Aufwachsen in virtuellen Medienwelten: Chancen und Gefahren
2. Medienkongress Villingen-Schwenningen
Während sich der erste Medienkongress im Schwarzwald 2006 hauptsächlich mit möglichen negativen Konsequenzen des Medienkonsums beschäftigte und fragte "Machen Computer Kinder dumm?", wurden beim zweiten Medienkongress der Hochschule Furtwangen neben den Gefahren auch die Chancen von Computer und Internet thematisiert. Fast 300 Lehrerinnen, Pädagogen, Multiplikatorinnen und Studierende kamen am 17. und 18. April 2008 zum Medienkongress nach Villingen-Schwenningen. Die drei interessantesten Vorträge haben wir für Sie als mp3-File mitgebracht.
Killerspiele im Kinderzimmer?
"Wir müssen Kinder mit Qualität vergiften"
Warum regen wir uns ausgerechnet über Computerspiele auf, fragt Thomas Feibel, denn Gewalt ist fester Bestandteil von Filmen, Kunst, Nachrichten und dem schulischen Alltag von Kindern. Er verdeutlicht, was Kinder an Computerspielen fasziniert und warum sich Kinderzimmer zunehmend in Mediaparks verwandeln. Eltern rät er, mit den Kindern und Jugendlichen über deren Medienerlebnisse zu sprechen, sie beim Übergang von Kindersoftware zu Computerspielen zu begleiten und ihnen qualitativ gute Spiele anzubieten. Aber er fordert von Eltern auch den Mut, bei der Medienerziehung Regeln und Verbote aufzustellen.
Thomas Feibel (mp3, 18 MB)
Thomas Feibel ist Journalist und Buchautor. Er leitet das Büro für Kindermedien in Berlin und ist Mit-Initiator des Kindersoftwarepreises Tommi.
Der Stand der empirischen Wirkungsforschung
"Mediengewalt ist ein Faktor von sehr vielen, die aggressives Verhalten begünstigen"
Mit welchen Untersuchungsmethoden und Versuchsaufbauten die experimentelle Psychologie herausbekommen will, wie sich gewalthaltige Computerspiele auf die Spieler auswirken, stellt Tobias Rothmund vor. Dabei wird in der empirischen Psychologie von einem Modell ausgegangen, das viele verschiedene Risiko- und Schutzfaktoren für aggressives Verhalten benennt. Als einer dieser Risikofaktoren gilt der Konsum medialer Gewalt. Tobias Rothmund beschäftigt sich aber auch mit erwünschten Wirkungen von Computerspielen. Die so genannten "Serious Games" werden nicht einfach zur Unterhaltung eingesetzt, sondern verfolgen "ernsthafte" Ziele und werden beispielsweise in der Behandlung krebskranker Kinder eingesetzt.
Tobias Rothmund (mp3, 18 MB)
Diplom-Psychologe Tobias Rothmund ist wissenschaftlicher Mitarbeiter der Universität Koblenz-Landau.
Internet 2.0 statt Fernsehen
"Jeder Klick liefert Informationen über den Nutzer und die sind bares Geld"
Winfred Kaminski zeichnet die Entwicklung des Web 2.0 zum Leitmedium der jungen Generation aus medienwissenschaflticher Perspektive nach. Die Chancen dieser Entwicklung liegen darin, dass sich alle Menschen an der Produktion von Medieninhalten beteiligen können. Probleme sieht Kaminski vor allem im Datenschutz, der zur zentralen medienpädagogischen Aufgabe wird. Denn die Datenspuren, die wir im Internet hinterlassen, können zu kommerziellen Zwecken systematisch ausgewertet werden.
Winfred Kaminski (mp3, 23 MB)
Prof. Dr. Winfred Kaminski lehrt am Institut für Medienforschung und Medienpädagogik der Fachhochschule Köln.
Weitere Informationen
Der gesamte Medienkongress wurde auch als Videopodcast dokumentiert.










