Audio-Software

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Audioprogramme verwandeln einen PC, Laptop oder Smartphone in ein gewaltiges Werkzeug mit dem man Musik komponieren, produzieren und reproduzieren kann. Wollte man früher Orchester-Musik machen, so benötigte man die Musiker, den Dirigenten, den Konzertsaal, unzählige Mikrofone und ein Tonstudio. Programmierer haben aus diese ganzen Elementen Software-Lösungen entwickelt und mittlerweile reicht ein Home-PC dafür völlig aus. Beispiel:
Sequenzer
Mithilfe von Sequenzer-Programmen rüstet man den PC zum digitalen Tonstudio aus. Mehre Spuren können gleichzeitig abgespielt oder aufgenommen werden. Audio-Daten kann man schneiden, kleben, verändern und anschließend kann das Ergebnis gemischt werden. Sequenzern ermöglichen es außerdem sogenannte virtuelle Instrumente zu bedienen oder aus Audio-Samples Musik zu machen. Im folgenden Beispiel wird mithilfe der Sequenzer Software Ableton und einer Reihe von Tonschnipseln ein bekannter Prodigy-Titel nachgebaut:
Virtuelle Instrumente / Sampler
Schlagzeuge, Bass, Pianos, Streicher, sogar ganze Orchester lassen sich mithilfe virtueller Instrumente wiedergeben. Besonders wenn die Aufnahme der echten Instrumente zu aufwendig ist oder kein Instrumentalist zur Verfügung steht, bietet sich der Einsatz von Software-Lösungen an. Zu den virtuellen Instrumenten zählen auch die Sampler. Vorher aufgenommene "Samples" von Instrumenten können hiermit bearbeitet und wiedergeben werden. Hat man z. B. mehrere Trompeten-Ton-Samples, so kann man diese vom Keyboard aus abspielen. Umso mehr Samples man von einem gleichen Instrument hat, umso realistischer wird das Ergebnis. Deswegen gibt es Unmengen von Sample-Libraries von allen bekannten Instrumenten. Wie zum Beispiel das Alicia Keys Piano von der Firma Native Instruments:
Plug-Ins / Effekte
Hat man nur ein kleines Wohnzimmer-Studio und will einen Konzert-Saal simulieren, dann hilft ein Hall-"Plug-In". Als Plug-Ins bezeichnet man eine eigenständige Software, die in die oben genannten Sequenzern eingebunden wird. Hat man etwa ein Gesang aufgenommen und will etwas Hall hinzufügen, dann bindet man in die Gesangs-Spur das zuständige Plug-In ein. Für jedes Anwendungsgebiet gibt es unzählige Effekte bzw. Plug-Ins, wie für Hall, Equalizer, Compressoren, Chorus, Flanger, Tonhöhen-Korrektur, etc. Die folgenden Beispiele veranschaulichen den Einsatz von PlugIns:
Gesangsspur mit EQ, Compressor, Hall und Reverb bearbeiten
Einen Acapella-Song durch Gitarren-Verstärker schicken
Plugins verwandeln das iPhone zum Gitarren-Verstärker
Notationsprogramme
Vor allem im Klassik-Bereich benötigt man Software-Lösungen mit denen man Notenbilder grafisch korrekt wiedergeben kann. Mit sogenannten Notationsprogrammen lassen sich Noten eingeben, verändern und für den Druck aufbereiten. Dies ist z. T. auch mit Sequenzern wie Cubase und Logic möglich. Das folgende Video zeigt, wie man mit der Freeware MuseScore Noten eingibt:
Entscheidungshilfe
Sequenzer-Wahl – Philosophie oder Budget?
Sequenzer-Programme sind so zahlreich, dass auch Kenner den Überblick verlieren. Hauptfunktionen wie Audio-Daten aufnehmen, schneiden und mischen beherrschen alle erhältlichen Programme. Klanglich muss man sich bei der Auswahl auch keine Sorgen machen. Für weniger Geld wird der Klang nicht unbedingt schlechter, da auch ein Gratis-Programm wie Audacity mit einer Sample-Rate von 96 kHz aufnehmen kann.
Linear oder Non-Linear?
Die Unterscheidungsmerkmale liegen eher in der Bedienungs-Philosophie der Programme. Wie bei den Betriebssystemen Windows oder OS X ist die Beurteilung der Bedienungsfreundlichkeit recht subjektiv. Grob gesagt, kann man zwei Arten von Sequenzern unterscheiden: lineare und non-lineare. Zu ersteren zählen Programme wie Cubase, Logic oder auch Audacity, welche ehemalige Anwender von Bandmaschinen oder Musiker mit klassischer Ausbildung ansprechen sollen. Im Mittelpunkt stehen hier die Spuren-Ansicht und die Mixer-Ansicht. Zu letzterer Art von Programmen zählen Ableton Live oder Imageline Studio FL, die nonlinear, loopbasiert eher die DJs oder Produzenten elektronischer Musik ansprechen. Mit Imageline Studio FL kann man in wenigen Sekunden einen Beat programmieren, der sofort live-tauglich ist. Umständlicher ist hier aber die Aufnahme von Audio-Daten. Umgekehrt kann man mit Cubase wunderbar Audio-Daten bearbeiten, schneiden, etc. Die Arbeit mit Loops und Samples ist dafür weniger intuitiv.
Einsteiger oder Professional?
Von den bekannteren Programmen wie Logic, Cubase, FL Studio oder ProTools werden oft mehrere preislich abgestufte Versionen angeboten. Diese unterscheiden sich in der Menge der zur Verfügung stehenden Spuren und in der Anzahl der enthaltenen Zusatz-Programme, wie den Effekten oder virtuellen Instrumenten sowie dem Funktionsumfang.
Welches Programm das richtige ist, wird im Bildungsbereich über den Preis entschieden, da man je nach Klassenstärke mehrere Lizenzen erwerben will. Neben kostenloser Freeware gibt es Einsteiger-Versionen bekannter Programme bereits ab ca. 100 Euro. Erfreulich ist, dass von vielen Audio-Programmen runtergesetzte Educational-Versionen angeboten werden. Beispielsweise kostet Cubase Elements 100 Euro laut unverbindlicher Preisempfehlung. Die Edu-Variante ist schon für 66 Euro im Handel erhältlich.
Die große Ausstattung der kostenpflichtigen Programme ist auch gleichzeitig ihr Nachteil. Ein "erwachsenes" Programm wie Cubase kann den Nutzer schnell mit seiner hohen Komplexität erschlagen. Die Freeware Audacity hingegen ist zwar nur begrenzt für den Musik-Bereich geeignet. Beschränkt man sich auf Sprach- oder Gesangsaufnahmen, hat man an der Einfachheit des Programms seine Freude. Ein guter Mittelweg sind die oben genannten Einsteiger-Versionen wie Steinberg Sequel oder Ableton Live Intro.
Aber auch die Freeware-Varianten bewegen sich schon auf einem recht hohen Niveau. Zu den bekannteren zählen Audactity, Kristal oder LMMS. Einen Überblick über einige Freeware-Sequenzer findet man beim S. Dorok, einem Musik-Lehrer und Autor der MCO-Bibliothek. Einen Überblick von Off- und Online-Programmen finden Sie in unsere Link-Liste.
Kaufempfehlungen & Glossar
Autor: Christian Reinhold
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