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Regierungserklärung des Bundeskanzlers am 20. September 1949 vor dem Deutschen Bundestag in Bonn.

Autor: Adenauer, Konrad
Erschienen: München, 1971
Quelle: Behn, Hans Ulrich: Die Regierungserklärungen der Bundesrepublik Deutschland
Verlag: Olzog Verlag
ISB-Nummer: 3-7882-7031-8

Abstract

Am 14. August 1949 findet die erste Bundestagswahl nach Ende des Zweiten Weltkrieges statt. Nach den Wahlen zu den Landtagen seit 1946 ist dies die erste freie Wahl auf deutschem Boden seit 1932. Die beiden Hauptthemen in der recht kurzen Wahlkampfperiode sind die wirtschaftliche Entwicklung sowie das Verhältnis zu den Siegermächten. Die mit 31% zur stärksten Partei gewählte CDU/CSU geht keine Große Koalition mit der SPD (29,2%) ein, sondern bildet eine "Koalition der sozialen Marktwirtschaft" mit FDP und DP. Adenauer beruft 13 Minister in sein Kabinett, aufgrund des Besatzungsstatuts gibt es jedoch kein Außenministerium.
"Das Werden des neuen Deutschlands" - mit diesen Worten beginnt Konrad Adenauer seine erste große Regierungserklärung am 20. September 1949. Das Land liegt in Trümmern, Lebensmittel und Heizmaterial sind rar, zudem sieht sich Westdeutschland mit einer Zuwanderung von 8 Millionen Vertriebenen und Flüchtlingen aus den ehemaligen Ostgebieten konfrontiert. Als besonders wichtige Aufgabe seiner Politik stellt Adenauer die Förderung des Wohnungsbaus sowie die Durchführung des Prinzips der "sozialen Marktwirtschaft" hervor. Des Weiteren betont er Pflege und Freiheit des Deutschen Außenhandels, Verbesserung der landwirtschaftlichen Produktion sowie die Senkung der Einkommenssteuersätze. Er spricht seine wirtschaftliche Fürsorge für Berlin aus, betont die Koalitionsfreiheit der Republik und akzeptiert den Besatzungsstatut dem Grunde nach.


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Adenauer, Konrad

Konrad Adenauer (1876-1967) war von 1917-1933 Oberbürgermeister von Köln. Während der nationalsozialistischen Diktatur wurde er mehrmals verhaftet. Adenauer war der erste Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland (1949-1963). Ab 1946 war er Vorsitzender der CDU der britischen Besatzungszone. In den Jahren 1948 und 1949 amtierte er als Präsident des Parlamentarischen Rates, der gemeinsam mit den Alliierten das Grundgesetz der BRD ausarbeitete. Bundesvorsitzender der CDU wurde er 1950. Während seiner Amtszeit als Kanzler setzte er sich vor allem für eine stabile Wirtschaft, die deutsch-französische Aussöhnung sowie die Aufnahme der BRD in die NATO ein. Die Entwicklung eines gemeinsamen Europas in Zusammenarbeit mit den Westmächten hatte gegenüber einer deutsch-deutschen Vereinigung Vorrang. 1963, ein Jahr nach der so genannten SPIEGEL-Affäre, trat er im Alter von 87 Jahren von seinem Amt als Bundeskanzler zurück, behielt jedoch den Vorsitz der Bundes-CDU.

 

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