Neuer Subjektivismus

- "Das große Mittelland" (1994) des Schweizers Regiseurs Samir zeigte, daß man mit neuem Digitalem Schnitt auch brilliante Dokumentarfilme machen kann. Kennzeichnend sind beispielsweise die verschiedenen Bild- Textebenen, die an einem digitalen Schnittplatz zu einem Bild komponiert wurden.
In den 80er und 90er Jahren ist ein neuerlicher Wandel des Dokumentarfilms festzustellen vom Betroffenheitsjournalismus, der für Minderheiten und benachteiligte Gruppen Partei ergriff zu offeneren und auch subjektiveren Formen. Ein Stilwechsel, der wiederum begünstigt wurde durch neue technische Möglichkeiten wie leistungsstarke elektronische Camcorder (1/2 Zoll, ¼ Zoll, High 8, DVD) und neue Möglichkeiten des Schnitts, wie ich es zu Anfang schon angedeutet hatte.
"Im Zeichen der Postmoderne entstanden in zunehmenden Maße bewußt subjektive und vielfach essayistische Dokumentarfilme, die die Möglichkeit authentischer Widerspiegelung von Realität durch den dokumentarischen Film grundsätzlich in Frage stellten. Auch bei der Entwicklung neuer essayistischer und halbdokumentarischer Formen stand das Fernsehen Pate." (Peter Zimmermann in: Geschichte des Fernsehens in der Bundesrepublik Deutschland, Band 3, S. 215)






