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Ironie

Griechisch eironeia: Verstellung

 

Das Mittel ist konstituierend für das Kabarett, findet sich aber auch in vielen Redebeiträgen und schriftlichen Äußerungen. Die Technik des Als-Ob kommt zur Anwendung. Der Kabarettist und die Personen, die Ironie in Anwendung bringen, "verstellen" sich. Zwischen ihrem Wissen und ihrer Aktion / Rede wird eine Diskrepanz sichtbar.

 

"Die Ironie ist eines der wichtigsten Mittel, die Glaubwürdigkeit einer Person oder Sache in Zweifel zu ziehen." (Gert Ueding.)

 

Der Akteur simuliert vor dem Publikum Nichtwissen und verbirgt seine Kenntnis über den wahren Sachverhalt. Oft wird Einverständnis mit dem beschriebenen Sachverhalt nur vorgetäuscht oder "geheuchelt".

Cartoon: Verstehen Sie Spaß?
© Wilfried Gebhard

Durch Übertreibung lässt sich aus dieser Perspektive nachdrücklich kritisieren. Ironie, die für den Zuschauer nicht kenntlich wird, verfehlt ihr Anliegen im übrigen und führt unter Umständen zu eklatanten Missverständnissen. In der zwischenmenschlichen Alltagskommunikation ist dies oft zu beobachten.

 

Im klassischen Griechenland war der lroniker im übrigen ein zu tadelnder Zeitgenosse: "Auch wer vor der Steuer sein Eigentum niedriger als richtig angab, tat klein und galt als Ironiker. Das war im Grunde ebenso sehr Lüge und Täuschung wie die entsprechende Verstellung nach oben hin, das Großtun. Aristoteles muss in seiner Ethik zugeben, das Großtun und Kleintun eigentlich gleich weit von der goldenen Tugendmitte der Wahrhaftigkeit entfernt sind." (Harald Weinrich)

 

Nicht immer ist die sichere Unterscheidung zwischen Humor und Ironie möglich. Als Beispiel für dieses Problem haben wir oben eine Karikatur von Wilfried Gebhard gewählt, die die Grenzüberschreitung deutlich macht.