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Mehrsprachige Blätterwand aus erster Hand

Als "Leermedien" fungieren hier leere DIN A4-Blätter, und zwar in der gleichen Weise wie leere Tonbänder, leere CDs oder leere Videokassetten. "Bespielen" heißt "Texte darauf schreiben". "Abspielen" wird durch "Affichieren" auf eine speziell dafür vorgesehene Infowand, dem "Vorführgerät", vollzogen. Die Blätterinfo vermittelt Erfahrungen der Kinder, die sie selbst gemacht haben, also nichts Erzähltes oder Übernommenes. Dadurch ist die Blätterinfo ein Medium mit Texten aus ersten Hand und auf keinem Fall eine Pinwand, auf die alle möglichen Infos und Mitteilungen geheftet werden können.

 

Vorgefertigte leere Infowand:

Um den Kindern die Aktion plastisch vorstellen zu können, sollten die Betreuungspersonen die Fläche bereits vorgefertigt haben, auf welche die verschiedensprachigen Infoblätter nach und nach affichiert werden sollen. Dafür reicht eine Papier- oder Kartonrolle aus stärkerem Material, auf der für so viele DIN A4-Blätter Platz ist als es Kinder in der Gruppe gibt (bei 20 Blättern - 10 Blätter zweireihig nebeneinander - sind die Maße des Bogens 200x60cm - ev. auch durch mehrere kleinere Bögen zusammenfügbar). Die leere Infowand wird an einer gut zugänglichen Stelle (z.B. an einer Wand im Flur oder an ein großes Fenster, bei dem die Blätter dann nach außen zeigen werden) befestigt.

 

Vorbereitungsstunden mit der gesamten Gruppe:

Die Infowand wird zunächst vorgestellt. Leere DIN A4-Blätter können darauf gelegt werden, um zu zeigen, wie die "Bestückung" funktioniert. Nun werden die Infoblätter selbst besprochen, die ja von den Kindern mit Texten beschrieben werden sollen.

 

Die drei Möglichkeiten für die Texte der Infoblätter:

 

  • Eigene Beobachtungen (Etwas Besonderes, das ich gesehen habe)
  • Eigene Erlebnisse (Etwas Besonderes, das ich erlebt habe)
  • Eigene Gedanken zu ..... (Was denke ich über ...)

Inhalte, die an die Kinder herangetragen werden, sind nicht im Sinne dieser Aktion. Wenn also weitere Themen erfunden werden, zu denen die Kinder Texte schreiben könnten, muss sensibel vorgegangen werden (Wenn es etwa um "Bedrohungen" geht, wären natürlich nur jene von Bedeutung, die die Kinder auch selbst erfahren können - wie etwa den Autoverkehr oder schimpfende, gewalttätige Leute, nicht aber "Atomkraft" oder "Steuerbelastung der Eltern")

 

Die leeren Infoblätter entstehen - Maske und Logo:

Jedes der drei Blätter braucht eine "Maske", und zwar eine mehrsprachige Übertitelung für das jeweilige Thema. Die Gestaltung des Titeltexts und möglicher grafischer Elemente werden mit den Kindern gemeinsam besprochen. Die drei verschiedenen Titeltexte werden danach in alle Sprachen übersetzt und gesammelt.

Ziel ist die Erarbeitung einer Kopiervorlage für jedes Infoblatt, und zwar je eine für Beobachtungen, eine für Erfahrungen und eine für eigene Gedanken. Die Maske kann am PC geschrieben werden. Die gedruckte Form ist hier die günstigere, weil sie den Printbereich direkt anspricht. Eventuell kann auch ein Logo kreiert werden, welches auf allen Infoblättern gleich ist. Sind die Kopiervorlagen fertiggestellt, werden sie kopiert, und zwar jedes Thema in einer anderen (hellen!) Farbe (etwa Hellgrau für Beobachtungen, Hellgelb für Erlebnisse, Hellblau für eigene Gedanken). Durch die verschiedenen Farben entsteht auch ein einfaches Leitsystem. Unten rechts auf dem Infoblatt sind einige Punkte, wo die Autorinnen und Autoren unterschreiben, ihre Namen oder Kürzel für ihre Namen angeben können.

