Pornografie im Internet
Was Jugendlichen früher auf den Unterwäscheseiten im Neckermann-Katalog suchten, finden sie heute auf youporn oder badpinkgirl: Nackte Körper, Erotik, Sex, Pornografie - und das ganz anonym, kostenlos und leicht zugänglich. Diese Fülle sexueller und pornografischer Inhalte im Internet, die Niedrigschwelligkeit des Angebots und die Unkontrollierbarkeit des Mediums rufen bei Erwachsenen allerdings häufig Ängste auf den Plan: Führt die Allgegenwart nackter Körper und pornografischer Darstellungen zu sexueller Verwahrlosung, Gewalt und Werteverfall?
Sehnsucht, Neugier, Kicks
Dass Jugendliche sich mit sexuellen oder pornografischen Inhalten beschäftigen, ist normal und Teil ihrer Entwicklungsaufgabe, nämlich die Auseinandersetzung mit der eigenen und fremden Sexualität. Sexseiten im Internet bieten ihnen dabei die Möglichkeit sich zu orientieren, Sehnsüchte und die eigene Neugier zu befriedigen und erste Erfahrungen zu sammeln, wie "es" gehen könnte. Hinzu kommt der Kick, etwas Verbotenes zu tun. Das muss nicht zwangsläufig zu abwegigen Sexualvorstellungen, sexueller Frühreife oder grundfalschen Geschlechterbildern führen. Entscheidend ist vor allem, dass Erwachsene Jugendlichen die Möglichkeit geben, die gesehenen Bilder zu verarbeiten und entsprechend einzusortieren.
Problematisch wird es allerdings, wenn Kinder und Jugendliche unfreiwillig auf Inhalte stoßen, die sie ekeln, erschrecken oder verstören, oder wenn sie in Chats mit Pädophilen in Berührung kommen. Aus pädagogischer Sicht ist es daher unerlässlich, Heranwachsende in diesem Prozess nicht alleine zu lassen, sondern sie kompetent, offen und unaufgeregt zu begleiten und zu unterstützen. Kinder und Jugendliche brauchen Werte und Normen, um sexuelle oder pornografische Bilder einordnen und eine aufgeklärte Vorstellung von Sexualität entwickeln zu können, und Erwachsene, die ihnen bei der Herausbildung eines entsprechenden Urteilsvermögens behilflich sind.
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