Hans im Schnakenloch
Thema: Der Hans im Schnakenloch
Klassenstufe: 5/6
Bezug zu anderen Fächern: Musik
Volkslied: De Hans im Schnakeloch
Der Ursprung des Volkslieds "De Hans im Schnakeloch" ist nicht genau festzulegen, es wurde aber immer wieder literarisch aufgegriffen, die bekannteste Fassung ist die von Adolf Stoeber aus dem 19.Jahrhundert.
Der Text gilt bis heute im Elsass als eine Art selbstkritische "Nationalhymne", weil er die Zwischenposition des nie zufriedenen Elsässers darstellt. Das "Schnakeloch" erklärt sich durch die in der Rheingegend häufigen Sumpflöcher (vor allem an den Altrheinarmen nach der Rheinbegradigung), die von Stechmücken heimgesucht werden.
De Hans im Schnakeloch
De Hans im Schnakeloch
het alles, was er will
und was er will,
des het er net
Un was er het,
des will er nitt
De Hans im Schnakeloch
het alles, was er will.
De Hans im Schnakeloch
kann alles, was er will.
Un was er kann,
das macht er nitt
Und was er macht,
gerot ehm nitt
De Hans im Schnakeloch
kann alles, was er will.
De Hans im Schnakeloch
geht anne, wo er will.
Un wo er esch,
do bleibt er nitt.
Un wo er bleibt,
do gefallt´s ehm nitt.
De Hans im Schnakeloch
geht anne, wo er will.
De Hans im Schnakeloch
saad alles, was er will
Un was er saad,
des denkt er nitt.
Un was er denkt,
des saad er nitt.
De Hans im Schnakeloch
dut alles, was er will.
Und was er dut,
Des soll er nitt.
Und was er soll,
des dut er nitt.
De Hans im Schnakeloch
dut alles, was er will.
(anonym)
Anregungen für den Unterricht
- Welche Wörter sind schwer zu verstehen? Unterstreicht. Unterstreicht mit einer anderen Farbe die Wörter, die ihr aus dem pfälzischen Dialekt kennt. Übersetzt diese Wörter in die Schriftsprache.
- Was wird von Hans erzählt?
- Das Lied wird oft verstanden als Darstellung des typischen Elsässers. Erklärt dies am Text.
- Bearbeitet mit Euren elsässischen Partnern das Bilderbuch von Serge Kornmann und Thierry Chapeau. Vergleicht mit dem Gedicht. Auf welche Zeit bezieht sich das Bilderbuch?
Literaturhinweise:
Kornmann, Serge/ Chapeau, Thierry: Hans im Schnokeloch. Le "jamais content". Saint-Amand 1999.
Hutzelmann: Hier isch Hutzelmann.
Hans: Un wer noch ?
Hutzelmann: Der Hans im Schnoogeloch.
Hutzelmann: Jetzt ´ was hockst du in dei´m Schnoogeloch ?
Hans: I denk vor un I denk nooch.
Hutzelmann: Komm raus.
Hans: Worum ? Bin einmal druß gsi. Des langt mer.
Hutzelmann: Du warst emol raus aus deim Schnooogeloch?
Hans: Un gern widder ni.
Hutzelmann: Jetzt ´ warum des?
Hans: Hätt solle König si.
Hutzelmann: König vom Schnoogeloch.
Hans: S´isch wohr, Freund Hutzelmann. Un so fing alles an:
Da isch emol en alter König gsi. Der hot oa oanzige Dochter ghett. Die hot nit lache welle. Do hot sich der König g'schwore daß der sie als Frau kriege däht, wo sie zum Lache bringt.
Elle hens' probiert ´ koaner hot´s nakriegt. Da hot die Prinzessin ins Kloster solle; ins Kloster von St. Odile. Da hen´se bei mir vorbeireite müsse: Die Prinzessin, der König und seine Wächter. I bin im Schnoogeloch g´hockt. I han in ehrfürchtigem Gruß min Huét vor ihr ziehe welle. I han bloß koan Huét g'hett. Da han I mine Hoar g´zoge. No han I a Glatzkopf g'zeiget. Wo des die Prinzessin g´sehe hat, hot se laut lache miése "Der hat keinen Hut und zieht ihn doch!"
