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Echo, Wellen & Co

Bestimmte Worte und Redewendungen werden durch Effekte, die mit den Stimmen der Kinder selbst erzeugt werden, verändert und in verschiedenen Variationen aufgenommen. Die Kinder stellen sich vor, dass ihre Stimmen durch Naturformationen und Elemente (z.B. Berge, Höhlen, Wasser) beeinflusst oder durch psychologische Faktoren (Flüsterstimmen, Geisterchor) verstellt werden. Prinzipiell können alle Umstände miteinbezogen werden, die aus die Stimme Einfluss haben und eine nachvollziehbare Veränderung derselben ermöglichen.

 

Suche nach dem "Text":

Die Gruppe sitzt im Kreis. Zunächst geht es darum, einen kurzen Satz zu erfinden, über den durch alle gefundenen Effekte verändert werden soll. Anschließend wird dieser Kernsatz oder die Redewendung in alle Sprachen, die die Kinder in der Gruppe sprechen, übersetzt. Jede "Effektgruppe" schreibt sich die Sätze in allen Sprachen auf.

 

Beispiel:

Saat kaç ? (Türkisch)

Wieviel Uhr ist es? (Deutsch)

Hány óra van? (Ungarisch)

 

Suche nach anwendbaren Effekten:

Die Gruppe sammelt Ideen für Effekte. Dabei sollen alle Effekte mit den Möglichkeiten der Stimme erzeugt werden, ohne Zuhilfenahme von Gegenständen. Alle, die eine Idee haben, zeigen mit ihrer Stimme, wie sie Worte bzw. kurze Sätze variieren würden. Ob die vorgeführte Variation der in der Natur tatsächlich hervorgerufenen Veränderung der Stimme nahekommt, ist zweitrangig. Es geht vor allem darum, dass sich die Gruppe auf eine Variation einigt, die für alle nachvollziehbar ist (z.B. ist Hall mit den Möglichkeiten der natürlichen Stimme kaum wiedergebbar. Trotzdem erfinden die Kinder oftmals ein einfach anwendbares Äquivalent - siehe unten).

 

Beispiele:

Echo: Ein Wort wird gerufen und mehrmals wiederholt, bis es nicht mehr zu hören ist (Tipp: Wenn vorher vereinbart wird, wie oft ein Wort wiederholt wird, kann das Leiserwerden besser abgestimmt werden. Handzeichen können ebenfalls helfen.)

Hall: Die letzte Silbe des Wortes wird in die Länge gezogen. Oft verlangsamen die Kinder alle Wortsilben bzw. den ganzen Satz. Dadurch entsteht eine interessante psychedelische Wirkung. Durch die Verzögerung fällt es den Kindern auch leichter, anderssprachige Worte oder Sätze aufzugreifen und mitzusprechen.

Unter Wasser: Abgesehen von den phonetischen Ideen der Kinder können die Worte tiefer und kürzer gesprochen werden. Mehrmals kann ein "Blubb" oder "Blb" eingefügt werden. Auch ist es möglich, jedes Wort mit der angefügten Silbe "-ub" oder "bb" enden zu lassen.

Achterbahn: Die Kinderstellen sich vor, sie unterhalten sich während einer Berg-und-Talfahrt auf einer Achterbahn. Der Satz, den sie dabei sprechen, unterliegt denselben Schwankungen. Es ändert sich die Tonhöhe, vielleicht auch die Sprechgeschwindigkeit. Damit die Sache funktioniert, können Handzeichen vereinbart werden oder die Kinder spielen einen Wagen auf der Achterbahn und stellen Sessel hintereinander auf.

Flüstern: Ein Satz wird mit Flüsterstimmen gesprochen (Tipp: Die Kinder sollen sich eine bestimmte Situation vorstellen - z.B. Mitternacht).

Stimmklischees: Möglich sind auch Computer- und Roboterstimmen, die Stimme eines alten Menschen, die Stimme einer Rednerin oder eines Redners, die Stimme eines Geistes, die erfundene Sprechstimme eines bestimmten Tieres, die Stimme des Windes, des Regens u.ä.

 

Aufteilung in "Effektgruppen":

Es bilden sich nun Kleingruppen und verteilen sich im Raum. Jede Kleingruppe spezialisiert sich auf einen der vorhin gesammelten Effekte und probiert ihn für sich aus. Dabei soll im Chor gesprochen werden.

 

Funktion der beiden Betreuungspersonen:

Die Betreuungspersonen unterstützen die einzelnen Effektgruppen parallel und weisen auf die stimmlichen Möglichkeiten hin.

 

Verknüpfung des Kernsatzes mit dem Effekt:

Jetzt probiert jede Effektgruppe zunächst für sich, den Kernsatz in allen Sprachen mit dem jeweiligen Effekt zu verbinden und im Chor zu sprechen.

 

Tricks und Tipps zum synchronen Sprechen:

Die Kinder können einzählen oder sich Handzeichen ausmachen, wann sie zu sprechen beginnen. Der gesamte Satz kann mit Körperbewegungen unterstützt werden. Gemeinsam mit der Betreuungsperson kann eine einfache Pantomime entworfen werden, die den Satz während des Sprechens gliedert und illustriert.