Im folgenden Beispiel sprechen die Kinder einer Gruppe Deutsch, Türkisch, Polnisch, Italienisch und Ungarisch.

 

Hier ist ein Beispiel für die Infoblattmaske zum Thema "Beobachtungen", in die die Kinder handschriftlich und in ihrer jeweiligen Muttersprache ihre Bemerkungen eintragen können.

 

Aufteilung in Teams:

Am besten klappt es, wenn sich jeweils gleichsprachige Kinder zusammenfinden würden, die sich gegenseitig auch unterstützen können. Prinzipiell ist die Aktion so ausgelegt, dass für jedes Kind eine freie Infofläche auf der Infowand vorgesehen ist. Wenn sich also drei Kinder zu einem Team zusammenschließen, dann können sie auch gemeinsam Texte zu z.B. gemeinsamen Erlebnissen verfassen. Insgesamt stehen ihnen drei Flächen zur Verfügung. Also können die drei Blätter beschreiben.

 

Kopieren der Infoblätter, Blättervorrat:

Die Betreuungspersonen kopieren nun die Blätter in geeignet hoher Auflage (etwa 30 je Thema in jeweils einer anderen Farbe, also insgesamt 90 Blatt) und legen sie so bald als möglich auf. Die Kinder nehmen von den drei Stößen (einer in Hellgrau, einer in Hellgelb, einer in Hellblau) jeweils zwei Stück (eines ist Reserve).

 

Selbstständiges Arbeiten in den Muttersprachen:

In den nächsten zwei Wochen arbeiten die Kinder an ihren Texten selbstständig und affichieren sie, nachdem sie fertiggestellt sind, an die Infowand. Ziel ist es, eine möglichst vielsprachige Infowand zu erhalten, die auch von anderen Kindern, die eine vertretene Muttersprache sprechen, gelesen wird.

 

Die veröffentlichten Inhalte -Selbstkontrolle:

Das Affichieren auf die Info-Wand ist bereits ein Öffentlich-Machen der Texte. Die Kinder müssen hier selbst entscheiden, ob durch die Texte niemand gekränkt, beleidigt oder beschimpft wird.

 

Vorbereitung auf die "zweite Runde" - Variationen - Erweiterungen:

Aus den Erfahrungen, die sich nun ergeben haben, wird geklärt, wie die Kinder mit dem ihnen bereits vertrauten System weiterverfahren wollen. Sollen neue Texte geschrieben werden? Sollen einige der Texte auf der Wand übersetzt werden?

Auch wäre überlegenswert, ob Bilder miteinbezogen werden sollen. Es können Fotos oder Zeichnungen sein, nur sollte der Schwerpunk immer auf dem Text liegen.

 

Rahmenbedingungen für das Projekt "Mehrspachige Blätterwand"

Allgemeine Ziele Verschiedene Sprachen in einem Medium vereinigt
Themen Erlebnisse, Erfahrungen der Kinder selbst
Produkt Infowand
Präsentationsmöglichkeit Für interne Öffentlichkeit (z.B. Schule)
Sprachen Vielsprachig
Arbeitsweise Arbeit mit der gesamten Gruppe, dann selbstständig in Kleingruppen
Teilnehmer 15 bis 25 Kinder
Alter der TN 8 bis 12 Jahre
Dauer 2 (Schul-)Stunden mit Pause als Vorbereitung, selbstständiges Weiterarbeiten
Betreuungspersonen Eine Betreuungsperson
Geräte A4-Blätter in Weiß (Vorlagen), dann in drei verschiedenen Farben (je 30), eine Kopiermögllichkeit, PC und Drucker, große Papierbögen als Infowand, Papierklebstoff
Vorkenntnisse Schreiben am PC
Raüme Innenraum

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