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Kamera- und Objektbewegungen - Ein Modellauto zum Leben erwecken

Ziel dieser Lernumgebung ist es, Kinder und Jugendliche mit der filmischen Gestaltungsform der Bewegung zu konfrontieren. Im Medium Film lassen sich die 'Objektbewegung' (feste Kamera), die 'Kamerabewegung' (festes Objekt) und beide Formen in Kombination (bewegte Kamera und bewegtes Objekt) realisieren. Da Bewegungsabläufe an eine zeitliche Folge gebunden sind, geht es im Rahmen dieser Lernumgebung auch um die Sensibilisierung für das Nacheinander, für die 4. Dimension der Zeit.

 

Die Kinder/Jugendlichen bekommen die Aufgabe, ein Modellauto mit Hilfe einer Kamera so zu inszenieren, als ob es ein echtes, fahrendes Auto wäre. Die didaktische Wahl des Objekts Auto lässt sich u. a. damit begründen, dass Autofahrten und entsprechend dynamische Kamerabewegungen intersubjektiv geteilte medienkulturelle Muster sind, die Kinder und Jugendliche aus unterschiedlichen Mediengenres kennen. Hier kann direkt an individuellen Medienpräferenzen und -rezeptionserfahrungen angeknüpft werden. Die ästhetische Problemstellung eröffnet mehrere Lösungswege. Beispielweise kann das Auto in Nahaufnahme gefilmt und mit der nicht sichtbaren Hand bewegt werden (vgl. Abbildung 46).

 

Um weitere Lösungsmöglichkeiten zu provozieren, kann die MB die Auflage stellen, das Auto nicht zu berühren. Die Produzent/innen sind dann gezwungen, die Kamera so spezifisch einzusetzen, dass die Illusion der Bewegung entsteht. Ein Schwenk über das Fahrzeug von links nach rechts (gegen die Fahrtrichtung), ohne die still stehenden Räder zu zeigen, wäre hier eine praktikable Lösung. Wurden zuvor Postkarten mit Landschaftsaufnahmen ausgegeben, können die Kinder und Jugendlichen diese als Hintergründe nutzen und von links nach rechts durch den Bildausschnitt bewegen (vgl. Abbildung 47).

 

 

 

Eine Videokamera filmt ein Spielzeugauto.
Spielzeugauto in Fahrt.

Abbildung 46 (links): Fokussierung auf das Wesentliche - die Hand bleibt in der Detailaufnahme unsichtbar. Abbildung 47 (rechts): Modellauto vor bewegtem Hintergrund.

 

 

Als weitere Möglichkeit ist eine sich hektisch hin- und her- bewegende rollende Kamera denkbar. Diese erinnert an die Aufnahmen von Verfolgungsjagden, die bewusst die Horizontale ins Wanken bringen, um zusätzlich Dynamik zu erzeugen (vgl. Abbildung 48).

 

Abbildung 48: Rollende Kamera - "Verfolgungsjagd-Ästhetik"

Im Rahmen der Auswertungsphase kann die MB die entsprechenden filmsprachlichen Begrifflichkeiten (Schwenk, Fahrt, Zoom etc.) sukzessive einführen. Eine ähnliche Übung kann mit Einzelbildern durchgeführt werden. Die Kinder bekommen dann die Aufgabe, die Illusion der Bewegung des Autos anhand von wenigen Standbildern zu erzeugen. Interessant kann ein Vergleich zwischen den Ergebnissen beider Übungen sein. Die Dimension der Zeit und die mit ihr verbundenen gestalterischen Möglichkeiten werden im Kontrast mit Standbildern deutlich.

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Praxistipp: Filmisches Handwerk

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Filmisches Handwerk