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Software für den Jugendschutz

Bilder (flickr): Rachel.::.K, cc
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Eltern und Erziehende wollen Heranwachsende bei der Nutzung von Computer und Internet vor bestehenden Risiken bewahren. Zu den Schutzmaßnahmen zählen dabei:

  • klare Absprachen bzgl. der Surfziele und der Surfzeit
  • Begleitung bei der Internetnutzung
  • Kontrolle der Absprachen u. a. mithilfe von Jugendschutzsoftware

Empfehlenswert ist vor allem eine Kombination aller Maßnahmen, angepasst an das Alter der Kinder. Der vorliegende Artikel will folgende Fragen über die Jugendschutzprogramme klären:

Wozu benötige ich überhaupt eine Jugendschutzsoftware?

Bild: incurable_hippie, flickr, cc

Heranwachsende müssen beim Umgang mit dem Internet und Computer begleitet werden. Dabei kann ihnen vermittelt werden, wie man die Technik sinnvoll für Schule und Freizeit einsetzt. Bei der gemeinsamen Nutzung sollten auch Risiken und Gefahren angesprochen werden, um bei den Jugendlichen ein Problembewusstsein heranzubilden. Da nur eine langfristige Anleitung zum Umgang mit PC und Internet erfolgreich sein kann, sollten Eltern begleitend Softwarelösungen einsetzen. Jugendschutzsoftware hat bei der Medienerziehung von Kindern aber nur eine unterstützende Funktion, als alleiniger Schutz ist sie hingegen ungeeignet. Jugendschutzsoftware kann Schutz bieten vor

 

  • problematischen Inhalten
  • ungewollten Kontakten
  • Werbung und Abzock-Angeboten
  • unkontrolliertem Nutzungsverhalten bzw. kritischen Nutzungszeiten

Junge Internet-User gelangen gewollt oder ungewollt auf pornografische oder  gewaltverherrlichende Seiten. Ein Filter kann solche Seiten teilweise sperren und den Nutzer auf eine neutrale Seite weiterleiten. Mithilfe der Software lässt sich auch nachvollziehen, welche Internetangebote der Nachwuchs nutzt und wie oft.

Bei der Nutzung von Chat-Programmen laufen Kinder Gefahr, mit ungewollten Kontakten in Berührung zu kommen. Eltern können über die Software feststellen, welche Personen der Sprössling in seinen Kontakten hat, um gegebenenfalls zu intervenieren.

Eltern wollen auch verhindern, dass ihre Kinder zu lange oder nachts vor dem Computer sitzen. Die Heranwachsenden vom Computer wegzubringen, ist aber oft nerven- und kraftraubend. Mit einem Jugendschutzprogramm können Eltern stattdessen festgelegen und überprüfen, zu welchen Zeiten ihr Nachwuchs bestimmte Programme oder das Internet nutzt. Durch den Einsatz der Software sollten sich die Kinder und Jugendlichen aber nicht gegängelt fühlen. Stattdessen können Eltern mithilfe der Technik die Risiken der Internet- und Computer-Nutzung thematisieren.

 

Wie funktioniert die Jugendschutzsoftware?

Bild: James&Vilija, flickr, cc

Zum Schutz vor problematischen Inhalten setzen die Programme bestimmte Filtermechanismen ein. Der sogenannte "Keyword Blocker" sucht eine Seite nach bestimmten Schlüsselwörtern ab, bevor sie im Browser dargestellt wird. Findet er eines der Keywords wie etwa "Porno", "Sex" oder "Endlösung", wird die Seite geblockt. Eine andere Art von Filtern überprüft Seiten auf freiwillig abgegebene Selbsteinschätzungen der Anbieter. Wenn ein Anbieter seine Inhalte als jugendgefährdend ausweist, können Filter den Zugriff auf die Seiten verhindern. Ein weiteres Prinzip ist der Einsatz von Positiv- und Negativlisten. Eine Negativliste beinhaltet alle explizit verbotenen Seiten, wohingegen eine Positivliste alle Seiten enthält, die gefahrlos geöffnet werden können. Die Listen werden von den Herstellern regelmäßig überarbeitet und auf Rechnern der Anwender aktualisiert. Trotzdem müssen Eltern die Filter eigenständig erweitern und pflegen. Soll etwa ein Internetangebot blockiert werden, dass nicht vom installierten Filter erfasst wird, müssen es die Nutzer im Programm selber nachtragen.

