Always on – Jugendliche Medienwelten und Pädagogik
Fachtagung zum Safer Internet Day 2010
Zum Safer Internet Day veranstaltete das Landesmedienzentrum Baden-Württemberg (LMZ) am 9. Februar die Fachtagung "Always on – Jugendliche Medienwelten und Pädagogik". Die Stuttgarter Fachtagung ist die größte Veranstaltung zum Safer Internet Day in Baden-Württemberg. "Wir wurden von den Anmeldungen förmlich überrannt", stellte Wolfgang Kraft, Direktor des Landesmedienzentrums, fest. Das Tätigkeitsfeld unter den über 150 Besuchern war breit gefächert. Pädagoginnen und Pädagogen aus Schule, Vorschule, Kinder- und Jugendarbeit trafen auf Mitarbeiter von Polizei und Kreismedienzentren. Der eintägige Fachttag bot mit Vorträgen, thematischen Foren und Praxisstationen umfassende Informationen zu den verschiedenen Aspekten des Jugendmedienschutzes.
„Medien spielen heute im Alltag von Kindern und Jugendlichen eine immer größere Rolle. Die Fähigkeit, Medien eigenverantwortlich zu nutzen, ist für junge Menschen eine Schlüsselqualifikation für ihr späteres berufliches und soziales Leben." betonte zum Auftakt der Veranstaltung Medienminister Prof. Dr. Wolfgang Reinhart. Auf den Praxisstationen der Tagung wurde gezeigt, wie's geht. Jugendliche demonstrierten, wie sie mit Handy, Sozialen Netzwerken und Computerspielen umgehen, wo ihre Vorlieben liegen und welche Vorsichtsmaßnahmen sie treffen. Am Nachmittag fanden sechs praxisbezogene Foren mit namhaften Referentinnen und Referenten statt zu den Themen Handy, Computerspiele, Soziale Netzwerke, Urheberrecht, Pornografie und Elternarbeit. Der vollständige Ablauf der Tagung kann dem Flyer auf den Seiten von "Medien aber sicher" entnommen werden.
Always on – Jugendliche Medienwelten und Pädagogik

- Stefan Aufenanger ist Professor für Medienpädagogik am pädagogischen Institut der Universität Mainz.
Die Technisierung, Kommerzialisierung und Konvergenz der Medien ist im Kinderzimmer angekommen. Vor welche Herausforderungen die neuen Medienwelten die Pädagogik stellen, beschreibt Stefan Aufenanger in seinem Vortrag. Zu Beginn gibt Aufenanger einen Überblick über das Mediennutzungsverhalten von Kindern und Jugendlichen. Neben einer Abhandlung der Gefahren betont er die erzieherischen Chancen, die durch die sich wandelnden Medienszenarien entstehen. Zusammenfassend plädiert Aufenanger dafür, die Perspektive von Kindern und Jugendlichen stärker zu berücksichtigen. Das Vortrags-Manuskript als pdf-Datei kann auf den Seiten der Universität Mainz heruntergeladen werden.
"Always on – Jugendliche Medienwelten und Pädagogik" (mp3, 40 MB)
Zahlen und Fakten – Ergebnisse der JIM-Studie 2009
Seit 1998 wird mit der JIM-Studie im jährlichen Turnus eine Basisstudie zum Umgang von 12- bis 19-Jährigen mit Medien und Information durchgeführt. In seinem Vortrag stellt Thomas Rathgeb aktuelle Ergebnisse von 2009 vor. Einleitend geht er auf die sich wandelnde Gerätenutzung von Jugendlichen sowie die Unterschiede zwischen Jungs und Mädchen ein. Bei den vorgestellten Daten stehen die Internet-Nutzung sowie der Umgang mit Community-Diensten im Mittelpunkt. Nach einer Darstellung der Mediennutzungsdauern geht Rathgeb auf Problemfelder wie Cyber-Mobbing und Verletzung von Personlichkeitsrechten ein. Die fehlende Auseinandersetzung der Eltern mit den Computerspielen ihrer Kinder sowie die fehlende Sensibilität der Jugendlichen bei der Verwendung fremden oder eigenen Bildmaterials nannte Rathgeb als alarmierende Beispiele.
Zahlen und Fakten Ergebnisse der JIM-Studie 2009 (mp3, 17 MB)
"Handy 2.0" – Sind Handys nur Kommunikationsgeräte oder Life-Recorder?

- Martin Pinkerneil, Berater für Telekommunikation und Medien, Projektleiter von www.handysektor.de, Köln /Stuttgart.
Handytechnik ermöglicht gegenwärtig immer mehr Schnittstellen zur Realität. Bewegungssensoren, Kameras und GPS-Technik sind nur einige der vielen Möglichkeiten, mit denen Handys die Realität wahrnehmen. Martin Pinkerneil von handysektor.de veranschaulicht in seinem Vortrag, wie sich die Handytechnik im letzten Jahrzehnt gewandelt hat. Mittels praktischer Beispiele skizziert er die Zukunftsszenarien der Handynutzung. Anhand eigener Erfahrungen, wie etwa der Schlafphasen-Aufzeichnung mit dem iPhone, veranschaulicht Pinkerneil welchen Bedeutungswandel die Mobilfunkgeräte erfahren. Mit praktischen Beispielen verdeutlicht er darüber hinaus, wie sich die Handytechnik verstärkt mit sozialen Netzwerken verschränkt. Die Reaktionen der Vortragsgäste zeigen eine eher kritische und distanzierte Haltung zu den neuen Techniken.
"Handy 2.0" – Sind Handys nur Kommunikationsgeräte oder Life-Recorder? (mp3, 44 MB)
"Jenseits der Killerspieldebatte" – Eine pädagogische Auseinandersetzung mit dem Thema Computerspiele

- Ursula Kluge ist Referentin der Aktion Jugendschutz und Gutachterin bei der USK, Heidelberg.
Warum spielen Kinder am Computer? Welche Risiken und Potenziale haben die Spiele? Wie geht man damit pädagogisch angemessen um? Mit solchen Fragen beschäftigt sich die Aktion Jugendschutz-Referentin Ursula Kluge, die als Mutter dreier Söhne mit dem Alltag spielender Kinder konfrontiert ist. Einleitend zeigt sie am Beispiel eSport, welchen Stellenwert die Computerspiele im Alltag der Jugendlichen einnehmen. In ihrem Vortrag setzt sich die USK-Prüferin vor allem mit den Risiken der Spiele auseinander. Problematisch sei laut Kluge die Alterseinstufung aufgrund von Suchtpotenzialen der Spiele, da diese wissenschaftlich nur schwer definierbar sind. Weiterhin geht sie auf die fehlende Rahmungskompetenz beim Umgang mit Gewalt-Darstellungen ein und verdeutlicht, welche Faktoren die Lust am Spielen auslösen und verstärken. Abschliessend geht Kluge der Frage nach, wie USK-Altersfreigaben die Auseinandersetzung mit Spielen beeinflussen können.
"Jenseits der Killerspieldebatte" – Eine pädagogische Auseinandersetzung mit dem Thema Computerspiele (mp3, 27 MB)


















