Friedensmuseum Caen

- Anti-Gewalt-Skultptur von Karl Frederik Reuterswärd
Das Friedensmuseum in Caen (Normandie) dient der kritischen Auseinandersetzung mit jenen sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Prozessen, die dem friedlichen Miteinander der Menschen in Geschichte und Gegenwart verpflichtet sind. In dem großzügig angelegten Museuem (es wurde 2004 eröffnet) werden nicht in erster Linie bellizistische Fakten und Kriegsereignisse präsentiert, sondern vor allem Strömungen und Entwicklungen, die das globale und partnerschaftliche Miteinander als Prozess und Aufgabe signalisieren. Die Passagiere von "Peace Boat" nahmen an einer umfassenden Führung teil.

- Friedenskoje

- Friedenssegmente

- Friedensvertrag, 13. J. v. Christus

- Friedenskultur
Der Friedensforscher Johan Galtung hat das Museum in Caen ganz wesentlich mitgestaltet und drei unterschiedliche Formen der Gewalt definiert:
Kulturelle Gewalt
Unter »kultureller Gewalt« wird jede Eigenschaft einer Kultur bezeichnet, mit deren Hilfe direkte oder strukturelle Gewalt legitimiert wird. Diese Form der Gewalt tötet nicht oder macht niemand zum Krüppel, aber sie trägt zur Rechtfertigung bei. Ein typisches Beispiel ist die rechtsextreme Ideologie der Ungleichheit, deren extremste Form die Theorie vom Herrenvolk darstellt.
Personale Gewalt und Strukturelle Gewalt
Den Typ von Gewalt, bei dem es einen Akteur gibt, bezeichnen wir als personale oder direkte Gewalt. Die Gewalt ohne einen Akteur wird als strukturelle oder indirekte Gewalt bezeichnet. In beiden Fällen können Individuen im doppelten Sinn der Wörter getötet oder verstümmelt, geschlagen oder verletzt und durch den strategischen Einsatz von Zuckerbrot und Peitsche manipuliert werden. Aber während diese Konsequenzen im ersten Fall auf konkrete Personen als Akteure zurückzuführen sind, ist das im zweiten Fall nicht mehr möglich. Hier tritt niemand in Erscheinung, der einem anderen direkt Schaden zufügen könnte. Die Gewalt ist in das System eingebaut und äußert sich in ungleichen Machtverhältnissen und folglich in ungleichen Lebenschancen.
Zitiert nach Jäger, U., Rechtsextremismus und Gewalt, Tübingen: Verein für Friedenspädagogik, 1993

- Musée de la Paix, Caen
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