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Kids & Games 2007

Zu einer Versachlichung der Diskussion wolle man beitragen, betonte Jürgen Schattmann vom Ministerium für Generationen, Familie, Frauen und Integration NRW bei der Eröffnung von "Kids & Games" am 11. Oktober 2007 in Köln. Hinsichtlich der Computer- und Onlinespiele gebe es eigentlich nur zwei Pole a) die strikte Ablehnung und b) die euphorische Beurteilung. Die Veranstaltung stellte daher vor allem die Frage nach den Potenzialen der games.

Fängt alles in der Familie an?

Die Haltung, die wir gegenüber dem Fernsehen einnehmen, können wir nicht umstandslos auf digitale Medien übertragen. So lautet eine der Aussagen von Professor Winfred Kaminski (Fachhochschule Köln). Sie sind vielschichtiger und ermöglichen wesentlich aktivere Teilhabe am medialen Geschehen. Dies ist gleichzeitig auch Entwicklungsaufgabe für Kinder, sich die Kenntnisse für diese Handhabe anzueignen. Eine "Droh-Pädagogik" lasse Kinder hilflos in dieser Medienwelt mit ihren Möglichkeiten und Erfordernissen. Vielmehr gelte es Kinder so zu stärken, damit sie nicht einseitige Präferenzen entwickeln.

 

"Fängt alles in der Familie an?" (mp3, 46 MB)

 

Vortrag als PDF.

 

Winfred Kaminski ist Professor am Insitut für Medienforschung und Medienpädagogik an der Fachhochschule Köln.

Edutainment: Zauberformel für ein neues Spielverständnis?

Noch gibt es kaum Materialien wie Computerspiele im Unterricht eingesetzt beziehungsweise genutzt werden können. Dass in ihnen aber Lern-Potenziale stecken, davon ist Professor Christoph Klimmt (Gutenberg-Universität Mainz) aber überzeugt. Denn Computer- und Onlinespiele sind aufgabenorientiert - Spieler/innen müssen Probleme lösen - sie sind handlungs- und leistungsorientiert. In anderen Ländern ist der Einsatz in der Bildung bereits weiter verbreitet als bei uns. So gibt es in Großbritannien ein Spiel, das hilft Kinder zu ermutigen und zu bestärken im Kampf gegen den Krebs. Es wird erfolgreich bei kleinen Patienten eingesetzt.

 

"Edutainment: Zauberformel für ein neues Lernverständnis?" (mp3, 51 MB)

 

Vortrag als PDF.

 

Christoph Klimmt ist Professor an der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz.

Wer weiß schon, was Kinder mögen?

Gerade Online-Spiele müssen Spaß und Spannung gewährleisten. Diese Erfahrung hat Birgit Guth von der Medienforschung bei Super RTL gemacht. Die Spielemacher müssen außerdem geschlechtsspezifische Zugänge beachten - rosa Spielumgebungen sind für Jungs ein Ausstiegssgrund. Das Spiel muss leicht und intuitiv verständlich sein, wenn dann noch bekannte Charaktere zum Beispiel aus dem Fernsehen darin vor kommen, dann spielen Kinder umso lieber. Beim Fernseh-Marktführer bei den Kindern untersucht man die Vorlieben der Kleinen auch hinsichtlich der Internet-Nutzung und macht in diesem Bereich ebenfalls Angebote.

 

"Wer weiß schon, was Kinder mögen?" (mp3, 48 MB)

 

Vortrag als PDF.

 

 

Birgit Guth ist Leiterin der Medienforschung und Jugendschutzbeauftragte bei Super RTL.

Haben Computerspiele (auch) positive Auswirkungen auf Kinder?

Er wolle vor allem die positiven Aspekte von Computer- und Onlinespielen aufzeigen, hob Professor Peter Vorderer gleich zu Beginn seines Vortrags hervor. Es gehe überwiegend um das Verhältnis von Entertainment und Education. In Deutschland werden diese beiden Begriffe meist als unvereinbarer Gegensatz gesehen, während man in anderen Ländern erfolgreich die beiden Elemente zugunsten des Lernens miteinander verbinde. Aufgrund der vielfältigen Bedenken gegenüber Computer- und Onlinespielen versäume Deutschland hier eine wichtige Entwicklung.

 

"Haben Computerspiele (auch) positive Auswirkungen auf Kinder?" (mp3, 40 MB)

 

Vortrag als PDF.

 

Peter Vorderer ist Professor and Chair of Communication Science, Scientific Director of Center for Advanced Media Research, Amsterdam.