Heimat - Region - Nation
Die Beschäftigung mit der eigenen Kultur in ihrer Komplexität und Vieldeutigkeit kann auch den Kontakt zu anderen Kulturen erleichtern. Dazu müssen Schülerinnen und Schüler aus der Selbstverständlichkeit ihrer eigenen Kultur heraustreten, um sie aus der Distanz besser wahrzunehmen. Die bewusste Erfahrung der eigenen Landschaft, der eigenen Stadt öffnet auch für die Erfahrung anderer Landschaften/Städte. Sinnvoll ist eine solche Selbstreflexion aber nur, wenn sie wirklich der Verfremdung dient bzw. wenn sie mit den Selbstreflexionen anderer konfrontiert wird. Nach dem Oberthema "Heimat" auf dieser Seite, folgen die Aspekte
Heimat
Thema: Heimat
Klassenstufe: 7/8
Bezug zu anderen Fächern: Geografie
Literaturhinweis:
Klippert, Heinz: Kommunikationstraining. Übungsbausteine für den Unterricht. Weinheim 2002 (zu Stationengespräch und Wettbewerb S. 144, 167, 177)
Die Englisch-Didaktikerin Angelika Kubanek-German schlägt folgenden Fragebogen als Vereinfachung der Kulturgeschenksliste vor, wie sie im Rahmen des "Oxymoron-Projekts" mit englischen, italienischen und griechischen Kindern durchgeführt wurde (Nach Kubanek-German LIFE ab 1997). Die Schülerinnen und Schüler füllen den Fragebogen zunächst allein aus und tauschen sich dann über die Ergebnisse aus.
Literaturhinweis:
Kubanek-German, Angelika: Aufmerksamkeitsmuster. In: LIFE - Ideen und Materialien für interkulturelles Lernen. Hrsg: BMW AG, München 1997 ff.
Anregungen für den Unterricht
- Das Arbeitsblatt kann auch als HTML-Seite erstellt werden (im Internet oder einfach nur als Mail, das verschickt wird.) Dies erlaubt es einerseits den PartnerInnen direkt zu antworten, andererseits können diese Daten später (während des Austauschs oder nach dem Projekt) wieder aufgegriffen werden.
- Die Idee des "Kultur-Geschenks" könnte aber auch konkreter durchgeführt werden: Nenne zehn Dinge, die du einem Jugendlichen schenken würdest, der hier zu Besuch kommt und nenne jeweils die Begründung.
- Packt für Eure Austauschpartner ein Päckchen mit Dingen, von denen Ihr glaubt, dass sie Eure PartnerInnen interessieren könnten.
- Das Ganze kann auch phantastisch verzerrt werden: Stellt euch vor, ihr seid Marsbewohner und kommt in Eure Stadt oder Schule. Nun beschreibt Ihr "irdische" Gegenstände/Orte, von denen Ihr nicht wisst, wozu sie dienen. Ihr könnt das Spiel auch fortsetzen, indem Ihr Gespräche erfindet zur Erklärung dieser Gegenstände/Orte durch "Einheimische".
- Findet andere "Fremde" (Eskimos, mittelalterliche Bewohnerinnen/Bewohner deiner Stadt,...), denen jeweils das Leben bei uns erklärt werden muss. Welche Schwierigkeiten ergeben sich?
- Ein Lese-Tipp: Drei Bücher erzählen, wie indianische Ureinwohner unser Leben in den westlichen Städten zu verstehen versuchen. Ihr könnt sie lesen und vergleichen bzw. weiter schreiben: Scheurmann, Erich (Hrsg.): Der Papalagi. Ein Südseehäuptling erlebt unsere Zivilisation, Stuttgart 2003/Koller, Peter: Uaku, der Rebell. Esslingen/Wien 1997/Abelove, Joan: Catanhue. Geh und komm wieder. München 2000.
Rudolf Otto Wiemer: Aha die Deutschen
Rudolf Otto Wiemer (1905-1998) war Schriftsteller und Lehrer in Göttingen, bekannt vor allem wegen seiner Lyrik. Das folgende Gedicht zeigt die Vielseitigkeit der Bedeutung von Interjektionen (Ausrufen).
empfindungswörter
Aha die deutschen
Ei die deutschen
Hurra die deutschen
Pfui die deutschen
Ach die deutschen
Nanu die deutschen
Oho die deutschen
Hm die deutschen
Nein die deutschen
Ja ja die deutschen
Aus: Wiemer, Rudolf Otto, Beispiele zur deutschen Grammatik, Gedichte. Wolfgang Fietkau Verlag Kleinmachnow, Berlin 1973, 15.
Anregungen für den Unterricht
- Übertragt Wiemers Gedicht auf andere regionale Gruppen (die Pfälzer, die Landauer, die Viehstrich-Bewohner, die Franzosen,...) oder auch auf völlig willkürliche Zuordnungen (die Camel-Raucherinnen, die Neckermann-Reisenden, die Hundehalter,...) und führt mit Beispielen aus, was Wiemer im einzelnen gemeint haben könnte mit seinen andeutenden "Empfindungswörtern", z.B. "pfui, die Deutschen haben es wieder nicht geschafft, sich im Urlaub ruhig zu verhalten...."
Autorin: Annette Kliewer
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