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Medienkompetenz

Seit den 1990er Jahren ist der Begriff "Medienkompetenz" in aller Munde. Kein Politiker, kein Unternehmer, der ohne die Forderung nach Vermittlung von Medienkompetenz an Kinder und Jugendliche ausgekommen wäre. Erfahrene Wissenschaftler haben zur Schärfung des Begriffs beigetragen. Seit einiger Zeit unterliegt der Begriff zwar einer gewissen Kritik, aber die Grundzüge der Argumentation sind doch geblieben. Wir haben hier einige Beiträge von Autoren ausgewählt, die wesentlich zur Erläuterung des Begriffs "Medienkompetenz" beigetragen haben.

 

Stefan Aufenanger

Dieter Baacke

Dieter Spanhel

Gerhard Tulodziecki


Seit Mitte der 90er Jahre wird allenthalben in Politik und Wirtschaft von der Notwendigkeit der Vermittlung von Medienkompetenz gesprochen. In der Fachwelt war der Begriff "Medienkompetenz" bereits zuvor zu einem der Schlüsselbegriffe der Medienpädagogik geworden. Vor allem Dieter Baacke hat seit Beginn der 70er Jahre zu seiner inhaltlichen Ausdifferenzierung beigetragen. Da sich die meisten Autoren auf Dieter Baacke beziehen, werden seine Ausführungen etwas stärker berücksichtigt.

 

Seiner Meinung nach umfasst Medienkompetenz:

  • die Medienkritik, bei der die Analyse problematischer gesellschaftlicher Vorgänge (z.B. Medienkonzentration) gemeint ist, und die Auswirkungen auf persönliche Haltungen. Dazu gehört auch eine ethische Dimension, die eigenes Denken und Handeln sozialverantwortlich ausrichtet,
  • die Medienkunde, die das Wissen über heutige Medien und Mediensysteme meint, dazu gehört, dass man die neuen Geräte auch bedienen kann, aber auch das Wissen, was beispielsweise ein „duales Rundfunksystem” ist oder wie Journalisten arbeiten,
  • die Mediennutzung: dazu gehört die eigene persönliche Programm- oder Dienst-Nutzung wie beispielsweise das Fernsehprogramm oder Tele-Banking,
  • die Mediengestaltung, worunter Baacke innovative und kreative Formen eigener Medienproduktionen versteht.

Bernd Schorb hat den Begriff weiter ausdifferenziert: Er zählt zur Medienkompetenz

  • das Orientierungs- und Strukturwissen, mit dem sich Menschen in der komplexen und kaum durchschaubaren Medienwelt orientieren,
  • die kritische Reflexivität, mit der Menschen die Vielfalt von Information und Unterhaltung bewerten,
  • die Fähigkeit und Fertigkeit des Handelns: "Medienhandeln schließt dann auch instrumentelle Fertigkeiten ein, bedeutet aber in erster Linie die Fähigkeit, Ziele und Zwecke von Medienentwicklung und Medieneinsatz mitzugestalten",
  • die soziale, kreative Interaktion, es sei notwendig, so Schorb, "mit Medienkompetenz zugleich die Kompetenz zu erwerben, die Zweckbestimmung von Kommunikation als symbolisches Austauschhandeln zwischen Menschen zum Zwecke der Gestaltung menschlicher Gemeinschaft als Prämisse zu erkennen und mediales Handeln danach auszurichten"( Bernd Schorb 1997).

Gerhard Tulodziecki formulierte bereits 1987 wesentliche Aufgabenbereiche für die schulische Medienpädagogik und Dieter Spanhel stellte 1995 ein Konzept der "integrativen Medienerziehung" in der Schule vor. Er fügte den genannten Punkten zur Beschreibung von Medienkompetenz außerdem einen weiteren hinzu, nämlich den der "multimedialen Kompetenz", worunter er Folgendes versteht:

  • Fähigkeit zur Navigation in Hypertextstrukturen,
  • Selektionsfähigkeit, um die aus der Informationsfülle erforderlichen Daten herausfiltern zu können,
  • Fähigkeit, die Texte zu verstehen,
  • Fähigkeit, die Verantwortung für eigenes Medienhandeln zu übernehmen.

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Autorin: Ingrid Bounin

Beratungsstelle

Bild: splorp, Lizenz: cc

Die Beratungsstelle des LMZ beantwortet Fragen zu allen Aspekten jugendlicher Mediennutzung und gibt Tipps für Ihre pädagogische Praxis.

 

Tel: 0711- 2850-777

E-Mail: beratungsstelle@lmz-bw.de

 

Literaturtipps: Medienkompetenz

Dieter Spanhel:
Medienkompetenz als Schlüsselbegriff der Medienpädagogik?

Stefan Aufenanger:
Was versteht man unter Kompetenz?