Metanavigation:


Mundwörterbuch (Video oder Foto)

Mund in Großaufnahme

Der sprechende Mund steht hier im Mittelpunkt und ist daher groß im Video- bzw. Fotobild. Bei Videoaufnahmen wird der Mund quasi zum Sprechakteur, bei Fotoaufnahmen wird die dominierende Mundstellung beim Aussprechen des Wortes bildlich festgehalten (z.B. bei Worten, die auf -mm enden, wäre dies aneinander gepresste Lippen. Überagieren ist natürlich erwünscht. Auf diese Weise kommt es zu einer intensiveren Auseinandersetzung mit Artikulation und macht überdies großen Spaß.

 

Worte finden:

Alle Kinder in den Gruppe überlegen sich nun Worte, von denen sie die Übersetzung in die anderen Sprachen wissen (Thema Spielplatz, Schule, Familie, Verkehr, Freizeit u.s.w.). Hier wird festgelegt, welche Kinder die "Basisworte" und welche deren Übersetzungen sprechen werden.

 

Aufnahmestuhl und Kamera:

Gleichzeitig wird ein spezieller Stuhl eingerichtet, auf dem die Kinder bei der Aufnahme sitzen werden. Die Kamera ist von einem Stativ aus auf diesen Stuhl gerichtet.

 

Tipp zum Finden einer passenden Mundstellung:

Die Mundstellung ergibt sich aus dem betonten Teil des Wort (z.B. "Baden" - hier ist "ba-" die dominante Artikulation und bewirkt gleichzeitig eine typische Mundstellung mit offenem Mund und eingezogenen Lippen.

Liegt die Betonung auf der Schlusssilbe, so ergibt sich aus diesem Vokal oder Konsonanten die Mundstellung (z.B. "Kanu" - hier ist es das "-u")

Natürlich kann auch die Bedeutung des Wortes Einfluss haben. Zum Beispiel werden bei "Gespenst" die Lippen bei "-schp-" leicht nach vorne gerichtet. Diese Zischlautkombination könnte verstärkt werden.

 

Aufnahme der Videoszenen / Zoom auf den Mund:

Zunächst wird auch hier auf den Mund gezoomt, nachdem die Kinder am "Aufnahmestuhl" Platz genommen haben. Auch hier wäre es gut, Trennbilder (z.B. Karton "Mundwörterbuch der 4a") zu setzen, und zwar nachdem ein Wort in allen vorhandenen Sprachen aufgenommen wurde. Beim Sprechen der Worte bewegen die Kinder den Kopf nicht, damit der Mund in der Mitte des Bildes bleibt. Überartikulieren ist lustvoll und erwünscht.

 

Laut sprechen bei Videoaufnahmen: Da in den meisten Fällen nur das Mikrofon auf der Kamera die Stimmen der Akteurinnen und Akteure aufnimmt und die Kamera weiter von ihnen entfernt ist als bei Tonaufnahmen, sollen die Kinder laut sprechen, damit sie deutlich verständlich sind.

 

Zwei-Sekunden-Pausen beachten: Auch hier kann es zu verzögertem Aufnahmebeginn kommen. Deshalb sollen die Kinder nicht sofort nach dem Start sprechen, sondern wieder zwei Sekunden warten. Selbiges gilt für Aufnahmeschluss: Die Kinder warten mindestens 2 Sekunden, nachdem sie gesprochen haben. Das hat auch den Effekt, dass ausnahmslos Münder auf dem Video zu sehen sind. Das erzeugt eine spezifische Ästhetik und ist lustvoll anzuschauen.

 

Wenn die Kinder selbst aufnehmen:

Natürlich können die Kinder die Geräte auch selbst bedienen, wenn der Bildausschnitt und das Timing genau abgeklärt sind. Sie bedienen zunächst die Zoomtaste und richten die Kamera auf dem Stativ ein, sodass der Mund groß erscheint. Wichtig ist die "Autofocus-Funktion", bei der automatisch scharf gestellt wird. Die Kinder überlegen sich Handzeichen für den Aufnahmestart und Aufnahmeschluss. Auch die Zwei-Sekunden-Pause kann durch Handzeichen vermittelt werden.

 

Nachbearbeitung - Ja oder Nein:

Natürlich können Videoaufnahmen am PC oder einem Schnittgerät nachbearbeitet werden. Dies ist dann sinnvoll, wenn das Video präsentiert werden soll. Die Aktion ist allerdings so konzipiert, dass sie auch ohne nachträgliche Bearbeitung auskommt, da die Aufnahmearbeit und der Gebrauch der verschiedenen Sprachen im Zentrum stehen. Für die Gruppe sind "Hopplas" meistens kein Problem, wenn jemand dadurch nicht gekränkt wird.

 

Erweiterungsmöglichkeiten:

Bestimmte Themengebiete können auch hier zu Wörterbuchserien zusammengefasst werden. Spannend ist es auch, das Mundwörterbuch dort anzuwenden, wo eine Darstellung oder Abbildung von besonders abstrakten Begriffen nicht mehr möglich ist (etwa "Kondition", "Weltall", "Friede").

 

Rahmenbedingungen für das Projekt "Mund-Wörterbuch"

Allgemeine Ziele Kennenlernen der Sprachen, Einbeziehung der Artikulation.
Themen Worte, Begriffe und Redewendungen, welche die Kinder häufig gebrauchen.
Spielergebnis, Produkt Aufnahme von Fotos oder Videoaufnahme.
Präsentationsmöglichkeit Intern für die Klasse bzw. Gruppe, auch präsentierbar im Rahmen bestimmter Veranstaltungen.
Sprachen Mehrsprachig.
Arbeitsweise Kleingruppenarbeit.
Teilnehmer 15 bis 20 Kinder.
Alter der TN 8 bis 13 Jahre.
Dauer 2 (Schul-)Stunden mit Pause.
Betreuungspersonen Zwei Betreuungspersonen.
Geräte Video: Eine Videokamera mit Stativ, ein Fernsehapparat (Bildschirm), Foto: Eine Fotokamera mit Zoom (digital oder analog), ev. PC für digitale Nachbearbeitung.
Vorbereitungszeit/Vorkenntnisse Handhabung der Geräte und Verbindungen (Aufnahme, Wiedergabe).
Räumlichkeiten Innenraum.

Weiter zu: Mehrsprachige Fotoreportage

Zurück zu: Visuelle Medienarbeit