Hör-Spiele
Die Klagen von Lehrerinnen und Lehrern, die Schüler würden nicht mehr zuhören, nicht genügend Aufmerksamkeit und Konzentration an den Tag legen, sind Legion.
Da kann es helfen, akustische Wahrnehmungsübungen und Spiele zu machen, die helfen den Hör-Sinn zu schärfen und damit auch die Fähigkeit zum aktiven Zuhören zu fördern. Wer gelernt hat, bewusst hinzuhören, nimmt seine Umwelt aber auch akustische Produktionen (Radio, Musik, Hörspiele) viel detaillierter und kritischer wahr. Er oder sie lernt zu unterscheiden zwischen authentischen und guten Tönen und Klängen und jenen Ver-laut-barungen, die inhaltlich und/oder technisch mit wenig Sorgfalt produziert wurden.
Das Beste an Hör-Spielen ist: sie machen Groß und Klein ungeheuren Spaß und erzeugen so manchen Aha-Effekt. Sie können für sich alleine durchgeführt werden oder zur Vorbereitung auf eine Hörspiel-Produktion oder die Gestaltung einer Radiosendung dienen.
Informationen zum Ohr und zum Thema Hören finden Sie im Internet unter anderem hier.
Wahrnehmungs-Spiele
- Stuhlkreis, alle stehen und sprechen nicht. Aufgabe: Mindestens drei Umgebungsgeräusche wahrnehmen. Wer drei verschiedene gehört hat, darf sich setzen. Sitzen alle, wird über die Geräusche und die Erfahrung gesprochen.
- Spiel mit dem Schlüsselbund. Alle stehen im Kreis, eine Person mit verbundenen Augen in der Mitte. Ein Schlüsselbund wird möglichst geräuschlos herumgereicht, die Person in der Mitte muss erlauschen, wo der Schlüsselbund sich befindet.
- Geräusche-Memory: viele schwarze Filmdöschen werden jeweils paarweise mit demselben Inhalt gefüllt (Steinchen, Nägel, Mehl, Konfetti etc. - auf die gleiche Menge achten!). Die Mitspieler müssen die Paare durch hören (schütteln der Filmdöschen) herausfinden. Dieses Spiel eignet sich auch gut zum Selberbasteln eines Hör-Memorys für jeden Teilnehmer.
Geräusche-Jagd
Die Jugendlichen erhalten die Aufgabe, jeweils fünf Geräusche mit dem Mikrofon aufzunehmen. Dies kann thematisch je nach Ort geordnet werden. Eine Gruppe geht in die Küche, eine nach draußen (100 bis 200 Meter Umgebung), eine ins Büro, eine in die "Produktion". Denkbar ist auch, allen Gruppen die Aufgabe zu stellen, Körpergeräusche aufzunehmen. Eine andere Aufgabenstellung kann sein: nehmt typische Geräusche eures Heimatortes auf. Jede Gruppe spielt den anderen die Geräusche vor und diese müssen erraten, was es da aufgenommen wurde.
Geräusche-Produktion
Geräusche, die man in Hörspielen und Filmen hört, sind oft nicht von der CD oder aus dem Computer, sondern werden eigens hergestellt.
Wer einmal versucht hat, tatsächlichen Regen aufzunehmen, weiß, dass das vermittelt über Mikrofon und Aufnahmegerät nicht wie Regen klingt. Da ist Phantasie und etwas Geduld gefragt. Der richtige Sound stellt sich meist erst nach mehreren Versuchen ein.
Regen lässt sich prima mit Reis in einer Pappschachtel machen. Dabei darf die Schachtel nicht zu groß sein, der Reis muss gleichmäßig prasseln, evtl. noch Linsen untermischen und vor allem ausprobieren, wo das Mikrofon den "Regen" am besten einfängt.
Die Illusion von Wind entsteht durch eine Bürste (z.B.Kleiderbürste), die über Stoff oder Pappe gestrichen wird.
Hörspaziergang
Ausgerüstet mit einer "Hör-Brille" (bekommt man bei manchen Fluggesellschaften, die diese Augenbinden bei Übersee-Flügen anbieten) gehen die Jugendlichen paarweise z.B. durch eine Fussgängerzone. (Einer hat die Augen zu, oder eine "Hör-Brille" auf, der andere führt ihn, damit keine Zusammenstöße oder Unfälle passieren). Die Aufgabe ist, genau hinzuhören, was man bei diesem Spaziergang wahrnimmt, welche Geräusche man hört, wie sie auf einen wirken. Darüber sollte hinterher gesprochen werden. Es kann auch ein kleines Hör-Protokoll erstellt werden.
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Autorin: Ingrid Bounin, MediaCulture-Online
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