Licht und Farbe
Licht und Farbe sind immens wichtig für die Wirkung eines Filmes. Die beiden Elemente sind sogar prägend für die Qualität des gesamten Films. Beides richtig einzusetzen erfordert Könner und viel Geld.
Erläuterungen zum Lichteinsatz. (mp3)
Misery
Manfred Rüsel wählte den Film "Misery" (1990), um die Lichteffekte zu verdeutlichen.
Filmausschnitt "Misery" (wmv)
"Achten Sie darauf, wie beide Personen bei der gleichen logischen Beleuchtung - das ist natürlich mit Scheinwerfern simuliert - dennoch anders gezeigt werden. Hier sehen Sie bei ihm dieses rosafarbene Licht, weit wärmere Töne als auf der anderen Seite: ganz hartes gerichtetes Licht kommt hier von rechts man sieht hier wieder das klassische Beispiel der Untersicht. Also seit Nosferatu, Herr der Ringe - das Böse überall zu sehen gerne in dieser Untersicht. Es gibt übrigens auch Regisseure, die das Terminator-Shot nennen, das sind die, die sich erst später mit dem Film zu beschäftigen beginnen und die das das erste Mal beim Terminator (erster Teil 1984) gesehen haben.
Hier das sogenannte Hell-Dunkel, das Licht, das also den Antagonisten des Films nur zur Hälfte zeigt, das ist eine Konvention des Kinos. Das signalisiert uns: es handelt sich hierbei nicht um den Guten, maximal um einen ambivalenten Charakter, wahrscheinlich eher um den Bösen. Das ist ne Konvention im Kino. Jeder der so beleuchtet wird, mit hartem gerichteten Licht, das eine Gesichtshälfte in den Schattenbereich fallen lässt, ist nicht die positive Identifikationsfigur. "
Vertigo
Ein Film des Großmeisters der Regie - Alfred Hitchcock - kann vortrefflich aufzeigen, welch intensive Wirkung ein Filmemacher mit Mitteln der Farbgebung erzeugen kann. In Hitchcocks "Vertigo" (1958) übernimmt die Farbgebung ein Stück der Aussage des gesamten Films. Mehr Informationen zum Film.
Zu Licht und Farbe in "Vertigo". (mp3)
Filmausschnitt "Vertigo" (wmv)
Manfred Rüsel in seinem erläuternden Kommentar:
"Es kommt jetzt ganz auf die Atmosphäre des Lichtes, die Beleuchtung an. Und Sie werden sehen, das wirkt ganz merkwürdig...Jetzt ist das Appartement erstmal grün. Es ist aber nicht im positiven Sinne grün, sondern es ist so ein schmieriges, komisches Grün, das motiviert wird durch die Neonreklame draußen, das eine ganz bestimmte Wirkung erzeugt. Dann fehlen hier die Farben im Appartement. Heute sagt man "entsättigte Farben". Sie sehen eigentlich nur so einen merkwürdigen verwaschenen Rosa-Braun-Ton, diesen Grünton in einem Raum der sich sonst (während des Films) ganz anders darstellte. Und selbst das Bett, das wir gleich in einer anderen Einstellung sehen, ist so gestaltet, dass dieser Grünton diesen Bettkasten da bestimmt. Das Bild da oben war ganz farblos.
Jetzt taucht die Geliebte aus dem Badezimmer auf und die Musik spielt hier eine ganz wichtige Rolle...es ist Tristan und Isolde, Richard Wagner...es ist also eine direkte Kombination von der Aussageebene der Musik und des Bildes. Das ist ja eine Liebesgeschichte, die auch nicht gut ausging. Und jetzt taucht sie aus der Totengruft auf. Da. Wie durch einen Schleier taucht sie aus dem Nebel auf. Und auf der anderen Seite sehen wir sein Gesicht und dass die Augen glänzen. Das ist ein spezielles Licht, das so genannte Augenlicht, das hier eingesetzt wird, um seine Augen glänzen zu lassen...
Der positive Held....lässt die Tote auferstehen. Ist also jemand, der nur rückwärts gewandt lebt, der so was wie Nekrophilie betreibt. Der Hitchcock bricht also hier in dieser Szene (durch die Licht- und Farbeneffekte) mit dem Star James Stuart, in dem er ihm eigentlich vorwirft: was du machst ist abartig. Schüler frage ich dann immer: stell dir mal vor, dein Freund würde dich nach dem Bilde der Ex gestalten."
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Handreichungen zur Filmanalyse
Zur Filmanalyse hat Manfred Rüsel einige Arbeitspapiere zur Verfügung gestellt, mit denen man die Betrachtung eines Films strukturieren kann.
Filmanalyse
Begriffe für die Filmanalyse








