassistenz

Alle Zulieferarbeiten wie Zeitplanung, Beschaffung von Geräuschen, O-Tönen, Musik und Requisiten für die Spielhandlung (Telefonapparat, Schreibmaschine, und dergleichen benötigte Geräusche-Quellen) erledigt die Regieassistenz. Sie ist sozusagen die rechte Hand des Regisseurs, schreibt Regieanweisungen die den späteren Schnitt und Mischung betreffen mit und sorgt mit allgemeinen für einen reibungslosen Ablauf der Produktion. Nach der Produktion wird das Band beschriftet und sendefertig gemacht.

 

6. Toningenieur

Die Mikrofonierung, die Arbeit am Mischpult erledigt der Toningenieur. Er steuert das Lautstärkeverhältnis der einzelnen Mikrofone und Zuspieler, setzt Effekte ein und macht die Endmischung.

 

Informationen zur Mikrofonierung

Tontechniker im Hörspiel-Studio des SWR. Bild: mco

7. Tontechniker

Der Tontechniker ist für die Überwachung der Aufnahme- und Zuspielgeräte verantwortlich. Er bedient direkt die Maschinen, ist also so etwas wie der verlängerte Arm des Toningenieurs.

Ist die Aufnahme fertig, dann schneidet er nach den Anweisungen des Toningenieurs und des Regisseurs in Zusammenarbeit mit der Regieassistenz das Band oder die Bänder oder das digital vorgefertigte Material. Die verschiedenen Aufgaben innerhalb einer Hörspiel-Produktion lassen sich auf verschiedene Schüler oder Schüler-Gruppen verteilen.

Die Auswahl der Vorlage oder des Manuskripts sowie die dramaturgische Arbeit am Manuskript lassen sich gut in der Gemeinschaft realisieren. Für die Regiearbeit bei der Aufnahme, also Regisseur und Regieassistenz, sowie Toningenieur und Tontechniker sind wenige Personen sinnvoller, da lassen sich besser einzelne Schüler oder kleine Gruppen einsetzen.

Hörbeispiele:

 

  Mehmet

Eine Produktion der Schule für Körperbehinderte, Karlsbad-Langensteinbach.

 

  Das Gurkenfass

Entstanden im Rahmen eines Creative-Writing-Seminars an der Staatlichen Hochschule für Musik und darstellende Kunst, Stuttgart.

Autorin: Julia Stärk. Kontakt zu der Autorin können Sie über die E-Mailadresse yuliet@web.de aufnehmen.

Weiter zu einigen Interviews

Interviews, die unter anderem mit Schauspielern, Technikerinnen und dem Dramaturg bei der Produktion eines Hörspiels beim SWR geführt wurden.

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Weiter zu Mikrofonierung

 

Autor: Christian Hörburger, MediaCulture-Online

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Literaturtipps: Produktion eines Hörspiels

Udo Zindel:
Ein Hauch von Hörspiel. Szenische Dialoge.

Werner Klippert:
Elemente des Hörspiels.

Johann M. Kamps:
Beschreibung, Kritik und Chancen der Stereophonie im Hörspiel.