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DEFA-Dokumentarfilm

Szene aus dem Film "Sonnensucher" (1958) von Konrad Wolf über den Uranbergbau in der Wismut.

Ganz anders entwickelte sich der DEFA-Dokumentarfilm in der DDR, wo dieses Genre eine Eigenständigkeit behielt und sich getrennt vom Fernsehen entwickelte. Das DEFA-Studio für Dokumentarfilme konnte sich neben staatlichen Auftragsarbeiten doch gewisse Freiräume für künstlerische Gestaltung schaffen.

 

Charakteristisch für die Nachkriegszeit und die 50er Jahre waren Trümmer- und Aufbaufilme sowie parteikonforme Reportagen, die für die "Helden der Arbeit" und den Aufbau einer neuen sozialistischen Gesellschaft Propaganda machten. Zur Zeit des "Bitterfelder Weges" entwickelte sich seit den 60er Jahren ein breites Spektrum beobachtender Dokumentarfilme, die das Alltagsleben der Menschen stärker zur Darstellung brachten und diese selbst zu Wort kommen ließen. Filmemachern wie Kurt Maetzig, Karl Gass, Jürgen Böttcher, Winfried Junge, Volker Koepp, um nur einige Namen zu nennen, gelang es mit ihren Filmen eigene Stile zu entwickeln, die den Alltag der DDR durchaus auch kritisch begleiteten.

 

Bis zur Wiedervereinigung 1989 wurde im Dokfilm-Studio meist mit 35mm-Film in Schwarzweiß gearbeitet, was zu einer völlig anderen Produktion und Ästhetik führt. Viele der Filme waren Kurzfilme unter einer halben Stunde Länge, die als reguläre Vorfilme im Kino liefen und dadurch eine ganz andere Dokumentarfilmkultur gründeten als in Westdeutschland. "Auch die Neigung, die Entwicklung des DEFA-Dokumentarfilms im Rückblick als abgeschlossenes Kapitel deutscher Filmgeschichte zu betrachten, ohne deren Vorläufer in der Weimarer Republik und dem internationalen Kontext zu berücksichtigen, verführt leicht dazu, angeblich für die DDR typische Charakteristika auf die Filme zu projizieren und überzubetonen. International zu beobachtende Merkmale dokumentarischer Filmarbeit wie Parteilichkeit, ideologische Tendenz und eine dementsprechende Mythenbildung erscheinen allzu schnell als einseitige Verzerrung im Dienste der SED.

 

Auch die Vorliebe westlicher Beobachter, Werke und Autoren der DDR in Konformisten und Oppositionelle auseinander zu dividieren, ist eine Simplifikation, die sich schon in der Literaturgeschichtsschreibung als unhaltbar erwiesen hat, und gegen die sich die Filmemacher in ihren Beiträgen (in diesem Buch) zu Recht vehement zur Wehr setzen". (Peter Zimmermann (Hg.): Deutschlandbilder Ost, S. 13)