"Ja wer?" hat der König da g´fraget.
Die Prinzessin hot g´ lacht! Elle hens ghert g´het. Do han I König werde solle. Un I ´ raus aus miem Schnoogeloch zum Königsschloß. Dort bin I d´letschde g'si. Bin ans´ erschde Door komme, aber der Wächter hot mi 'kennt. "Halt!" hot er g´ruéfe "hiergeblieben! Du willst unser König werden? Nie und nimmermehr! Ungeschoren kommst du hier nicht davon. Es sei denn, daß du mir ein Drittel von dem versprichst, was der König dir geben wird als Lohn für deinen Verzicht auf die Prinzessin und auf den Thron! " Ha joa, us´ han I ihm´s halt versproche.
No bin I vors´ zweite Tor komme. Aber der Wächter hot mi wieder kennt. "Halt!" hot er g´bläket "stehngeblieben! Du willst unser König werden? Nie und nimmermehr! Ungerupft kommst du hier nicht davon. Es sei denn ...
Was hätt' I an dué solle? I hans' em verspreche müésse sei Drittel.
No bin I vors´ dritte Tor komme. Aber der Wächter hot mi nochmol 'kennt. "Halt!" hot er blääret, "keinen Schritt weiter! Es sei denn, daß du mir ein Drittel Von mir aus, han I g´denkt, wanns garned andersch goad ´ no hans´ halt!
No hen´se mer z´letscht zum Kenig loa un zu sire Dochter. Die isch total verplärrt gsi un hot mi aguckt. Weil ´ se hot zwar über mi g´lacht g´hett, aber etz hett se mi halt au no hiére miésse. Dem König wars' au nit reâcht.
Do han I g´ seid. "Herr König, hin I g´seid, "ich danke Euch, aber ich will die Prinzessin nicht zur Braut. Euer Schwur zwingt sie nur in neues Unglück. Soll sie den bekommen, den sie liebt und mit ihm glücklich werden."
Do hat´ sich die Prinzessen dermaße g´freut daß sie mer en Kuß gebe hat.
"Du willst nicht König werden?" hit mi ihr Vadder g´froget
"Nein, Herr König, ich verzichte. Ich will mich nicht mit einem Gefolge von Wächtern herumärgern müssen, die nur die Hand aufhalten. Mit derlei Leut´ hätt ich keine Freud am Regieren." Da hot sich der König verschdande g'fühlt un hot mer defür ebbes gea welle. No han i mir dreissig Schläg' g´wünscht mit´en´eme Stecke uff de neckig Hindere.
Do isch die Prinzessin verschrocke: "Um Himmels Willen, guter Mann, was tut Ihr? Ihr wünscht Euch dreissig Hiebe mit dem Stock auf den blanken Arsch?"
No han I aber lache miésse: "Diese Belohnung ist schon lange versprochen: Das erste Drittel - 10 Hiebe von 30 bekommt Euer erster Wächter; 10 Hiebe auch für den Zweiten; und das letzte Drittel, 10 Hiebe von 30 gehören dem dritten Wächter. So war es abgemacht." No hot die Prinzessin wieder g´lacht! Aber I han uff ewig mi Ahrecht kriéget uff min Platz im Schnoogeloch. Un sell drin hock´ i heute noch.
Hutzelmann:I seh scho ´ du läßt di net vertreibe!
Hans: Jaja , s´gibt G´schenk die nimmt mer gern, und andere, da losst mer´s bleibe; erst reácht bei hohe Herrn.
Hutzelmann: Guts´ Nächtle Kinder,
Gute Nacht, Und macht Euch keine Sorgen. (Abspann)
Autorin: Annette Kliewer
Weiter zu
Zurück zur Übersicht.