 

Falls eine Familie nur über einen Rechner verfügt, ist der Wartungsaufwand des Jugendschutzprogramms überschaubar. Müssen bei einer Familie oder einem Jugendzentrum mehrere Rechner gewartet werden, kann der Aufwand schnell überhand nehmen, da man die Filtersoftware auf jedem Rechner einzeln aktualisieren muss. Daher empfiehlt es sich, die Filtersoftware nur an einer Stelle einzusetzen. Das kann bei einem Privathaushalt der Internet-Router sein und bei einer Schule oder einem Jugendzentrum der Internet-Rechner (z. B. der Proxy-Server). Beispielsweise haben etwa 70 % aller baden-württembergischen Schulen einen BelWü-Anschluss, bei dem die Nutzung des Jugendschutzfilters inbegriffen ist. BelWü bietet einen Webproxy an, der den Webverkehr auf jugendgefährdende Inhalte filtert.

 

Will man die Computer- und Internetzeiten kontrollieren und regeln, so funktioniert das mit einem Programm wie Kindersicherung 2009 oder über das Betriebsystem wie Windows 7. In Absprache mit dem Kind wird festgelegt, wie lange es den Rechner oder das Internet nutzen darf. Darauf hin werden die abgesprochenen Zeiten in das Jugendschutzprogramm eingetragen, welches nach Ablauf der Zeit die Computernutzung des Kindes beendet.

 

Welche Vor- und Nachteile haben Jugendschutzprogramme?

Bild: ohhector, flickr, cc

Leider bieten Jugendschutzprogramme keine hundertprozentige Sicherheit. Auch wenn die Filter und Keywords stets aktualisiert werden, kann man nicht vermeiden, dass Seiten mit problematischen Inhalten aufgerufen werden. Wenn etwa der Sprachfilter nur deutsche und englische Angebote blockiert, dass Kind aber mit einem spanischen Begriff nach Pornoseiten sucht, so können diese weiterhin besucht werden. Zudem sorgen Filter dafür, dass auch sinnvolle erzieherische Inhalte blockiert werden. Wenn der Nachwuchs für eine Biologie-Hausaufgabe die Seite www.Kakteenfotos.de aufrufen will, wird diese geblockt, da in der URL das Wort „teenfotos“ vorkommt.

 

Filter die mit einer Positiv- und Negativliste ("Whitelist/Blacklist") arbeiten, müssen aktuell gehalten werden, was voraussetzt, dass Eltern stets die aktuelle Version des Filters runterladen. So verlangt der Einsatz der Software einen gewissen Zeitaufwand sowie technisches Verständnis. Bestimmte Einstellungen wie das Einschränken der Benutzerrechte sind notwendig, damit der Nachwuchs nicht die Schutzeinrichtungen umgeht. So wird in zahlreichen Internetforen erklärt, wie man die Jugendschutzprogramme ausschalten oder umgehen kann. Anleitungen zum Aufheben der meisten Jugendschutzprogramme findet man bei Google unter dem Namen des Programms und dem Suchwort „hacken“, „umgehen“ oder „ausschalten“. Schon die ersten fünf Suchergebnisse um das Jugendfilterprogramm „Time for Kids [zu] umgehen“ bieten zahlreiche detaillierte Anleitungen.

 

Ein Beitrag auf gutefrage.net bringt den Nutzen von Jugendschutzprogrammen auf den Punkt. Ein Jugendschutzprogramm macht nur dann Sinn, wenn es schwer zu umgehen ist. Da die Heranwachsende teilweise raffiniert genug sind, die Sperren unwirksam zu machen, sollten Eltern das Gespräch mit den Kindern stets vorziehen.