 

Reihenfolge der Aufnahmen:

Optimal ist eine Reihenfolge, welche die Sprachen zusammenfasst. Wenn zum Beispiel drei Effektgruppen (Flüsterstimme (Fl.), Hall, Echo) und drei Sprachen vorhanden sind, entsteht folgende Aufnahme:

 

Saat kaç (Fl.) - Saat kaç (Hall) - Saat kaç (Echo)

Wieviel Uhr ist es? (Fl.) - Wieviel Uhr ist es? (Hall) - Wieviel Uhr ist es? (Echo)

Hány óra van? (Fl.) - Hány óra van? (Hall) - Hány óra van? (Echo)

 

Die Aufnahme erinnert an drei Reisegruppen, die untereinander dieselbe Sprache sprechen und nacheinander dieselben drei "Regionen" oder "Zustände" durchwandern.

 

Die Aufnahmen:

Bei beispielsweise drei Sprachen und drei Effektgruppen entstehen neun Tonaufnahmen. Wenn eine Betreuungsperson die Aufnahmen durchführt, wandert sie insgesamt dreimal von Gruppe zu Gruppe (d.h. von "Effekt" zu "Effekt") und nimmt den Satz jeweils in derselben Sprache auf. Natürlich ist es auch hier möglich, dass die Kinder selbst das Aufnahmegerät bedienen, da bei einer Aufnahme die anderen Effektgruppen nicht eingebunden sind. (Vorschlag: Jene Gruppe, deren Aufnahme gerade beendet ist, übernimmt die Aufnahmeleitung für die nächste Gruppe).

 

Das gemeinsame Hören:

Das Ergebnis wird mindestens zweimal vorgespielt. Da die Sätze in den verschiedenen Sprachen öfters und in spezifischer Abänderung zu hören sind (da ja derselbe Satz jeden Effekt "durchläuft"), entsteht eine interessante Bandbreite an Sprech- und Ausdrucksmöglichkeiten. Das Audiomedium - die Tonkassette oder Minidisc - ermöglicht hier ein differenziertes Hören. Beim ersten Hören werden die Kinder naturgemäß auf ihre eigenen Sätze hören. Beim zweiten Abspielen sollte auf die Effekte der anderen Gruppen geachtet werden. Schließlich handelt es sich immer um dieselben Sätze, nur in anderen Stimmvariationen.

 

Reduktionsmöglichkeiten:

Ist eine Einteilung in Effektgruppen nicht möglich, kann auch mit der gesamten Gruppe gearbeitet werden. Die Kinder einigen sich auf einen bestimmten Effekt und suchen einen passenden Satz. Kinder können sich nun melden, um den Satz zusammen mit dem Effekt auszuprobieren und aufzunehmen. Vielleicht möchte das die gesamte Gruppe tun. Dann wird das Mikrofon in die Mitte gestellt. Alle bilden einen Halbkreis und sprechen gleichzeitig. Nach dem Vorspielen kann ein zweiter Effekt gesucht werden, und die Sache beginnt von Neuem.

 

Erweiterungsmöglichkeiten:

Bei sehr vielen Kindern oder Gruppen, in denen manche Kinder nicht bereit sind, an den verbalen Aufnahmen teilzunehmen, können zu den Effekten auch passende Geräusche erzeugt werden und gemeinsam mit den Sprechstimmen aufgenommen werden (z.B. passt zum Echo ein Wind, zum Hall ein Tropfgeräusch in einer Höhle, zu Flüsterstimme eventuell Fledermäuse oder Glockenschläge u.ä.). - Inhaltlich sind der Effektfindung keine Grenzen gesetzt. Wenn die Möglichkeiten zu stimmlichen Veränderungen durch Naturgegebenheiten bald erschöpft sein werden, bietet die Vorstellung von belebten Objekten viel Raum zur Erfindung abstrakter Stimmen (z.B. die Stimme der Tafelkreide, die Stimme des Kochtopfs, die Stimme der Schuhe u.ä.).

 

Rahmenbedingungen für das Projekt "Echo, Wellen & Co"

Allgemeine Ziele Kennenlernen und Ausprobieren einer fremden Sprache, Kinder fungieren auch hier als Sprachlehrerinnen/Sprachlehrer.
Themen Kurzsätze in verschiedenen Sprachen mit verschiedenen Intonationen.
Spielergebnis, Produkt Tonaufnahme.
Präsentationsmöglichkeit Zunächst intern für die Klasse/Gruppe, Präsentationsmöglichkeit zu bestimmten Anlässen, Festen, im Rahmen anderer Audiomedien.
Sprachen Vielsprachig.
Arbeitsweise Kleingruppenarbeit zu maximal 5 Kindern je Kleingruppe.
Teilnehmer 15 bis 25 Kinder.
Alter der TN 6 bis 10 Jahre / 10 bis 13 Jahre.
Dauer 3 (Schul-)Stunden mit Pause.
Betreuungspersonen Zwei Betreuungspersonen.
Geräte Eine Tonaufnahmeeinheit mit Wiedergabemöglichkeit (Mikrofon und Rekorder, Kassettengerät mit eingebautem Mikrofon, Diktiergerät mit Boxen, Minidisc-Rekorder mit Mikrofon und Boxen), Schreibgerät und Notizblock.
Vorbereitungszeit/Vorkenntnisse Handhabung der Geräte (Aufnahme, Wiedergabe), Wörterbucher zu den in der Gruppe vorhandenen Sprachen.
Räumlichkeiten Ein Innenraum.

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