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Problematische Inhalte

Ein Mann geht einem anderen an die Gurgel.
Gestellte Szene. "Happy slapping". Foto: rothchild (flickr).

Offizielle Zahlen klingen harmlos

Die offiziellen Zahlen klingen geradezu harmlos. So listete das Landeskriminalamt in Baden-Württemberg im Mai 2006 nur etwa 10 Fälle von "Snuff-Videos" und etwa 20 Fälle von "Happy Slapping" auf, die Dunkelziffer ist aber groß. Wer mit Jugendlichen darüber spricht, bekommt den Eindruck, dass viele schon einmal ein solches Video gesehen oder sogar aufs Handy bekommen haben. Jugendliche berichten dann von schlaflosen Nächten und der Befürchtung vor allem die Bilder aus Snuff Videos "nie wieder los zu werden".

 

Viele Experten gehen davon aus, dass diese Bilder auf Kinder ab etwa zwölf Jahren eine besondere Faszination ausüben und dass das Aushalten dieser Bilder im Rahmen von Mutproben gefordert wird. Bilder und Mutproben dienen dann wiederum als Gesprächsstoff in der Gruppe. Aufschlussreiche Einblicke dazu bietet die Untersuchung von Petra Grimm "Prügeln für die Kamera? Über den Umgang Jugendlicher mit Gewaltvideos auf dem Handy".

 

Das Versenden solcher Bilder ist übrigens strafbar. Hinweise dazu in der Rubrik Rechtliche Hinweise.

Was können wir tun?

Reden ist auch in diesem Fall Gold: Informieren, die Gefahren thematisieren, Regeln vereinbaren, dies sind sicher die besten Möglichkeiten sich und andere vor Problemen und Gefahren zu schützen.

Hinschauen und informieren

Besonders intensiv schaut beispielsweise die Alfred-Teves-Schule in Gifhorn hin. Schulleitung, Lehrerkollegium, Eltern und Schüler sind dort in ein Konzept eingebunden, das "In 8 Schritten zu sauberen Handys" heißt.

 

Die Aktion Jugendschutz (Baden-Württemberg) hat zum Thema einige Punkte zusammengefasst und gibt Tipps zum Umgang mit Handys im Allgemeinen und mit Gewaltvideos im Besonderen. Empfohlen wird beispielsweise eine gemeinsame Diskussion und Verabschiedung von Regeln. Zu thematisieren seien dabei auch Fragen wie "Wie gehen wir miteinander um?", "Was fasziniert an Gewaltdarstellungen?", "Was lösen Gewaltdarstellungen bei den Jugendlichen aus?" Weitere Anregungen finden Sie in der Rubrik Ideen für den Unterricht.

 

Erkunden Sie die technischen Möglichkeiten der Handys

Lehrer und Eltern sollten beispielweise zunächst die technischen Möglichkeiten von Handys im Zusammenspiel mit anderen Geräten erkunden. Einige Leitfragen könnten sein:

 

Wo befindet sich die Bluetooth-Funktion? Über welche anderen Anschlüsse (Infrarot etc) zur Datenübertragung verfügt das Handy des Jugendlichen oder mein eigenes noch? Bei vielen Handys ist diese Funktion unter "Einstellungen - Verbindungen/Anschlüsse" zu finden. Um zu verhindern, dass jemand unbeabsichtigt Videos überspielt bekommt, ist es beispielsweise sinnvoll, die Bluetooth-Funktion zu deaktivieren und auch die "Sichtbarkeit" auszuschalten.

Wo können Videos, Töne, Bilder abgespeichert werden? Dies ist von Handy zu Handy unterschiedlich: mal gibt es im Menü einen Ordner "Medien", mal einen mit dem Namen "Funbox" oder "Unterhaltung". Dort finden sich wiederum Unterordner "Videos", "Bilder", "Musik". Weitere Anleitungen stehen dazu in unserem Artikel Handytechnik.


Wie und wo können diese Daten auf dem Handy versteckt werden?

Hierzu hat der Medienbereich der Grund- und Hauptschule Alfred-Teves-Schule in Gifhorn das Arbeitskonzept 8 Schritte zu sauberen Handys zusammengetragen und informiert zur Fragestellung "Wie verstecken Jugendliche Videos?"

 

T-Mobile hat eine kostenlose Service-Hotline geschaltet, die Tipps für besorgte Eltern bereit hält. 0800-3388776 (täglich von 8 bis 20 Uhr).

 

Regeln vereinbaren

Am Ende intensiver Information und Diskussion der unterschiedlichen technischen und inhaltlichen Aspekte der Handy-Nutzung sollten Regeln stehen, auf die sich alle Beteiligten einigen. Lehrer, Eltern und Schüler sollten mit bestimmten Vorgehensweisen gleichermaßen einverstanden sein.

 

Ähnlich wie bei der Computer- und Internetnutzung in der Schule könnte eine Selbstverpflichtung der Schülerinnen und Schüler eingeführt werden, in der die Jugendlichen sich verpflichten

  • gegenüber anderen keine Gewalt anzuwenden,
  • Gewalthandlungen nicht mit dem Handy zu filmen,
  • andere nicht heimlich zu filmen,
  • solche Bilder nicht weiterzugeben,
  • "Snuff Videos" nicht auf eigene Handys zu laden,
  • solche Videos, wenn sie unerwünscht ankommen, nicht zu öffnen und nicht weiterzugeben,
  • Lehrer/innen und/oder Eltern darüber zu informieren, wenn solche Filme kursieren und
  • gegebenenfalls Anzeige zu erstatten.

Einige Schulen haben in ihre Hausordnung bereits einen Passus zum Handy-Gebrauch eingefügt. Ein Beispiel dafür findet man in der Hausordnung des Albert-Einstein-Gymnasiums Böblingen mit Regeln zur Handy-Nutzung (Abschnitt IV) sowie in den Regeln zur Handy-Nutzung einer Schule in Berlin (unter Punkt 2.2.).

 

Weiter zu:

 

Rund um die Handytechnik

 

Handy-Lexikon

 

Handys und die Kosten

 

Ideen für den Unterricht

 

Rechtliche Hinweise

 

Links und Literatur

 

Autorin: Ingrid Bounin, MediaCulture-Online

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