Bilder bewerten lernen II - rezeptionsleitende Karten
Eine weitere Möglichkeit, die Aufmerksamkeit der Kinder im Rahmen von Materialsichtungsphasen an Bewegtbilder zu binden, besteht darin, den Rezeptionshorizont bewusst auf wenige Parameter einzuschränken. Dies kann durch rezeptionsleitende Karten geschehen. Jedes Kind erhält vor der Materialsichtung eine Karte, auf welcher ein Rezeptionskriterium in Wort und Bild dargestellt ist.

- Schaubild Abstand Person zu Kamera

- Schaubild Frosch- Normal- und Vogelperspektive
Abbildung 52: Beispiele für rezeprionsleitende Karten.
Die MB hält das zu sichtende Material zeitweise an und jedes Kind versucht das Standbild anhand des jeweiligen Kriteriums kurz zu kommentieren. Nach jedem Durchgang werden die Karten gemischt und neu verteilt. Die Art der Einführung der Karten muss didaktisch gut überlegt sein. Um die Kinder nicht zu überfordern, sollten zunächst nur wenige klare Parameter eingebracht werden (evtl. aus der "Eiswürfelübung" übernehmen vgl. voriges Kapitel "Bilder bewerten lernen I - Das Eiswürfelspiel"). Alle weiteren Kriterien können dann sukzessive eingeführt werden. Ein 'Kartenritual' ist denkbar, nach welchem zu Beginn jeder Gruppensitzung eine neue Karte vorgestellt wird. Das Rezeptionsbesteck der Kinder wird auf diese Weise im Laufe des Prozesses immer mehr erweitert.
Die Karten können von der MB genre- und themenspezifisch erstellt werden. Bei der Durchführung von Interviews sind andere Kriterien wichtig als bei der Visualisierung eines Drogenrauschs. Auch in diesem Zusammenhang kann Bildmaterial, das die Kinder selbst erstellt haben, verarbeitet werden (Subjektbezug).
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