Die Programme haben aber dennoch Vorteile. Neben dem „guten Gewissen“ der Eltern, was für die Sicherheit der Kinder getan zu haben, schaffen die Programme auch mehr Transparenz über die Computernutzung. Eltern können einfacher nachvollziehen, welche Angebote die Kinder zu welchen Zeiten aufgerufen haben. Wenn dabei „problematische“ Inhalte oder kritische Nutzungszeiten auftauchen, sollten Eltern mit dem Nachwuchs ein klärendes Gespräch führen und die Nutzung hinterfragen. Das ist langfristig wirkungsvoller, als das bloße Verbieten und Blockieren der Seiten. Anhand des Programms können mit den Kindern auch die Computer- und Internetzeiten festgelegt werden. Dies kann teilweise das Konflikt- und Diskussionspotenzial in der Familie mindern. Wenn die Kinder dabei noch lernen, ihre Nutzungszeiten einzuschätzen und zu reflektieren, ist das ein richtiger Schritt Richtung Medienkompetenz.

 

Welche Programme gibt es?

Im Heise-Softwareverzeichnis sind knapp 60 Programme zum Thema Kinderschutz gelistet, von denen fast zwei Drittel als Freeware oder Shareware erhältlich sind. Die Programme unterscheiden sich grundlegend in Art und Qualität des Schutzes. So ergab eine 2007 durchgeführte Studie ein sehr differenziertes Bild über die Qualität der Jugendschutzprogramme. Nur zwei der damals untersuchten Programme erhielten in der Kategorie „Filter für die 6- bis 10-Jährigen“ die Bestnote.

Hier wollen wir eine kleine Auswahl an Jugendschutz-Lösungen vorstellen:

 

Windows 7

Wenn man einen aktuellen Windows-Rechner erwirbt, ist man mit Kauf des Betriebssystems Windows 7 im Besitz einiger Basisfunktionen für den Jugendschutz. Darunter fallen die Zeitlimits für die Verwendung des Computers sowie die Einschränkung bestimmter Programme. Will man auch das Internetverhalten der Kinder regeln, muss man zusätzlich das Microsoft-Programm Family Safety installieren. Hiermit kann man Suchanfragen einschränken, Websites überwachen und blockieren und entscheiden, mit wem sich die Kinder unterhalten können, wenn sie Windows Live Spaces, Messenger oder Hotmail verwenden.

 

Kindersicherung 2010

Wem die Möglichkeiten des Windows-Paketes nicht ausreichen, dem bietet die empfehlenswerte (aber kostenpflichtige) Software Kindersicherung 2010 mehr Komfort und Einstelloptionen (Preis: 29,95 Euro). Mit dem Programm kann man die Computer und Internet-Nutzung bequem über Laufzeiten (z. B. 2 Stunden pro Tag oder 15 Stunden pro Woche) verwalten. Zudem bietet das Programm eine aktuell gehaltene Datenbank mit problematischen Webseiten an, auf die das Programm bei der Filterung zugreift. Praktischerweise lassen sich alle Einstellungen der Software von einem externen Rechner wie etwa vom Büro aus vornehmen.

 

Kinderschutz von fragFINN.de

Als kostenlose Software arbeitet die Kinderschutzsoftware von fragFinn.de mit einer umfangreichen Positiv-Liste. Die freigegebenen Seiten werden laut Hersteller regelmäßig überprüft und erweitert. Will das Kind weitere Angebote nutzen, können diese einzeln von den Eltern freigeschaltet werden.

 

Weitere Programm-Empfehlungen finden Sie unter klicksafe.de.

 

 

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Autor: Christian Reinhold, MediaCulture-Online

 

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Kommentare

1 Kommentar
#1 Ijon Mentorado schrieb am 01.02.2010 17:03 answer email

Wir setzten seit längerer Zeit schon einen Schulrouter von Time-for-kids ein und sind sehr zufrieden mit der Filterqualität. Auch die Administration ist sehr einfach gehalten.

Klare Empfehlung!!

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Die Initiative "Klicksafe" hat einen ganzen Reader mit Arbeitsmaterialen herausgegeben: "Knowhow für junge User. Mehr Sicherheit im Umgang mit dem World Wide Web". Passend zum Thema "Chatten" finden Sie hier das Kapitel "Chatten, ICQ, Skype und Co" zum Download. (als PDF.)