Alles nur ein Spiel?
Fachtag "Computerspiele - Jungen - Gewalt"
"Jungen − Computerspiele − Gewalt" war das Thema des Fachtags, den die Aktion Jugendschutz Baden-Württemberg (ajs) am 3. Juli 2004 in Stuttgart-Vaihingen veranstaltete. Das Thema eignet sich bestens für populistische Interpretationen und simple Erklärungsmuster: Schnell werden Computerspiele, insbesondere Ego-Shooter als Verursacher oder Auslöser für gewalttätiges Verhalten Jugendlicher ausgemacht.
Fachleute entwerfen ein differenzierteres Bild und können keinen eindeutigen Zusammenhang zwischen der Gewaltbereitschaft von Jungen und Computerspielen feststellen. "Medien können Vorbild für Gewalthandeln sein, allein verursachend sind sie nicht", stellt ajs-Geschäftsführerin Elisabeth Gropper fest. Statt pauschaler Ablehnung und Verbote, empfehlen die Experten mit Jugendlichen über Computerspiele ins Gespräch zu kommen oder sie auch als Ausgangspunkt für pädagogische Arbeit zu nehmen. Wir haben an der Veranstaltung teilgenommen und zwei Vorträge als Tondokumente mitgebracht:
Andreas Kirchhoff vom Institut für Medienpädagogik (JFF) in München:
Wo die wilden Kerle wohnen.
Zur Rolle gewaltorientierter Medienunterhaltung in unserer Gesellschaft.
Olaf Jantz von Medium e.V., dem Institut für geschlechtsbezogene Bildung, Sozialpädagogik und Forschung Hannover:
Faszination Kontrolle: Jungen zwischen Macht und Ohnmacht
Auf der Internetseite der Aktion Jugendschutz (AJS) finden Sie den Artikel von Andreas Kirchhoff als Textdokument. Außerdem kann dort eine Dokumentation der Fachtagung bestellt werden.
Etliche Texte zum Thema Computerspiele finden Sie auch in unserer Bibliothek.
Literaturtipps: Computerspiele
Matthias Horx:
Das Computerspiel World of Warcraft und sein pädagogischer Nutzen
Thomas Feibel:
Killerspiele im Kinderzimmer. Zwischen Faszination und Wirkung
Jürgen Fritz:
Computerspiele
Waldemar Vogelgesang:
LAN-Partys: Jugendkulturelle Erlebnisräume zwischen Off- und Online
Wolfgang Fehr/Jürgen Fritz:
Virtuelle Gewalt: Modell oder Spiegel? Computerspiele aus Sicht der Medienwirkungsforschung
Heike Esser/Tanja Witting:
Nicht nur das Wirkende bestimmt die Wirkung
noch mehr Literatur









