Medien - Sucht - Gewalt

- Foto: Grundschulkinder in Krautheim mit Bananen-Handys. (mco)
Der Umgang mit PC und Internet sind heutzutage schon für Kinder selbstverständlich. Aber die technischen Möglichkeiten moderner Medien bergen auch eine Vielzahl von Gefahren. Eltern, Erzieherinnen und Lehrer sind gefordert, Kinder und Jugendliche auf die sich ständig verändernden Anforderungen vorzubereiten. Die Fachtagung "Medien - Sucht - Gewalt" in Krautheim bot für Pädagoginnen und Pädagogen Aufklärung, Information und Anregungen für pädagogische und präventive Vorgehensweisen. Vorträge und Workshops ergänzten sich und boten einen Überblick über die Thematik.
Die wunderbare Welt der Generation @
Dr. Ulrich Wehrmann, Suchtbeauftragter des Rhein-Neckar-Kreises, eröffnete die Veranstaltung mit einer Tour d'horizon durch die jugendlichen Medienwelten. Mit Medienverwahrlosung, so seine These, haben wir es schon lange zu tun, nur dass heute neue Entwicklungen mit dem Internet hinzugekommen sind. "90 Prozent davon sind Schrott und wer die Perlen im Netz finden will, muss über Bildung verfügen", sagt er. Gleichzeitig erfordern die neuen Entwicklungen auch neue Erziehungsanstrengungen, nach denen man durchaus als Eltern einen Erholungsurlaub gebrauchen könnte. Das A und O, so Wehrmann, sind klare Regeln und ein ständiger Austausch mit den Jugendlichen.
Die wunderbare Welt der Generation @ (80 MB, mp3)
Bildschirmmedien im Alltag von Kindern und Jugendlichen
Bildschirmmedien spielen im Alltag von Kindern und Jugendlichen eine große Rolle. Immer mehr Kinder und Jugendliche verfügen über digitale Geräte im eigenen Kinderzimmer, so dass sie sie häufig unkontrolliert nutzen können. Dies führt nicht nur zu immer längeren Seh-, Surf- und Spielzeiten, sondern hat auch zahlreiche andere unerwünschte Nebenwirkungen. Dr. Thomas Mößle, Diplom-Psychologe beim Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen (KFN), demonstrierte anhand zahlreicher Folien die Forschungsergebnisse seines Instituts.
Bildschirmmedien im Alltag von Kindern und Jugendlichen (111 MB, mp3)
Eine Zusammenfassung der Forschungsergebnisse bieten auch zwei Artikel von Dr. Thomas Mößle.
Mediensucht - verloren (?) in virtuellen Welten
Alexander Goppler vom Kompetenzzentrum Mediensucht in Schwerin fächerte für die Zuhörerinnen und Zuhörer auf, welche Faszination Computerspiele auf Jugendliche ausüben und welche Faktoren darauf hindeuten, dass Suchtverhalten vorliegt. Angereichert duch eigene Erfahrungen aus der Suchttherapie zeigte er auf, dass die Symptome bei der Computerspielsucht ganz ähnlich sind wie etwa bei der Glückspielsucht. Meist sind es Eltern oder Freunde, die sich an eine Beratungsstelle wenden, da die Betroffenen selbst sich nicht als süchtig empfinden.
Mediensucht - verloren (?) in virtuellen Welten (92 MB, mp3)
Computer-, Online- und Konsolenspiele
Ingrid Bounin, Projektleiterin des Projekts "Medien - aber sicher" am Landesmedienzentrum Baden-Württemberg, fächerte in ihrem Workshop die ganze Bandbreite der Spiele und Spieleplattformen auf. Computerspiele sind längst zum Kulturgut in unserer Gesellschaft geworden und keinesfalls einzig und allein ein jugendliches Phänomen. Spiele verfügen über ein beachtliches wirtschaftliches Potenzial und sie sind Teil einer Massensportbewegung, den so genannten Electronic Sports. Andererseits werden Spiele mit Amokläufen und Suchtgefahren in Verbindung gebracht.
Powerpoint im Workshop als PDF.










